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29.03.1985 - 

Miete und Leasing stehen kurzfristigen Entscheidungen oft im Wege:

Auch Verträge können Innovation hemmen

Für die Finanzierung von Telefonnebenstellenanlagen bieten sich im wesentlichen drei Möglichkeiten: Miete, Leasing und Kauf. Üblicherweise wird von den großen am Markt bekannten Herstellern starr nach Preisliste ausschließlich ein Zehn-Jahres-Mietvertrag angeboten.

Die Preislisten, die dabei vorgelegt werden, sind durch eine Rahmenregelung mit der Deutschen Bundespost entstanden und sollten für ein einheitliches Preisgefüge am Markt sorgen. Das dem nicht so ist, beweisen tagtäglich die sogenannten "kleinen" Telefonanlagenanbieter, die sich neben den großen bekannten Namen am Markt tummeln und neben Flexibilität noch bis zu 50 Prozent günstigere Angebote bei gleichen Leistungen anbieten.

Ein Unternehmen, das sich heute zur Anschaffung einer Telefonnebenstellenanlage entschließt, ist daher gut beraten, wenn es Vergleichsangebote einholt. Doch auch das "richtige" Verhandeln kann noch erhebliche Kosteneinsparungen bringen; aber Vorsicht:

Gerne werden gerade von den großen bekannten Anbietern sogenannte "Mietfreiheiten" von bis zu 24 Monaten und kostenlose Installation offeriert. Wenn hier nicht richtig verhandelt wird, hat der Interessent keinen Zehn-Jahres-, sondern schon einen Zwölf-Jahres-Mietvertrag abgeschlossen. Es kann aber noch ärger kommen, wenn beispielsweise nach zwei bis drei Jahren die installierte Nebenstellanlage erweitert werden soll, zum Beispiel in Richtung ISDN: Die Vertragslaufzeit verlängert sich zum neuen Endmietzeitpunkt nach zehn Jahren!

Die sogenannten "kleinen" Anbieter machen ihre Geschäfte in der Regel mit Leasingverträgen.

Im Leasinggeschäft haben sich drei Vertragsformen bewährt. Die für das Finanzierungsleasing typische Aufgabenstellung zwischen Leasingnehmer und Leasinggeber ist für alle Vertragsformen gleich: Der Leasinggeber stellt dem Leasingnehmer die Nutzung der Telefonnebenstellenanlage zur Verfügung und übernimmt die Finazierung und trägt das damit verbundene Finanzierungsrisiko. Der Leasingnehmer zahlt mit den Mieten und eventuellen Restwerten der Anschaffungskosten des Leasingobjektes und trägt gleichzeitig das unternehmerische Risiko.

Die Leasingverträge beinhalten Vereinbarungen über den Leasinggegenstand, der während der Leasingzeit im Eigentum des Leasinggebers verbleibt. In Anlehnung an die Abschreibungszeit wird der Vertrag auf eine bestimmte Dauer fest abgeschlossen. Die Laufzeit des Leasingvertrages beginnt mit der Abnahme des Leasinggegenstandes durch den Leasingnehmer. Dem Leasingnehmer obliegt es, den Leasing-Gegenstand in ordnungsgemäßem und betriebsfähigem Zustand zu halten und gegen die betriebsüblichen Risiken zu versichern.

Die mit dem Leasinggegenstand verbundenen technischen und wirtschaftlichen Risiken trägt allein der Leasingnehmer, da er das Leasingobjekt nach seinen betrieblichen Erfordernissen selbst ausgesucht hat.

Etwaige Mängelansprüche am Leasinggegenstand müssen vom Leasingnehmer direkt dem Lieferanten gegenüber geltend gemacht werden. Die Leasinggesellschaft tritt in der Regel alle Garantie- und Gewährleistungsansprüche an den Leasingnehmer ab.

Teilamortisationsverträge

Ein Abschluß eines Teilamortisationsvertrages bietet sich immer dann an, wenn der Leasingnehmer während der Vertragslaufzeit eine möglichst niedrige finanzielle Belastung anstrebt und nicht unbedingt an einer Weiternutzung des Leasinggegenstandes nach Vertragsablauf interessiert ist.

Der Leasingvertrag wird über eine unkündbare Laufzeit abgeschlossen, die in der Regel zwischen 70 und 90 Prozent der steuerlichen Abschreibungszeit liegt. In dieser fest vereinbarten Vertragslaufzeit decken die monatlichen Leasingraten nicht die Anschaffungskosten des Leasinggegenstandes. Durch diese Verlagerung eines Teiles der Anschaffungskosten an das Ende der Vertragslaufzeit ergibt sich für den Leasingnehmer ein besonderer Finanzierungseffekt mit einer kostengünstigen Gesamtbelastung während der Vertragslaufzeit. Am Ende des Vertragszeitpunktes ergeben sich für den Leasingnehmer dann Handlungsalternativen, wie die Vertragsverlängerung zu reduzierten Leasingraten, der Kauf des Leasingegenstandes zum beim Vertragsabschluß vereinbarten Restwert oder gar die Rückgabe des Leasinggegenstandes an den Leasinggeber.

Ein Vollamortisationsleasingvertrag ist besonders dann geeignet, wenn der Leasingnehmer am Ende der Vertragslaufzeit in seiner Entscheidung über die weitere Handhabung frei sein will.

