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05.11.2015 - 

Was Geocaching bewirkt

Auf bald im Wald

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Wird der neue Volkssport Geocaching der Gesundheit der Deutschen guttun? Betrachtungen zum Thema von Helmut König.

Wenn Krankenkassen und die Bundesregierung das Gesundheitsbewusstsein und Gemeinwohl der Bevölkerung unterstützen wollen, sollten sie sich neben anderen Sportarten intensiv mit Geocaching beschäftigen. Eine Generation von Coach Potatoes verlässt im Moment seine bequemen Sofas und begibt sich auf Erkundung in den Wald - und das bei fast jedem Wetter. Auch erste Unternehmen fangen an, diesen Sport zu nutzen, um das Wissen um den eigenen Markt auf neuen Plattformen zu verbreiten.

Ob im Sommer oder Winter: Geocaching fördert die körperliche Fitness und die geistige Aktivität.
Ob im Sommer oder Winter: Geocaching fördert die körperliche Fitness und die geistige Aktivität.
Foto: travelpeter - fotolia.com

Als eine Art elektronische Schatzsuche ist Geocaching ein Thema, was sich im Moment überall auf der Welt rasant verbreitet. Eigentlich ist es eine Art von zielgerichtetem Spazieren gehen. Es lässt sich auf die vielfach bekannte "Schnitzeljagt" zurückführen, die anhand von versteckten Hinweisen zumeist in der freien Natur nach und nach zu einem Ziel führt. Man nutzt dazu heute Navigationsgeräte oder Smartphones, es ist aber auch mit Landkarte und Kompass möglich. Geocaching basiert auf versteckten Objekten, deren Koordinaten über das Internet bekannt gegeben werden und gefunden werden können. Jeder Mensch kann dabei Verstecke anlegen und jeder Mensch kann diese Verstecke finden. Startschuss war das Jahr 2000, als die künstliche Verschlechterung des GPS Signals durch die amerikanische Regierung abgeschaltet wurde und genaue Navigation möglich wurde. Zehn Gründe, warum diese Sportart der Gesamtgesundheit der Bevölkerung gut tun wird:

Zehn Gründe, warum Geocaching wichtig ist

Grund 1: Geocaching weckt den Jäger und Sammler in uns; die Jagd nach dem Schatz, das positive Erlebnis des Entdeckens, die Freude über einen schönen Fund treibt den Cacher voran, das nächste Versteck zu finden. Er ist ständig und oft lange unterwegs, wobei das Verstecken und Finden an grundsätzliche Regeln, besonders in Bezug auf den Schutz der Natur gebunden ist.

Grund 2: Die Vielfalt der verschieden Möglichkeiten macht das Spiel abwechslungsreich - ob normale Verstecke, Verstecke mit Rätseln, Bildersuche und viele andere Möglichkeiten - man findet etwas für jeden Geschmack.

Grund 3: Geocaching gibt es in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, damit eignet es sich für jede Altersstufe und für jeden Fitnessgrad. Es fördert sowohl die sportliche Fitness als auch die geistige Aktivität.

Grund 4: Das Spiel kann man gleich nebenan beginnen; Weltweit wird die Anzahl der Verstecke auf etwa 2.500.000 geschätzt, davon in Deutschland ca. 340.000. Zumeist ist der nächste Cache nur ein paar Hundert Meter vom eigenen Wohnort entfernt. Der Sport ist so gut wie nicht organisiert, einen Verband gibt es nicht, hier entsteht eine neue andere Form der Gemeinsamkeit.

Grund 5: Das Spiel ist unendlich; die Versteckmöglichkeiten sind so zahlreich, dass einem Sportler nicht so rasch die Ideen ausgehen. Zumeist kann man im nahen Umfeld schon Jahre verbringen, ohne dass einem die Verstecke ausgehen. Das gilt für zuhause genauso wie für den Urlaub.

Grund 6: Geocaching fördert die Kreativität und das Mitgestalten; durch die Tatsache, dass man selbst aktiv eigene Verstecke anlegen kann, entstehen unglaublich schöne und interessante Verstecke, die von Menschen entwickelt werden, denen man das und die sich das vielleicht nie zugetraut hätten.

Grund 7: Das Spiel unterstützt den Familienzusammenhalt; für Frauen und Männer gleichermaßen geeignet ist es eine Sportart, die man gemeinsam ausüben kann. Durch den Spannungseffekt und durch die vielen Kinderverstecke werden Kinder stark motiviert, gemeinsam auf Schatzsuche zu gehen. Das Spiel ist aber kein Rudelsport, Cachergruppen von mehr als 6 Personen sind sehr selten.

Grund 8: Geocaching unterstützt die regionale Verbundenheit; warum in die Ferne schweifen….. Cacher finden im direkten Umfeld des eigenen Wohnorts eine Fülle an schönen Plätzen, die sie noch nie besucht haben. Gleichzeitig motiviert das System, immer wieder neue Plätze in der Umgebung aufzusuchen.

Grund 9: Durch die Beschreibung der Plätze, Gebäude oder geologischen Formationen, an denen die Verstecke liegen, entsteht neues Wissen durch den, der dieses Wissen erarbeitet und durch den, der dieses Wissen abrufen muss, um den Cache zu finden.

Grund 10: Geocaching fördert die Kommunikation und das Umweltbewusstsein; bei Events trifft man zwanglos andere Cacher, bei sogenannten Citos (Cache in Trash out) treffen sich Cacher, um gemeinsam regelmäßig Müll zu sammeln.

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