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18.05.1979

Audiatur et altera pars:Fließbandarbeit im Büro?

HAMBURG (pi) - Unter der provokativen Frage "Fließbandarbeit im Büro"? warnt eine DAG-Wandzeitung vor den Folgen unkontrollierter Rationalisierung durch Daten- und Textautomaten im Bürobereich. Die DAG stützt sich dabei auf einen Forschungsbericht des Bundesarbeitsministeriums. Eine Umfrage der Angestellten Gewerkschaft in Hamburger Betrieben (vergleiche COMPMWOCHE Nr. 18 vom 4. Mai 1979) hat ergeben, daß Bildschirmarbeit unter ungünstigen Bedingungen krank machen kann. Deshalb fordert die DAG - in einem teilweise polemischen Text - die Mitbestimmung der betroffenen Arbeitnehmer bei der "Gestaltung" der Bildschirmarbeit in einem umfassenden Sinne. Paritätisch beschlossene Richtlinien für die Arbeit an Bildschirmen existieren bereits, zum Beispiel bei MBB in München (vergleiche COMPUTERWOCHE Nr. 18 vom 4. Mai 1979). Hier der Wortlaut der DAG-Wandzeitung:

Rationalisierung im Büro

Der Einsatz von elektronischer Daten- und Textverarbeitung, automatischen Textautomaten, Buchführungsautomaten etc. ist Rationalisierung. Arbeitgeber erwarten dadurch Produktivitätssteigerungen bis zu 400 Prozent.

Der Mensch darf nicht als Kostenfaktor betrachtet werden. Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens und Rationalisierungsmaßnahmen müssen im gleichen Maße dem Arbeitnehmer dienen. Technischer Fortschritt darf in keinem Fall zu einem sozialen Rückschritt für die Arbeitnehmer führen.

In einem Forschungsbericht des Bundesarbeitsministeriums ist festgestellt worden:

Datensichtgeräte

þgefährden Arbeitsplätze

þverstärken den Streß am Arbeitsplatz

- führen zu weiterer Monotonie der Arbeit

þmachen berufliche Bildung wertlos

þbieten keine Aufstiegschancen

Deshalb muß bei der Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen

þRücksicht auf die körperlichen und geistigen Bedürfnisse genommen werden

þgesundheitliche Gefährdungen ausgeschlossen werden

þgewährleistet sein, daß Arbeitnehmer nicht zu Maschinen werden

þdafür gesorgt werden, daß berufliche Qualifikation dem Arbeitnehmer nützt und Aufstiegschancen bestehen bleiben

Deshalb fordert die DAG:

þErhaltung von Arbeitsplätzen

þAbschluß von Rationalisierungsschutzabkommen beziehungsweise Betriebsvereinbarungen

þStärkung der Beteiligung der Betriebsräte bei Einführung und Anwendung neuer Techniken

þSchutz der Arbeitnehmer vor gesundheitlichen Gefährdungen

a) Recht auf ärztliche Untersuchung

b) Begrenzung der Arbeitszeit an Datensichtgeräten

c) Einsatz nur von wissenschaftlich geprüften technischen Geräten und Arbeitsmitteln

þMitbestimmung der betroffenen Arbeitnehmer bei der Arbeitsplatzgestaltung.