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20.04.2001 - 

Zu stark von Werbeeinnahmen abhängig

Auch Yahoo spürt den Druck

MÜNCHEN (CW) - Der Internet-Konzern Yahoo hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001 die Wallstreet-Erwartungen knapp übertreffen können. Trotzdem ist längst nicht alles im Lot bei der einstigen Vorzeigefirma: Um Kosten zu sparen, entlässt sie jeden achten Angestellten.

Die gute Nachricht vorweg: Analysten hatten erwartet, dass das Internet-Portal Yahoo das erste Quartal des Geschäftsjahres 2001 mit einem ausgeglichenen Ergebnis abschließt. Die Hürde wurde von den Kaliforniern locker genommen, wenn auch nur ein Nettogewinn von 7,6 Millionen Dollar oder einem Cent je Aktie erzielt wurde. Also alles in Ordnung?

Keineswegs, denn die Wallstreet-Erwartungen waren von Yahoo im ersten Quartal gleich zweimal empfindlich gedämpft worden. Am 11. Januar hatte das Unternehmen verkündet, dass statt der ursprünglich prognostizierten 57 Cent Gewinn pro Aktie lediglich zwischen 33 und 43 Cent zu erwarten seien. Am 7. März legte Yahoo nach und sprach plötzlich nur noch vom Breakeven für das Quartalsende zum 31. März. Grund sind die sinkenden Ausgaben für Online-Werbung, die das Unternehmen besonders hart getroffen haben.

Netto auf dem NullpunktSo lag der Umsatz im ersten Quartal bei 180 Millionen Dollar, rund 50 Millionen Dollar weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auch die 7,6 Millionen Dollar Nettogewinn büßen einiges an Glanz ein, denn von Januar bis März 2000 waren mehr als 60 Millionen Dollar in der Kasse übrig geblieben. Und der Trend scheint sich fortzusetzen: Im laufenden Quartal geht Yahoo von 165 bis 180 Millionen Dollar Umsatz aus, der Nettogewinn verharrt auf dem Nullpunkt, und das Ebitda-Ergebnis soll sogar knapp im Minus liegen.

Als Reaktion auf die anhaltende Flaute greift das Management in den eigenen Reihen hart durch und entlässt rund zwölf Prozent der Belegschaft. Etwa 3100 Mitarbeiter stehen momentan auf den Gehaltslisten, rund 400 sollen die Firma verlassen. Die betroffenen Geschäftsbereiche wurden offiziell noch nicht benannt, denn die Angestellten sind bislang nicht unterrichtet worden. Durch die Entlassungen werden nach Angaben von Finanzchefin Susan Decker sieben bis neun Millionen Dollar pro Quartal eingespart.

Yahoo versucht, weniger abhängig von Werbung zu werden. Im vergangenen Jahr betrug deren Umsatzanteil etwa 90 Prozent, künftig sollen maximal 80 Prozent über Banner und vergleichbare Formate eingespielt werden. Das Hauptproblem ist die konjunkturelle Abhängigkeit der Werbebranche, die sich direkt auf den Umsatz von Firmen wie Yahoo niederschlägt. Ein erster Schritt in die geplante neue Richtung war jüngst die Allianz der Firma mit SAP bei Enterprise-Portalen.

Ob Yahoo dadurch wieder in ein ruhigeres Fahrwasser kommen kann, bleibt fraglich. Neben den Sorgen über das Geschäftsmodell plagt die Company auch ein ernstes Management-Problem: Für den scheidenden CEO Tim Koogle ist immer noch kein Ersatz gefunden worden. Zudem muss die Vorsitzende des internationalen Geschäfts, Heather Killen, ihren Platz räumen. Sie folgt damit ihren Kollegen Savio Chow (Asien), Mark Rubinstein (Kanada), Jin Youm (Südkorea) und der Ex-Europa-Chefin Fabiola Arredondo, die in den letzten Monaten das Unternehmen freiwillig verlassen haben.