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09.08.2002 - 

Evolution statt Revolution

Auch Microsoft schraubt Infiniband-Engagement zurück

MÜNCHEN (CW) - Nach Intel kehrt nun auch Microsoft der viel gepriesenen Infiniband-Architektur den Rücken. Anders als geplant, wird die Gates-Company das neue Input/Output-(I/O-)System nicht in ihr kommendes Server-Betriebssystem .NET Server integrieren.

Mit Microsoft hat nun nach Intel das zweite IT-Schwergewicht innerhalb kurzer Zeit sein Infiniband-Engagement zurückgefahren. "IT-Manager tendieren wieder eher zu evolutionären Techniken, die es erlauben, die bestehende Infrastruktur zu nutzen, als zu Neuerungen, die den kompletten Austausch existierender Architekturen erfordern", begründet Valerie See, Group-Manager in Microsofts Windows Hardware Division, den Kurswechsel.

Halbleiterhersteller Intel hatte mit seinem Rückzug aus der Infiniband-Hardwareentwicklung Anfang Juni ebenfalls nachlassendes Interesse an der Technik signalisiert (siehe CW 24/02, Seite 24).

Infiniband nur fürs Highend

Beide Unternehmen gehören neben Dell, Hewlett-Packard, IBM und Sun zu den Gründungsmitgliedern der Infiniband Trade Association, die im Herbst 2000 die erste Version der neuen I/O-Spezifikation veröffentlichte. "In den Anfangszeiten von Infiniband ging man davon aus, dass sich die I/O-Technik vom Mammut-Server bis hin zum einfachen Desktop durchsetzen würde", so Nathan Brookwood. Anfangs als potenzieller, industrieweiter Ablöser busgestützter I/O-Architekturen wie der PCI-Technik propagiert, sei Infiniband mittlerweile jedoch eindeutig im Bereich der Highend-Lösungen anzusiedeln, erklärt der Insight-64-Analyst insbesondere die Abkehr von Microsoft, dessen Stärken eher im unteren Server-Bereich liegen.

Dank der eingesetzten Switch-Fabric-Architektur verfügt jedes Infiniband-Gerät bidirektional über eine Bandbreite von bis zu 2,5 Gbit/s, während sich bei der PCI-Technik alle Devices eine Transferrate von maximal 1 Gbit/s teilen müssen. Über spezielle Host-Controller-Adapter (HCAs) sollen nach Angaben der Infiniband-Verfechter mittlerweile sogar Datendurchsatzdaten von bis zu 10 Gbit/s zu realisieren sein.

Schlechtes Timing

Zwar haben sowohl Microsoft als auch Intel zugesagt, die neue Technik - zumindest über die Zusammenarbeit mit Drittanbietern - in ihre Produkte zu integrieren. Dennoch ist die Abkehr der Branchengrößen so kurz vor der Markteinführung der ersten Infiniband-Geräte, die teilweise noch in diesem Jahr verfügbar sein sollen, nach Meinung von Experten nicht gerade günstig für die Entwicklung des noch sehr jungen Marktes. "Wenn sich die Nummer eins unter den Server-Plattformen zurückzieht, hat das indirekt Folgen für die gesamte Server-Gemeinde", kommentiert Steve Duplessie, Analyst bei Enterprise Storage Group, die Entscheidung der Gates-Company. Andere zeigen sich eher gelassen. Nach Ansicht von Kevin Deierling, Vice President beim Infiniband-Chiphersteller Mellanox, könnte Microsofts Entscheidung das Infiniband-Geschäft sogar ankurbeln. "Bislang haben sich viele Anwender noch vom Infiniband-Einsatz abhalten lassen, weil sie auf .NET gewartet haben." (kf)