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01.11.1985 - 

Organische Anpassung unterstützt Kreativität der Mitarbeiter:

Auch Technik-Evolution fordert Methodik

STUTTGART - An der Gestaltung der künftigen Arbeitsmittel sollte schon in der Design-Phase jeder Mitarbeiter mitwirken können. Denn von seinem Denken und Handeln hängen Leistung und Erfolg eines Unternehmens ebenso ab wie von seiner Strategie. Die technische Evolution der Informationsverarbeitung wird mit Tempo vorangetrieben. Tag für Tag lösen neue DV-Anwendungen In Wirtschaft und Verwaltung gewachsene Arbeitsverfahren ab. Diese Anwendungen werden jedoch von Org./DV-Experten konzipiert und entwickelt, die sich auf hochqualifizierte Hardware und Software stützen.

Damit arbeiten dann aber DV-Laien: Führungskräfte und Mitarbeiter in mittleren und älteren Jahren, denen eine an der Informatik orientierte Vorbildung notgedrungen fehlt.

Die Zusammenhänge und Grenzen ihrer neuen Arbeitstechnik zu erkennen, fällt ihnen schwer. Ihr fachliches Wissen und ihre Ideen bleiben während der Anwendungsentwicklung weitgehend ungenutzt. Das ist der Grund für die vielen guten Änderungsvorschläge aus den Fachabteilungen nach Übernahme der Anwendung.

Dem Org./DV-Bereich ist es in den seltensten Fällen möglich, kurzfristig auf diese verspäteten Vorschläge einzugehen. Auch kostet es das Dreißigfache, ein Anwendungsprogramm nachträglich zu ändern statt einen Vorschlag in der Planungsphase zu prüfen und einzubauen. Ein solcher Zeit- und Kostenaufwand aber ist vermeidbar, wenn es gelingt, jeden Mitarbeiter "ins Boot zu holen", seine Kreativität zu wecken und ihn zu befähigen, an der Gestaltung seines künftigen Arbeitsmittels in der Design-Phase aktiv mitzuwirken (siehe Abbildung 1). Das bestätigt auch die Projekterfahrung großer Unternehmen in der Branche. Es kommt also besonders darauf an, für eine reibungslose und wirkungsvolle Kommunikation zwischen Fachbereich und Org./DV zu sorgen.

Vom Denken und Handeln der Mitarbeiter hängen Erfolg und Mißerfolg eines Unternehmens mehr ab als von seiner Strategie. Welcher Unternehmer könnte es sich leisten, die Kreativität seiner Fachabteilungen und ihrer Führungskräfte nicht auszuschöpfen?

Der einzelne Anwender hat üblicherweise kaum Einfluß darauf; wie die Funktionsteilung künftig unter Einsatz der neuen Technikaussehen wird, die Verantwortung und Arbeitslast auf die Abteilungen und Terminals verteilt werden. Aufgabe der Organisatoren und Verantwortlichen ist, schon beim Grobkonzept an möglichst jedem Arbeitsplatz ein Höchstmaß an Verantwortung und Überblick zu bringen. Ausschließlich monotone Arbeit am "Verwaltungfließband" muß vermieden werden.

Gelingt dies, ist eine solide Voraussetzung guten Betriebsklimas gesichert.

Ein weiteres Anliegen des Anwenders ist es, wie gut oder schlecht er in den nächsten Jahren mit dem neuen Werkzeug zurechtkommen wird. Ernsthaft mitdenken und am Neukonzept mitwirken kann er jedoch erst, wenn er Grundzusammenhänge der DV und ihre Wirkungsweise und Grenzen verstehen lernt. Erhält der Mitarbeiter diese Chance, ist er gefordert, sein Wissen einzubringen und sein künftiges Werkzeug gestalten zu helfen. So wird er in der Design-Phase ein wertvoller Gesprächspartner für den Analytiker; besonders auf reibungslose und wirkungsvolle Kommunikation zwischen Fachbereich und Org./DV kommt es dabei an.

Ein integriertes, innovatives und effektives Handeln wird in jeder Hierarchiestufe gefordert; in der operierenden, in der disponierenden und in der strategischen Unternehmensebene.

Sollte ein Verantwortlicher in Abbildung 2 mit "Ja" antworten können, so ist seine Mannschaft bestens aktionsfähig. Wenn nicht, bleibt für die eine oder andere Zielgruppe ein Bedarf an Weiterbildung, der zu analysieren sich möglicherweise lohnen würde. Ein Modell für Ausbildungsangebote könnte für die einzelnen Zielgruppen auf geeignete Module hinweisen (siehe Abbildung 3).

Wann welche Ausbildungsmaßnahmen im Rahmen einer Projektentwicklung nötig werden, zeigt Abbildung 4. Seminare über "Effektive Arbeitstechniken", "Kreativitätstraining" und "Verkäufertraining" sollten dabei nicht an den Zeitrahmen eines Anwendungsprojektes gebunden sein.

Die Schulung des Projektleiters und der Neulinge im Entwicklungsteam in "Projektmanagement" beziehungsweise "Methodische Projektarbeit" muß spätestens parallel zum Projektstart erfolgen. Die Koordinatoren oder Ansprechpartner in den Fachabteilungen sollten ihr FEP hinter sich haben bevor der Systementwurf beginnt. Kurz danach sollte die "Fachbereichs-Aktivierung" abgeschlossen werden.

Sobald das Grobkonzept verabschiedet ist, kann es dem Fachbereich vorgestellt werden. Inhalt und Qualität dieser Information bilden Meinungen bei den Anwendern. Zwei Statements der Geschäftsleitung besitzen dabei besondere Bedeutung:

- Was verspricht man sich von der neuen Anwendung für das Unternehmen und die Mitarbeiter?

- Welche erhöhte Einsatz- und Kreativitätsbereitschaft verlangen das Projekt und die Geschäftsleitung von jedem?

Es empfiehlt sich, den Betriebs- beziehungsweise Personalrat möglichst früh einzubinden. Dies erfordert nicht nur klare Vorstellungen über den weiteren Fortgang, sondern auch viel Fingerspitzengefühl. Hier wird man unternehmensspezifisch vorgehen müssen.

Legende

MAK Management-Aktivierung zu innovativer, strategischer DV-Planung

FAK Fachbereichs-Aktivierung zu effizienter Anwendungs-Entwicklung (Führungskräfte und Mitarbeiter)

FEP Fachbereich im Entwicklungsprojekt (Koordinatoren)

MPA Methodische Projektarbeit (Projektleiter und Entwicklungsteam)

PM Projekt-Management (Projekt-Verantwortliche)

EA Effektives Arbeiten (selektiert Management und/oder DV-Mitarbeiter).

*Hans-Herbert Buhl ist als Bereichsleiter Ausbildung bei der Systor GmbH in Stuttgart tätig. Zu diesem Themenbereich veranstaltet die Systor GmbH, Stuttgart, vom 13. bis 15. November 1985 in Frankfurt/Main einen Kongreß unter dem Motto "Innovatives Informationsmansgement und strategische Aufgaben".

Informationen: Systor GmbH, Mörikestraße 58, 7024 Filderstadt, Telefon: 0 71 52/7 24 24.