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06.12.1985 - 

Im Softwarebereich überwiegen partnerschaftliche Aktivitäten:

Auch Minimaker kehren CIM-Kompetenz heraus

MÜNCHEN (sch) - Auf MAP als allgemeingültige Lösung für eine computerintegrierte Fertigung kann und will die Computerbranche nicht warten. Das einmal geborene Schlagwort CIM fordert jetzt schon seinen Tribut. Dem muß sich auch die "gehobene Mittelklasse " in der DV-Industrie stellen. Bis dato entwickelte Lösungsansätze deuten dabei auf einen gewissen "Einheitslook" hin.

Bei den bisher vorliegenden CIM-Modellen scheinen solche Konzepte zu überwiegen, die in Gemeinschaftsarbeit entstanden sind. Als beispielhaft für derartige Bemühungen können die von der COMPUTERWOCHE unter die Lupe genommenen Unternehmen Data General, Digital Equipment, Wang, Honeywell Bull und Prime angesehen werden. In den meisten Fällen stammt hier die Hardware von einem Partner, wohingegen bei der "weichen Ware" mehrere Firmen in die Bresche springen.

So bringt Data General seine MV-Minicomputerserie ein, die mit Ausnahme des CAD-Sektors in allen CIM-Bereichen durchgängig eingesetzt wird. Auf diesen Rechnern kommt zunächst einmal einheitlich das Bürokommunikationskonzept CEO zum Tragen, in das die Software für CAE, PPS, CAD/CAM und NC eingebunden wird. Mit Hilfe von CEO-Menüs können an jedem Arbeitsplatz die verschiedenen integrierten Programme aufgerufen werden, wobei ein durchgängiger Datentransfer wie am Schnürchen laufen soll. Beispielsweise überführt das DG-System die Geometriedaten automatisch aus dem CAD-Programm in die CAE-Software zur Finite-Elemente-Berechnung, die Konstruktions- stücklisten aus dem CAD-System in die PPS-Software und die Geometriedaten in das NC-Programmierungssystem.

Zusammenarbeit mit fünf Partnern

Bei den CIM-Partnern von Data General handelt es sich um die Unternehmen McDonnell Douglas, Eigner + Partner, MEC-Maschinenbau-Entwicklung und Consulting, Strässle Industrie-Informatik und Exapt-Systemtechnik. Im CAD/CAM-Bereich wird das Softwarepaket Unigraphics II von McDonnell Douglas eingesetzt, das auf der grafischen Programmiersprache Grips basiert und für die 3-D-Konstruktion gedacht ist. Zur betrieblichen Anpassung und Verknüpfung der einzelnen Bereiche wurde das Know-how der Eigner & Partner GmbH genützt. Im einzelnen hat dieses Softwarehaus einen hardwareunabhängigen Maskengenerator, ein Entscheidungstabellen-System und ein Sachleistenmerkmalsystem beigesteuert. Der CAE-Bereich - hier gibt die Firma MEC den Partner ab - wird durch die Module Allma, Statac, Fepp-Plus und Simul abgedeckt. Diese Programmteile dienen unter anderem zur Finite-Elemente-Berechnung und zur Analyse sowie Simulation dynamischer Vorgänge von Anlagen mit zahlreichen Verbindungselementen. Als PPS-System schließlich kommt das mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums entwickelte Informationssystem PSK 2000 zum Einsatz, das auch für die Betriebsdatenerfassung gedacht ist. Der letzte zu dem DG-Konzept gehörige Bereich, die NC-Programmierung "managt" Exapt-Software. Die Datenübermittlung zwischen den einzelnen Komponenten der Reihe MV erfolgt über Ethernet und spezifische Software-Schnittstellen.

Darüber hinaus fühlt sich Data General auch dadurch "CIM-fähig", daß die eigene Hardware über Gateways mit der IBM-Welt verbunden werden kann. In diesem Zusammenhang führt das Unternehmen die neue SW- Schnittstelle DXA zwischen dem Büroautomationssystem CEO und IBMs Document Interchange Architecture (DIA) und Document Content Architecture DCA an.

Beim "CIM-Aspiranten" Honeywell Bull basiert das in den vergangenen zwei Jahren ausgearbeitete Konzept für eine computerintegrierte Fertigung hardwareseitig auf dem

Minirechnersystem Bull DPS-6. Von dem Saarbrückener Unternehmen DKS Datenservice kommt das CAD-System Stream 100 für die mechanische Konstruktion, wobei ein 2D-, ein 3D- und ein Netzgenerator enthalten ist. Für die NC - und die CNC -Programmierung wird die Software Promo verwendet, ebenfalls von LKS Datenservice. Die Kopplung der beiden Systeme geschieht über eine VDA-Schnittstelle. Als Berechnungssystem für die finiten Elemente dient das TPS-10-System der Firma T-Reutlingen. In den übrigen Bereichen laufen Bull-Programme ab: Die Betriebsdatenerfassung wird mit dem System BDE-4000 abgewickelt und die Produktionsplanung mit Miacs TD. In Hinblick auf die Einbindung fremder Hardware meint der bei Honeywell Bull für CIM zuständige Dieter Rothländer, daß man hier von Fall zu Fall entscheiden müsse. SNA- und Ethernet-Fähigkeit sei bei dem Rechner DPS-6 auf jeden Fall gegeben.

