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Trickreiche RZ-Leiter sparen bei Neuanschaffungen:

Auf dem Leasingmarkt handeln wie im Bazar

13.05.1983

MÜNCHEN - Budget-Grenzen zwingen DV-Chefs, Alternativen bei Neuanschaffungen auszuspähen. Eine Möglichkeit: der Leasingmarkt. Für trickreiche DV-Leiter eröffnen sich hier Chancen, günstige Preise mit den Gesellschaften auszupokern. Bei Summen von mehreren Millionen sollen selbst die größten Leasingunternehmen schwach werden.

Entscheidet sich der DV-Leiter für Leasing, startet er in der Regel zunächst eine offizielle Ausschreibung für die benötigten Produkte.

Seriosität und Beweglichkeit der Anbieter stellen sich heraus, wenn der Kunde die Maschinennummer der Anlage anfordert. Weigert sich ein potentieller Leasinggeber, kann man meist davon ausgehen, daß die Maschine noch nicht in seinem Besitz ist. Von daher ist es nicht verwunderlich, wenn mehrere Leasinggesellschaften die gleiche Maschinennummer anbieten.

Als hilfreich für den Kunden erweist sich jetzt ein gutes Verhältnis zu seinem Vertriebsbeauftragten. Dieser kann anhand der Nummer feststellen, ob die Anlage existiert, wo sie steht und seit wann sie in Betrieb ist.

Besonders der Installationszeitpunkt spielt bei Preisverhandlungen eine wichtige Rolle. Ist eine Maschine vier oder fünf Jahre alt, erhält sie der Leasinggeber voraussichtlich zu günstigen Kondditionen. Dieses Wissen hilft dem Innteressenten beim Feilschen um den Preis. Bei Einheiten dagegen, die erst vor einem Jahr aufgestellt wurden, gibt es wenig Spielraum, da das Leasingunternehmen selbst eine relativ hohe Summe zahlen muß.

Für große Unternehmen ist dabei interessant, sich jungen Leasingfirmen als Referenz anzubieten. Einen guten Namen auf der Referenzliste läßt man sich als Newcomer schon etwas kosten. Zudem konnten, zumindest noch für 1982, diese Leasinggesellschaften die volle Investitionszulage an ihre Kunden weitergeben. Bei dieser Zulage wird die investierte Summe des vergangenen Jahres mit denen der davor liegenden drei Jahre verglichen. Nur der im Vorjahr mehr investierte Betrag ist zulagenfähig. Wurde nun ein Unternehmen 1982 gegründet, oder war bisher nicht bereit zu aktivieren, ist kein Vergleichsvolumen vorhanden und es erhält die volle Zulage. Andererseits besteht natürlich bei einer Zusammenarbeit mit einem jungen Leasingunternehmen ein höheres Risiko als bei den Etablierten.

Auf Leasingerlaß achten

Von entscheidender Bedeutung ist es für den Kunden, nur Verträge abzuschließen, die dem Leasingerlaß entsprechen. Leasingerlässe sind Urteile, die von der Finanzbehörde zum Schutz des Kunden herausgegeben wurden. Sie besagen, wem das Eigentum zugerechnet wird, wer die Abschreibung durchführen und wer die Leasingrate absetzen darf.

Der Erlaß soll den Kunden vor Nachteilen bewahren, falls der Broker oder die Leasingfirma Konkurs anmelden oder vor der ersten Betriebsprüfung nicht mehr existent sind. Auch wenn es vertraglich zwischen den beiden Parteien festgelegt war, daß es sich um Miete handelt, ist der Gesetzgeber da anderer Meinung.

Die Folgen: Er muß seine gesamten Bilanzen revidieren und für ein paar Jahre Gewerbeertragssteuer nachzahlen.

Um nicht in dieses Desaster zu geraten, ist es wichtig, von einer etablierten Leasingfirma ein Vertragsmuster anzufordern. Mit dieser klassischen Vorlage kann sich der Kunde an einen Broker wenden, der billiger ist, den Austausch auch während der Lieferzeit gewährleistet und über Gebrauchtcomputer verfügt. Nun besteht die Möglichkeit, mit dem Broker oder einem jungen Leasinggeber einen Vertrag abzuschließen, wie ihn auch die Großen bieten.

Rabatte lassen sich aber auch mit etablierten Leasinggesellschaften aushandeln. Sie können beispielsweise ihre Aufträge in währungsschwache Länder umschreiben. Bis zum 25. April dieses Jahres gehörte auch England dazu. Die Differenz wurde jedoch inzwischen durch die Preisreduzierung in Deutschland ausgeglichen. Englische Order Diversions versucht man rückgängig zu machen, da die Maschinen jetzt in Deutschland billiger sind.

Immer jedoch gilt der Tip eines Leasing-Insiders: "Nicht von großen Namen einschüchtern lassen, sondern handeln wie im Bazar."