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14.06.1991 - 

Lünendonk-Liste sieht Software AG vor SAP und CA

Auf dem deutschen Softwaremarkt setzen sich Standardpakete durch

BAD WORISHOFEN (CW) - Zwar war die Darmstädter Software AG 1990 wie schon im Vorjahr das umsatzstärkste deutsche DV-Beratungs- und Software-Unternehmen, doch der Ranglistenzweite, die SAP AG, Walldorf, holt auf: Konnte die Software AG ihren Umsatz um knapp zehn Prozent auf 584 Millionen Mark hochschrauben, so wuchs das SAP-Geschäftsvolumen um mehr als 36 Prozent auf 501 Millionen Mark.

Eine Studie über die 25 größten Software- und Service-Unternehmen in Deutschland, herausgegeben vom Redaktionsbüro Lünendonk in Bad Wörishofen, dokumentiert die dominierende Stellung der Anbieter von Standardsoftware.

Verschiebungen in der Rangliste gegenüber dem Vorjahr hängen dabei weniger mit Veränderungen im Produktangebot als mit einer Reihe von Firmenübernahmen zusammen. So ist die Ursache für die außerordentliche Wachstumsrate der SAP AG nicht zuletzt im Zusammenhang, mit der Akquisition der bedeutenden deutschen Softwarehäuser Steeb und CAS zu sehen.

Deutlich internationaler ausgerichtet als SAP ist nach wie vor die Software AG, die mehr als drei Viertel ihres Umsatzes im Ausland erwirtschaftete. Die Walldorfer dagegen waren im Inland mit einem Umsatzvolumen von 293 Millionen Mark klar am stärksten, erzielten aber im Ausland nur knapp 42 Prozent ihres Geschäfts.

Ein Sprung in die Spitze der Top-25-Liste gelang der CA Computer Associates GmbH, Darmstadt, die ihre Marktposition im In- und Ausland durch die Übernahme verschiedener Anbieter - darunter Cullinet - festigen konnte und heute an dritter Stelle steht. CA hat seinen Umsatz um rund 35 Prozent auf nunmehr 216 Millionen Mark steigern können.

Die deutsche Tochtergesellschaft des US-Unternehmens überholte damit Cap Gemini SCS und die Ploenzke-Gruppe, die Umsätze von 191 beziehungsweise 182 Millionen Mark erwirtschafteten.

Der deutsche Markt für Software und DV-Dienstleistungen, so die Marktforscher, wuchs 1990 in den alten Bundesländern um zirka 16 Prozent. Dabei erhielten die traditionellen Software- und Service-Anbieter zunehmend Konkurrenz von Systemhäusern, Service-Rechenzentren, Unternehmensberatungen und nicht zuletzt von Hardware-Anbietern, die ihren Geschäftsrückgang im Hardwarebereich auf diese Weise auffangen wollen.

Da sich Lünendonk in seinem Marktüberblick auf Unternehmen beschränkt, die 1990 mindestens zwei Drittel ihres Umsatzes mit Software und Services erwirtschaftet haben, fanden diese Anbieter keine Berücksichtigung in der Statistik. Aus Gründen der Leistungsabgrenzung wurden DV-Dienstleister wie Datev oder Taylorix ebenfalls nicht mitgerechnet.

Auch das Daimler-Benz-Systemhaus Debis und die General-Motors-Tochtergesellschaft EDS, zwei Unternehmen, die ihre hohen Umsätze in erster Linie mit den Muttergesellschaften aus der Automobilbranche erwirtschaftet haben, wurden von den Statistikern nicht erfaßt. Die finanzkräftigen Firmen müssen sich laut Studie "am Markt noch beweisen".

Die 25 größten von Lünendonk berücksichtigten Software- und Service-Unternehmen in Deutschland decken mit einem Inlandsumsatz von 2,5 Milliarden Mark insgesamt zwölf Prozent der Nachfrage ab. Von dieser Summe bestreiten die Top Ten etwa die Hälfte. Die zehn größten Software- und Service-Anbieter haben jeweils mehr als 100 Millionen Mark Inlandsumsatz erwirtschaftet.

Die Empfehlung, ihr Geschäft stärker zu globalisieren, scheinen sich die Anbieter zumindest teilweise zu Herzen genommen zu haben: 27,5 Prozent des Gesamtumsatzes von 3,4 Milliarden Mark wurden mit ausländischen Kunden und Lizenznehmern erwirtschaftet - 1989 waren es noch 25,8 Prozent. Der Auslandsumsatz der 25 wichtigsten deutschen Software- und Service-Anbieter blieb aber auch 1990 deutlich unter einer Milliarde Mark.

Auch über die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen macht Lünendonk Angaben. In den Unternehmen der Top 25 arbeiten 13,5 Prozent mehr Angestellte als noch vor einem Jahr - im Vergleich zur Umsatzsteigerung ist diese Zahl als niedrig zu bewerten.

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Umsatz stieg denn auch um fünf Prozent von 229 000 auf 241 000 Mark.