Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

23.11.2001 - 

Medienakademie Köln bietet Training für Manager

Auch Führungskräfte sind lernfähig

Weniges ist so wichtig und veraltet so rasch wie das Wissen im Zeitalter der Information. Das gilt auch für die, die Entscheidungen treffen und Verantwortung tragen: Manager und Politiker. Die Medienakademie Köln hat deshalb die "High Competence Campaign" ins Leben gerufen. Von Gabriele Müller*

Wer gibt schon gern zu, dass er etwas nicht weiß, vor allem dann, wenn es um Themen geht, bei denen angeblich jeder mitreden kann. Unwissenheit in Führungspositionen wiegt noch schwerer. Manager, die eingestehen, mit E-Business nichts anfangen zu können, oder Politiker, die nicht wissen, wie man im Internet nach Informationen sucht? Das scheint undenkbar, schließlich ist nur derjenige eine gute Führungskraft, der sich mit allem auskennt.

Köln, im Mediapark, an einem ganz normalen Arbeitstag. Hier diskutiert Matthias Kurth, Chef der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RogTP) in Bonn, mit Marcus Garbe von der Internet-Agentur Die Argonauten GmbH, München, über Möglichkeiten und Grenzen des Mobile Commerce. Wer hier zuschaut, sieht zwei Gesprächspartner beim Gedankenaustausch. Doch Kurth ist nicht zum Plaudern gekommen. Das Treffen ist Teil der intensiven Weiterbildung. Allerdings lernt Kurth nicht in der klassischen Form des Frontalunterrichts, er genießt heute ein Coaching. Was ursprünglich aus dem Sport stammt, ist im Sinne einer gezielten Karrierebegleitung bei amerikanischen Managern längst etabliert. Hierzulande fristet diese Form der Weiterbildung noch ein Schattendasein.

Coaching zum Thema Internet, das heißt für den obersten Regulierer, sich mit Themen wie "Die Zukunft der Netze", "Sicherheit im Web" oder "Die Chancen von B-to-B-Plattformen" zu beschäftigen.

Chef hat VorbildfunktionDie Referenten, selbst Firmeninhaber oder Geschäftsführer von Unternehmen, wechseln regelmäßig - Kurth bleibt. Einen ganzen Tag lang. "Für Weiterbildung bin ich immer offen", sagt er. "Schließlich kann ich von meinen Mitarbeitern nicht verlangen, was ich nicht selbst ausprobiert habe." Eine Einstellung, die unter deutschen Managern wohl eher selten anzutreffen ist.

Um dies zu ändern, setzt die Medienakademie Köln GmbH, ein Unternehmen der Bertelsmann Stiftung, auf Beharrlichkeit und Aufklärung. Darüber, dass bei der Entwicklung des Internet selbst Experten ständig lernen müssen, um der "Wissensexplosion" standhalten zu können. "Wir wollen die Weiterbildung als konstante Facette des Berufslebens etablieren", erklärt Ekkehart Gerlach, der Geschäftsführer der Medienakademie. Lernen soll auch für Entscheider "salonfähig" werden.

Ein heikles Thema bei einer schwierigen Zielgruppe. Denn wenn überhaupt, sind Inhouse-Seminare mit verschämten Einzeltrainings für die Führungsetagen gefragt. Aber ein Coaching? Gerlach hat es geschafft, mit seiner Kampagne die Theorie vom weiterbildungsresistenten Boss zu widerlegen. Mit viel Geduld und dem guten Namen seiner Einrichtung.

Bei der High Competence Campaign steht das individuelle Coaching zu ausgewählten Themen für das Topmanagement im Mittelpunkt. Zur Eröffnung der Aktion kam der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement und informierte sich über E-Business. Politiker und Entscheider wie der Düsseldorfer Regierungspräsident Jürgen Büssow, der Frankfurter Personalberater Reiner Thorborg oder Reimar Unterlöhner, Generalbevollmächtigter des Kölner Versicherungsriesen Gerling, ließen sich ebenso motivieren wie rund 30 andere hochrangige Entscheider.

Bevor es jedoch zum Coaching kommt, müssen Gerlach und sein Team oft Berührungsängste abbauen und hartnäckig am Ball bleiben. "Schon allein die zeitliche Absprache ist oft schwierig", weiß Gerlach aus Erfahrung. "Zum Teil planen wir die Termine für Monate im Voraus. Wenn sich dann ein vielbeschäftigter Manager Zeit für die eigene Weiterbildung nimmt, dann hat er eben auch ganz individuelle Ansprüche."

Die versucht das Weiterbildungsinstitut zu befriedigen, indem vorab der individuelle Wissensbedarf festgestellt wird. Erst danach können die Themen, der zeitliche Umfang und Referenten abgestimmt werden. "Das Coaching verstehen wir als ein Aufgreifen von Fragen und Trends, einen Austausch von Erfahrungen und Botschaften und nicht als klassischen Unterricht", stellt Gerlach klar. Eine Vorgehensweise, die auch Matthias Kurth überzeugt. Der hat vorab nicht nur die Themen, sondern auch die vorgeschlagenen Referenten genau unter die Lupe genommen. "Zu vielen technischen Details können mir meine Gesprächspartner Neues vermitteln, zu manchen inhaltlichen Fragen kann ich wieder etwas beisteuern", zieht er ein Fazit vor dem letzten Modul seines langen Coaching-Tages.

Jetzt, zum Abschluss, geht es um das Thema "Von Suchmaschinen zum persönlichen Informations-Management - Internet zum Anfassen für Executives." Michael Klems, Infobroker aus Bergisch-Gladbach, sorgt dafür, dass es noch einmal richtig spannend wird. Denn der Rechercheprofi kennt viele Tricks und Kniffe für die organisierte Suche im chaotischen Netz. "Suchstrategie ist alles", heißt seine Devise, oder "gewusst wie und wo". (am)

*Gabriele Müller ist freie Journalistin in Wuppertal.