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21.05.1982 - 

Mailänder Dependance ist stolz auf eigene Produktentwicklung:

Auch in Italien hat IBM den Stiefel an

STUTTGART (pi)-Noch vor dem Hausherrn Olivetti führt IBM Italia

die Rangliste der italienischen DV-Anbieter an. Die südeuropäische Dependance erreichte eigenen Angaben zufolge 1981 einen Umsatz von knapp 2000 Milliarden Lire (etwa 3,6 Milliarden Mark).Damit konnte sich die italienische Tochter um rund 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbessern und liegt damit auf Platz vier im europäischen Konzernverbund.

Die IBM Italien verfügt einem Mitarbeiter-Report der IBM zufolge über eigene Fertigungsstätten, Software-Entwicklungszentren (Rom, Mailand), wissenschaftliche Einrichtungen (Pisa, Rom) und ein Produkt-Testlabor. Ein Netz von Geschäftsstellen mit Schwerpunkt im stark industrialisierten Oberitalien überzieht das ganze Land. Zur Zeit sind rund 12 350 Mitarbeiter im Unternehmen tätig. Aus der räumlichen Enge Mailand" wo IBM Italien 1927 gegründet wurde, verlegte der DV-Hersteller vor einigen Jahren Produktion und Hauptverwaltung vor die Tore der Stadt: die Fertigungsstätten in das nordöstlich gelegene Vimercate und die Zentrale nach Segate, einer östlich an Mailand angrenzenden Nachbargemeinde.

Stolz sind die italienischen IBM-Mitarbeiter in Vimercate auf die "Hazienda", das experimentelle Farbbild-Verarbeitungssystem für Satellitenaufnahmen. Hier wurden in kürzester Zeit Design, Hardware, Mikroprogramme und Prototypen hergestellt und an die wissenschaftlichen Zentren der IBM in Europa und den Vereinigten Staaten geliefert.

Die technischen Außendienste in Italien unterhalten je drei Distrikte. Zwei davon decken den Norden und Mittelitalien ab, einer den Süden. Hinzu kommen Service-, Vertriebs und andere die Kunden und das Marketing unterstützende Zentren. Zum Erfolg des Unternehmens trägt nicht zuletzt die straff organisierte Vertriebsmannschaft bei. Die Eintrittskarte hierfür ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium.

Politik im Betrieb

Von den in der italienischen Gesellschaft auftretenden sozialen Spannungen wird auch "Big Blue" nicht verschont. Politik im Betrieb heißt indes vorwiegend gewerkschaftliche Tätigkeit. Nach außen nicht sichtbar durch Spruchbänder und wildes Plakatieren, sondern in der IBM eher gemäßigt mit Aushängen am Schwarzen Brett. Aufforderungen zum Theaterbesuch, zur beruflichen Weiterbildung finden sich da ebenso wie der Aufruf, den Kampf fortzusetzen und Seiten aus einer linken Zeitschrift zum Thema "Entspannung und Abrüstung".

Die italienische Öffentlichkeit betrachtet die IBM nicht so sehr als amerikanisches, sondern eher inländisches Unternehmen, denn in erster Linie bewerten die Italiener den Beitrag des Unternehmens zum Sozialprodukt. Der Konzern ist einer der besten Steuerzahler, investiert in einem ungewöhnlichen Ausmaß, schafft alljährlich neue Arbeitsplätze und bringt moderne Technologien und Fertigungsmethoden ins Land.