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19.02.1988

Auf dem Anwenderkongreß Uniforum in Dallas angekündigt:Amdahl entwickelt Schnittstelle zu Sun-Unix

DALLAS/MÜNCHEN (CW) - Der im Workstation-Markt führende Unix-Anbieter Sun Microsystems Inc. arbeitet jetzt mit der Amdahl Corp. zusammen, die als einziger Hersteller IBM-kompatibler Mainframes über eine eigene Unix-Version verfügt. Amdahl plant die lntegration von Komponenten des SunUnix SunOS in das eigene UTS.

Für den Geschäftsführer der Sun Microsystems GmbH in Unterföhring; Helmut Krings, ist der Vertrag des kalifornischen Mutterunternehmens mit Amdahl Bestandteil der Strategie, "aus dem Unix-Markt einen Markt zu machen - gegen die herstellereigenen Betriebssysteme MVS und VMS". Durch diverse Kooperationsverträge, unter anderem mit dem Amdahl-Rivalen National Advanced Systems (NAS), versucht Sun, die eigenen Unix-Entwicklungen zum Industriestandard zu machen. Vor einigen Wochen hatte sich die AT&T Corp., die in der Nachfolge der Bell Laboratories die Rechte an Unix hält, als Minderheitsaktionär an Sun beteiligt.

Technisch gesehen geht es bei dem Amdahl-Sun-Pakt um die Entwicklung von Kommunikationssoftware-Modulen, mit deren Hilfe Anwender von Sun-Workstations direkten Zugriff auf Amdahl-Mainframes bekommen. Als wichtigste Zielgruppe verstehen die Anbieter ihre bisherige Klientel im technisch-wissenschaftlichen Bereich; von Einzelfällen abgesehen - etwa bei Brokern - sind weder SunOS- noch UTS-Computer bei kommerziellen Anwendern installiert. Wenn es nach dem Willen der Vorstände geht, soll sich dies aber ändern: Amdahl-President Joseph Zemke hofft darauf, die Präsenz seines Unternehmens im technischwissenschaftlichen Markt zu stärken, sein Sun-Kollege Scott McNealy verspricht sich Zugang zum kaufmännischen Bereich.

Laut Sun-Deutschland-Chef Krings sind die ersten Produkte im dritten Quartal dieses Jahres zu erwarten. Gemäß der Kooperationsvereinbarung ist ein abgestimmtes Marketingkonzept vorgesehen, später auch ein koordinierter Vertrieb der Unix-Produkte. Als ersten Schritt auf dem gemeinsamen Weg wird Amdahl noch in diesem Jahr Suns Network File System (NFS), das den Datenzugriff über ein herstellerneutrales Netz erlaubt, in das neueste Release seines Unix-Derivats UTS portieren.

Der General Manager der Münchner Amdahl GmbH, Charles Ghyselinck, sieht durch die Kooperation zusätzliche Chancen, sich in der Bundesrepublik im bislang für den PCM-Anbieter unbedeutenden Unix-Geschäft (zwei Prozent des Umsatzes) einen Namen zu machen. "Wir haben Kunden in den Branchen Fahrzeugbau, Elektronikentwicklung sowie Luft- und Raumfahrt, denen eine solche Zusammenarbeit entgegenkommt", berichtet Ghyselinck. "Zur Zeit diskutieren wir das gemeinsame Vorgehen mit der deutschen Sun."

Zu den Herstellern, die auf dem Uniforum in Dallas Aufsehen erregten, gehören auch Apple und IBM. Der Macintosh-Hersteller präsentierte mit A-UX eine eigene Version des Universal-Betriebssystems. Big Blue ließ den Chef der PC-Abteilung Entry Systems Division, William Lowe, ein öffentliches Bekenntnis zu Unix ablegen (siehe Seite 4, "Big Blue bekennt sich zu Unix").