Dieser Vertragstyp wird über eine unkündbare Laufzeit geschlossen, die aufgrund der steuerlichen Vorschriften zwischen 40 und 90 Prozent der steuerlichen Abschreibung liegt. Innerhalb der fest vereinbarten Vertragslaufzeit werden mit den monatlichen Leasingraten die Anschaffungskosten des Leasinggegenstandes amortisiert.

Kündbare Leasingverträge

Beim Abschluß eines Leasingvertrages kann es beispielsweise unmöglich sein, schon zu diesem Zeitpunkt die Notwendigkeit späterer Maßnahmen, wie Leistungsverbesserungen oder Anlagenerweiterungen, vorauszusagen.

Leasingverträge sollten daher auch die Möglichkeit bieten, spätere Entscheidungen zu berücksichtigen. Die Entscheidung für die Erweiterung oder den Austausch der Telefonnebenstellenanlage bedeutet oft auch die Bestätigung der bisherigen Planung.

Bei Telefonnebenstellenanlagen, die einem schnellen technischen Fortschritt unterliegen, bietet sich der kündbare Leasingvertrag an. Dieser Vertrag ermöglicht dem Leasingnehmer eine langfristige Planung, da die Vertragslaufzeit auf unbestimmte Zeit ausgerichtet ist.

Der Leasingnehmer hat das Recht den Vertrag nach einer Laufzeit von 24 Monaten jeweils halbjährlich mit einer Frist von sechs Monaten zu kündigen. Dabei wird allerdings eine bei Vertragsabschluß fest vereinbarte Abschlußzahlung an den Leasinggeber fällig. Gibt der Leasingnehmer den Leasinggegenstand zurück, so wird ihm bis zu 90 Prozent des Verkaufserlöses gutgeschrieben. Diese Gutschrift kann entweder mit der zu leistenden Abschlußzahlung verrechnet werden oder bei Abschluß eines neuen gleichartigen Leasingvertrages auf die Abschlußzahlung angerechnet werden. Ein die Abschlußzahlung übersteigender Verwertungserlös kommt dem Leasingnehmer bei der Festsetzung der neuen Leasingraten außerdem zugute.

Leasing bringt so beträchtliche Einsparungen - ohne Verlust an Flexibilität. Leasing schützt auch vor Überalterung, wenn nach einer Leasingverlängerung innerhalb des steuerlichen Abschreibungszeitraumes das Umsteigen auf eine neue Telefonnebenstellenanlage gewählt wird, da mit zunehmendem Lebensalter Kosten für Instandhaltung und Verschleiß progressiv ansteigen.

Vertragsdauer und Zahlungsplan sollten daher so strukturiert sein, daß Erweiterungen und ursprüngliche Anlage "zum selben Zeitpunkt aus dem Vertrag gehen".

Da Leasing aber nur als Mittel der zusätzlichen Kapitalbeschaffung angesehen werden kann, sind die Nachteile im praktischen Bereich zu suchen: Leasingverträge, wie vor beschrieben, setzen sich aus strengen Bedingungen zusammen. Es wird in Leasingverträgen festgelegt, daß die gesamte Kapitaleinlage zuzüglich Zinsen zurückgezahlt werden muß. Wenig oder gar keine Kostenreduzierung gibt es im Falle einer vorzeitigen Ablösung des Vertrages. Die Kaufoption ist unter erschwerten Bedingungen - nach 24 Monaten - erst möglich, da die Leasinggeber im ersten Jahr steuerlich begünstigte Abschreibungen in Anspruch nehmen, um in ihren Steuerbilanzen möglichst niedrige Gewinne ausweisen zu müssen.

Was ist demnach zu tun um Innovationshemmnisse zu beseitigen?

Empfehlung für den Abschluß eines 54-Monats-Leasingvertrages für die Telefonnebenstellenanlage: Wird in dem Vertragszeitraum beispielsweise dann nach 36 Monaten festgestellt, daß eine der technologischen Entwicklung angepaßte Telefonnebensstellenanlage installiert werden sollte, so muß der Leasinggesellschaft über den Ankauf der Anlage und mit dem Lieferanten der Verkauf an diesen verhandelt werden bei gleichzeitigem Abschluß eines Leasingvertrages über die mit neuer Technik ausgestatteten Anlage.

Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, daß hier sogar noch Einsparungen möglich sind: Die Leasinggesellschaft verkauft beispielsweise zum Restwert von 15 000,- Mark und der Telefonlieferant kauft für 20 000,- Mark die Altanlage. Diese so angekaufte Altanlagen gehen als preisgünstige Gebrauchtanlagen erneut in den Markt und finden in der Regel auch ihre Abnehmer. Ist ein Verkauf beziehungsweise eine Vermietung im Inland nicht möglich, kommen diese Anlagen auf einem Drittländermarkt zum Angebot.

Diese Möglichkeiten bieten Mietverträge mit den bekannten Telefonanbietern nicht. Vielmehr sind die Vertragsbedingungen in der letzten Zeit sogar für den Kunden noch unangenehmer: Ein Mietvertrag kann zwar während der Laufzeit gegen einen neuen Mietvertrag geschlossen werden, wenn die bei Vertragsabschluß vereinbarten Restmieten gezahlt werden. Wechselt man jedoch die Telefonbaufirma, so sind die Mietverträge voll zu erfüllen, das heißt, alle Mieten bis zum Vertragsendpunkt werden fällig.

Bei Leasing bleibt dagegen Vertragspartner die Leasinggesellschaft, und bei Wechsel zu einem anderen Telefonlieferanten kann man mit diesem gut über die Altanlage verhandeln.

*Norbert Marx ist freier EDV-Berater in Erding.