Gearbeitet wird bei Bull jedoch derzeit noch an einem zweiten CIM-Konzept. Der Grundstein soll hier mit dem RISC-Computer SPS-9 gelegt werden. Laut Rothweiler ist daran gedacht, diesen Rechner für die technisch-administrativen und einen "konventionellen" Rechner für die kaufmännischen Arbeitsgebiete einzusetzen. An einschlägigen Schnittstellen für eine Computerkopplung arbeite man derzeit.

Auch Wang versucht mit CIM von sich reden zu machen. Selbst beigesteuert wird von dem Frankfurter Unternehmen hierbei das Wang-Office-Konzept, das Wangnet und im Falle einer PC-Anbindung die CAD-Systeme Teddy und Autocad. Auf der Maschinenebene stellen hinsichtlich CIM die VS-Systeme den Dreh- und Angelpunkt dar. Auf diesen Anlagen laufen nach dem Wang-Konzept eigene als auch von Partnerunternehmen entwickelte Softwarelösungen. So wird im Bereich PPS ein System der PS-Systemtechnik und auf dem CAD-Sektor Procad-Software angeboten. Wichtig bei der Kopplung der verschiedenen Software-Spezialisten ist es für Wangs CIM-Spezialisten Dieter Schmidt, "daß eine einheitliche Benutzeroberfläche vorhanden ist, die die Daten nicht nur horizontal, sondern auch vertikal austauschen kann." Wie die übrigen Unternehmen auch, führt Wang heute gängige Kommunikationsmöglichkeiten wie Emulatoren und Gateways für die Siemens-, IBM - oder DEC-Welt bezüglich der neuen Technologie ins Feld. Und marketingmäßig haben sich die Frankfurter übrigens einen Gag ausgedacht. Um die Aufmerksamkeit des Lesers zu erheischen, griffen sie im Rahmen einer Anzeigenserie kurzerhand zu der Zauberformel "CimSalabim."

Fertigungsebene kommt oft noch zu kurz

Bei dem Wiesbadener Computerhersteller Prime wird das CIM-Modell in erster Linie an der CAD-Software Medusa mit Schnittstellen zu den FEM-Systemen Ansys und Patran und den NC-Systemen Euroapt GNC sowie Exapt aufgehängt, wobei die zwei letztgenannten Komponenten in der eigenen Softwareschmiede entstanden. Darüber hinaus bietet Prime die "selbst gestrickten" Softwarelösungen PDMS und PDGS zum Design an. Zusätzlich können auf der Prime-Hardware unter anderem noch folgende Systeme laufen: AD 2000 (Manufacturing and Consulting Services), Euclid (Matra Devision), Nastran (MCS), Propen (Lösing & Stöcker) und PS-System (PS-Systemtechnik).

Den Weg der Partnerschaft geht auch der in Sachen CIM wohl besonders engagierte Hersteller Digital Equipment. Einschlägige Lösungen werden hier gemeinsam mit IKP, Matra Division, VTA, Inca und Maho entwickelt. Dabei kommen im Rahmen eines durchgängigen Informations- und Materialflusses zum Beispiel die Softwaresysteme VAX-Profi und Euclid zum Zuge. Hardwareseitig steht das CIM-Modell von Digital Equipment auf mehreren Standbeinen. Der Produktionsplanungsbereich, die kaufmännischen Funktionen und die Konstruktion mit CAD werden mit dem Leitrechner VAX 11/785 "abgedeckt". Die Software für die Werkstattsteuerung mit der Fertigungsführung, Umdisposition, Belegoptmierung, NC-Programmverwaltung und der direkten Steuerung der Fertigungseinrichtung (DNC) läuft auf einer Micro-VAX II. Das Fertigen der Werkstücke erfolgt durch ein Maho-Bearbeitungszentrum vom Typ FMC 5HS.

In das Konzept eingebunden werden können auf der Fertigungsebene aber auch CNC- beziehungsweise speicherprogrammierbare Steuerungen von Allen Bradley, Modicon, Siemens und IPC. Den Anschluß verschiedener Steuerungen für das in diesem Bereich vorgesehene Decnet ermöglicht ein Tool namens Baseway. Kopplungsmöglichkeiten zu anderen Herstellern bestehen aber auch im Mainframe- und PC-Bereich. Digital Equipment nennt hier unter anderem die Großrechner von IBM, Siemens und Sperry.

Als Vorteil für die Realisierung von CIM-Projekten sieht es der Münchner Minicomputerbauer schließlich an, daß bei der vorhandenen Hardwarepalette mit gutem Gewissen von einer durchgängigen Kompatibilität gesprochen werden könne. Dies sei bei anderen Herstellern nicht unbedingt die Regel. Im Hinblick auf die Welt des blauen Riesens geht der CIM-Experte von DEC, Klaus Schlemper; sogar noch einen Schritt weiter : "Wir können mit IBM besser kommunizieren als IBM selbst."

CIM-Partnerschaften

Data General:

McDonnell Douglas, Eigner + Partner, MEC-Maschinenbau-Entwicklung und Consulting, Strässle Industrie-Informatik, Exapt-Systemsoftware.

Honeywell Bull:

DKS Datenservice, T-Reutlingen.

Wang:

PS-Systemtechnik, Procad GmbH.

Prime:

Manufacturing und Consulting Services, Matra Devision, MCS, Lösing & Stöcker, PS-Systemtechnik.

Digital Equipment:

Matra Devision, IKP, VTA, Inca und Maho.

(Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)