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Studie "High Technology and Human Freedom":


16.12.1983 - 

Auch USA befürchten negative Technik-Folgen

WASHINGTON (cw) - Neun von zehn Amerikanern stehen neuen Technologien kritisch gegenüber. Zwar sind sie einerseits der Ansicht, daß insbesondere Computer ihre Lebensqualität erhöhen können, doch befürchten sie andererseits, daß ihre Jobs, ihr Privatleben und die Zukunft ihrer Kinder bedroht sind. Zu dieser Kernaussage kommt eine Studie der Louis Harris Associates Inc.

Grundwerte wie persönliche Freiheit und Schutz der Privatsphäre stellen die befragten Amerikaner in Rang Eins ihrer Werteskala. Nach Aussage der Studie mit dem Titel "High Tehnology and Human Freedom" seien die US-Bürger fest entschlossen, diese Grundfesten um jeden Preis zu verteidigen. Sie fordern deshalb von den Verantwortlichen über die zu erwartenden negativen Projekte des Informations-Zeitalters (...)kunft und wollen wissen, mit welchen tatsächlichen Veränderungen sie angesichts der gewaltigen Fortschritte von Wissenschaft und Technologie rechnen müssen.

Offenbar befinden sich die Amerikaner in einem Zwiespalt. Von den über 1200 nach dem Zufallsprizip ausgesuchten, befragten Privatpersonen und 400 führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens (...)en immerhin knapp die Hälfte (...) einem Computer umgehen. Jeder zehnte besitzt sogar einen eigenen Home Computer und knapp vierzig Prozent sind davon überzeugt daß sie in den nächsten fünf Jahren einen Mikrocomputer kaufen werden.

Der Präsident des Marktforschungsunternehmens, Louis Harris, warnte anläßlich eines Symposiums allerdings vor der Gefahr eines wachsenden Sozialgefälles. Zwei Drittel der Besserverdienenden (über 35 000 Dollar Jahreseinkommen) können mit einem Rechner umgehen, während in den schwächeren Einkommensklassen (unter 7500 Dollar) nur etwa ein Fünftel in dem Fragebogen diese Fähigkeit angeben.

Interessant ist auch das Altersgefüge: Knapp zwei Drittel der Computer-Kundigen sind unter 30 Jahre alt. Eine wesentliche Rolle spielt auch die Ausbildung, denn 70 Prozent der DV-Freaks haben einen akademischen Grad.

Die Hauptsorge der Befragten gilt, so Harris der Vereinnahmung ihres Privatlebens durch den Computer. 77 Prozent der Amerikaner fürchten, daß "Orwell 1984" wahr wird. Vor fünf Jahren machten sich nur 64 Prozent darüber Gedanken. Die drei Bereiche, in denen die Amerikaner den Datenschutz am meisten gefährdet sehen, sind die Auskunfteien, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen.

Einig sind sich die Befragten darin, daß der Mißbrauch persönlicher Daten gesetzlich geahndet werden sollte. Darüber hinaus verlangen sie, jede Behörde und auch Privatperson anzuklagen, die personenbezogene Daten unbefugt weitergibt. Ferner sollten alle Unternehmen, die untereinander derartige Daten austauschen, ihre Lizenz verlieren.