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18.02.1983 - 

Messekongreß in der Marktlücke zwischen Orgatechnik und Hannover-Messe:

Auch Online '83 kocht auf der Mikrowelle

Ausgefeilter Stundenplan, akribische Gesamtorganisation und karnevalistische Stimmungseinlage an Weiberfastnacht vermochten auf dem diesjährigen Online-Kongreß von Albin Ockl, Geschäftsführer der Online GmbH aus Velbert. nicht darüber hinwegzutäuschen, daß es hier mal wieder weinen Kongreß zuviel gibt, so gehört von einem berufsmäßigen Kongreßgänger. Newcomer und Erstanwender hingegen schienen eher überwältigt vom Zuviel: "Weniger wäre mehr gewesen", so deren Kritik an der Düsseldorfer Veranstaltung (vergleiche Seite 2).

Neugier auf einen interessanten Informationsmarkt, der offiziell einiges hergibt oder in informellen Zirkeln relevante Neuigkeiten handeln würde, treibt weder Kongreßbesucher noch Aussteller auf diese Kongreßmesse. Vielmehr dürfte es am modischen Themenspektrum liegen, das den Markt dieser als "international" apostrophierten Regionalmesse doch relativ breit macht (85 Prozent der Besucher waren Deutsche, 15 Prozent Ausländer). Viel Holländisch war zu hören.

Zeitlich und räumlich zwischen der Orgatechnik (Herbst) mit dem konkurrierenden Telecom-Kongreß in Köln und der Hannover-Messe (Frühjahr) gelegen, muß sich der Veranstalter natürlich schwertun, Spektakuläres oder auch nur Aktuelles auf die Beine zu stellen. Das behalten sich die Aussteller und auch die Mehrzahl der Referenten, die mehrheitlich aus dem Vertriebsbereich der Hersteller kamen, für die Hannover-Messe vor. "Wir lassen uns doch hier nicht die Butter vom Brot nehmen", verwehrten sie sich gegen allzu bohrende Fragen nach Neuankündigungen.

In der Ausstellungshalle hatte es einen Zuwachs von 42 Prozent an vermieteter Fläche gegeben. Die Zahl der Besucher soll sich verdoppelt haben. So ganz "freiwillig" scheint es mit der Vergabe von Referaten nicht immer hergegangen zu sein. Offenbar hatte man versucht, in manchen Fällen Koppelgeschäfte zu machen im Sinn von: "Stellst Du viel aus, kriegst Du viel Redezeit". Wurde kolportiert. - Honorare gab's dem Vernehmen nach sowieso nur für Professoren respektive deren Assistenten.

Daß der Kongreß gut besucht war - immerhin kamen 1830 Zuhörer, 20 Prozent mehr als 1982 -, liegt daran, daß er auf einen gut vorbereiteten Markt trifft. Offensichtlich ist ein breiter Informationsbedarf vorhanden, und zwar bei immer wieder "neuen" Gruppen, die aus redundanter Information im besten Falle, im schlechtesten schlichter Werbung, noch didaktische Qualität ziehen können.

So stellte sich die "Online 83" im Gegensatz zum Vorjahr hauptsächlich als eine Newcomer-Veranstaltung heraus. In dieser vorwiegend jungen Besuchergruppe gab es deshalb fröhliche Gesichter. Für sie war die kleine Messe angenehm, da Gespräche leichterfielen als etwa auf der stressigen Hannover Messe, wo die Hemmschwelle für die Neuen ziemlich hoch ist.

Entscheidungsträger, für die die Online ein Muß ist zeigten sich enttäuscht. Weder bei der -Konkurrenzbeobachtung noch im Kongreßangebot kamen sie auf ihre Kosten. Entweder sie hatten das Gebotene schon gehört oder gesehen auf der Orgatechnik beziehungsweise dem Telecom-Kongreß im benachbarten Köln oder sie wurden auf April vertröstet. Charakteristisch war, daß zum Beispiel Loewe Opta auf seinem immerhin sehr großen Stand nur eine freundliche Hosteß abgestellt hatte neben dem stummen Aufbau der ersten serienreifen Loewe-Btx-Endgeräte für den Consumermarkt. Neugierige Besucher lud die junge Dame zur Hannover-Messe ein.

Im jährlichen Wechsel möchte Online-Macher Ockl seine Veranstaltung, die hauptsächlich von der Werbung und dem geschürten Informationsbedürfnis einer stetig wachsenden Erstanwender-Schar lebt, in Berlin und Düsseldorf stattfinden lassen. Ockl läßt keinen Konkurrenten aus, und neben dem Berliner IKD dürfte sich die Online quantitativ behaupten. Qualitativ kann diese Kongreßmesse nur vorwärtskommen, wenn sie mehr die Anwenderinteressen berücksichtigt und diese selbst zu Wort kommen läßt - in nennenswerter Beteiligung und kritisch.