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25.04.2003 - 

Erster XI-Anwender in Europa

Audi macht aus der Not eine Tugend

MÜNCHEN (rg) - Als erster europäischer Anwender implementiert Audi die Integrationsplattform "Exchange Infrastructure" (XI) von SAP. In einem standortübergreifenden Projekt lösen die Autobauer rund 150 Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zwischen verschiedenen IT-Systemen ab.

"Audi hat heute eine an Heterogenität kaum zu übertreffende Systemlandschaft", fasst Matthias Schlapp vom SAP Competence Center bei Audi die Ausgangslage zusammen. Das Unternehmen setzt 450 IT-Systeme ein, die über rund 50 000 Schnittstellen miteinander verbunden sind. "Das werden wir mittelfristig nicht mehr beherrschen können", begründet Schlapp das EAI-Engagement des Automobilherstellers. Neben der Senkung des Wartungsaufwands für existierende Schnittstellen steht die schnellere Implementierung neuer Interfaces im Zentrum der Bemühungen.

Konkreter Auslöser für die Integrationsinitiative war das SAP-Einführungsprojekt "Gemini". Dabei geht es um die Ablösung mehrerer Dutzend Systeme für die Bereiche Finanzen/Controlling und Logistik mittels SAP R/3. An diesem Projekt sind die Standorte Ingolstadt und Neckarsulm sowie das größte Motorenwerk des VW-Konzerns im ungarischen Györ beteiligt. In diesem Rahmen galt es, rund 150 Schnittstellen zwischen den neuen R/3-Instanzen zu den weiterhin betriebenen Systemen zu erstellen.

"Wir standen vor der Wahl, diese Schnittstellen bidirektional abzubilden und dafür jeweils in den sendenden und empfangenden Programmstellen zu programmieren oder einen zentralen Ansatz wie die Exchange Infrastructure zu nutzen, und haben uns dann für das Ramp-up-Verfahren mit der SAP entschieden", so Schlapp.

XI gewinnt Benchmark-Test

Zuerst hatten die Ingolstädter ein kleines Forschungsprojekt initiiert und die typischen Audi-Schnittstellen und Host-Technologien ausprobiert. Es diente der Prüfung, ob sich mittels XI die wesentlichen Schnittstellen-Typen des Automobilherstellers realisieren lassen. Darüber hinaus wollte Audi entsprechendes Know-how aufbauen. Für einen Benchmark wurden einige synchrone Schnittstellen parallel mit einem Message-orientierten Punkt-zu-Punkt-Ansatz und mit XI erstellt. Der Test sei positiv verlaufen, weitere Schnittstellen hätten nahezu ohne Mitwirkung eines SAP-Beraters durch Audi-Mitarbeiter konfiguriert werden können, so Schlapp. Daneben gab es für Audi weitere Gründe, die SAP-Lösung den Produkten anderer Anbieter vorzuziehen, obwohl die Walldorfer nicht zu den EAI-Pionieren zählen. Laut Schlapp hat der Softwarehersteller die späte Stunde genutzt, um ein ausgereiftes Konzept umzusetzen. "Außerdem betreiben wir auf einer Seite immer R/3-Systeme. Deswegen trauen wir SAP hier etwas mehr zu als den anderen EAI-Anbietern." Ferner habe man nicht in Hard- und Softwareplattformen investieren müssen, da XI auf dem Web Application Server (WAS) laufe, der auch die Basis für die anderen im Unternehmen genutzten SAP-Systeme sei. Dadurch könne Audi auf internes Know-how zurückgreifen.

Auch die bereits bekannten Supportstrukturen hätten gegen die Lösung eines Drittanbieters gesprochen. "So habe ich zumindest die R/3-Seite und die Integrationsplattform aus einer Hand und spare mir damit einen zusätzlichen Ansprechpartner."

Als Audi im Juni 2002 begann, XI zu installieren, gab es zunächst einige Probleme. Die Lösung war in der ersten Version für Windows NT gescriptet und getestet. "Vor uns hatte das auf HP-UX bestimmt noch niemand probiert", so Schlapp. Die Installation sei in den ersten vier Wochen deutlich schwieriger gewesen als erwartet. Die Machbarkeitsstudie mit XI 1.0 konnte im September abgeschlossen werden. Mitte Dezember war Audi dann auch der erste Ramp-up-Kunde für die Version 2.0, wobei es anfangs wieder zu ähnlichen Installationsproblemen kam.

Im Februar konnte die Konfiguration für den Standort Ingolstadt fertig gestellt werden, derzeit laufen umfangreiche Integrationstests. Anfang Juli dieses Jahres soll das System den Produktivbetrieb aufnehmen. Parallel konfiguriert Audi weitere Schnittstellen für den Standort Györ, die jedoch erst Januar 2004 in Betrieb genommen werden. Insgesamt zieht Schlapp ein positives Resüme: "Das System war von Anfang an ausreichend performant und stabil."

Weitere Projekte geplant

Parallel läuft beim VW-Konzern in der Sparte Financial Services (FS AG) ein weiteres Integrationsprojekt auf XI-Basis. Darüber hi-naus wird XI in weiteren SAP-Projekten, beispielsweise im Bereich CRM und der Konsolidierung bestehender SAP-Business-Connector-Lösungen, zum Einsatz kommen. Der Konzern formuliert derzeit eine EAI-Strategie, die vo-raussichtlich in der Festlegung auf zwei Anbieter münden wird.