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09.01.1976 - 

Zurück zur Nähmaschine:

Auch Singer wirft das Handtuch

NEW YORK - Das neue Jahr begann für Singer-Anwender mit einer

Hiobs-Botschaft: Der nach wie vor führende Nähmaschinen-Produzent der Welt will - wie Joseph B. Flavin, Vorsitzender des Board of Directors der Singer Company am 29. 12. 1975 in New York erklärte, seine Business Machines Division auflösen und in den nächsten zwölf Monaten aus dem Computer-, Terminal-, DE-Geräte- und Büromaschinen-Geschäft aussteigen. Das Unternehmen sucht jetzt intensiv nach einem Käufer. Singer werde jedoch in jedem Fall, fügte Flavin hinzu, seine Verpflichtungen aus laufenden Verträgen erfüllen und es sei beabsichtigt, Singer-Kunden die Wartung für die nächsten fünf Jahre zu garantieren.

Priorität für Nähmaschinen

Auch wenn über die weitere Entwicklung der Singer Business Machines Division (SBM) seit längerem spekuliert wurde, kommt die Rückzugs-Entscheidung einigermaßen überraschend. War doch erst vor wenigen Wochen Dr. George Cogar, Gründer der von Singer gekauften Cogar Corp. und Vater der "Terminals mit Herz" (Serie 1500) sowie des jüngst neuangekündigten "Floppy Killers" 1501-40 zum Vizepräsidenten der Singer Company berufen worden. Und auch die Produktreihe stimmte: POS-Systeme und intelligente Terminals - genau das, was nach Ansicht vieler Experten Zukunft hat.

Den einschneidenden Schritt begründete der Singer-Chairman damit, daß sich die Fortführung der SBM-Aktivitäten mit den Gesamtzielen des Konzerns, jetzt zu sanieren statt zu expandieren, nicht mehr länger vereinbaren ließen. Denn die Singer Company bewegte sich - nach langjährigen Bilanzierungs-Tricks - zum erstenmal seit 1917 in der Verlustzone (32,7 Millionen Dollar in den ersten Monaten des Jahres 1975), und das trotz eines Rekordumsatzes von 2,6 Milliarden Dollar im gleichen Zeitraum. Für die roten Zahlen waren hauptsächlich die Computer-Aktivitäten verantwortlich.

Rückstellungen decken Verpflichtungen

Singer war seit 1963 im Büromaschinengeschäft tätig: Damals wurde für 182 Millionen Dollar die Friden Inc., San Leandro (Kalifornien) gekauft. Unter Verlusten von 60 Millionen Dollar allein seit 1970 gelang es zwar, im POS-Markt Fuß zu fassen. Aber um die Position zu halten und auszubauen, wären weitere hohe Investitionen erforderlich gewesen. Dabei spielten die Hausbanken nicht mehr mit.

So wird die Bilanz 1975 Rückstellungen für die Aufgabe von Produktionszweigen in Höhe von 400 Millionen Dollar enthalten, wovon allein 325 Millionen auf die SBM entfallen.

Gerd Groppink, Geschäftsführer der Singer Computer GmbH, Nürnberg, zur Computerwoche: "Unsere deutschen DV-Aktivitäten sind profitabel. Wir erwarten, daß sich für unsere schlagkräftige Organisation bald ein Käufer findet und daß alle unsere Verpflichtungen eingehalten werden."