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15.01.1999 - 

Auf dem Weg zum größten europäischen ISP

Auf dem Weg zum größten europäischen ISP Cable & Wireless weckt das Interesse der Telekom

BONN/LONDON (CW) - Gerüchten zufolge will die Deutsche Telekom beim britischen Carrier Cable & Wireless einsteigen. Der Bonner Carrier könnte einen weiteren internationalen Partner gut brauchen, da die Telekom-Manager bei ihren internationalen Aktivitäten wie etwa Global One bislang keine glückliche Hand hatten.

Telekom-Chef Ron Sommer scheint seiner Ankündigung, daß die Zukunft der Telekom in internationalen Allianzen liege, Taten folgen zu lassen. So kursiert in Londoner Börsenkreisen das Gerücht, daß die Telekom Cable & Wireless übernehmen wolle. Nachdem Dick Brown, CEO des britischen Unternehmens, im letzten Monat zurücktrat, gilt der führungslose Carrier als Übernahmekandidat.

Die Börse reagierte auf die Spekulationen mit deutlichen Ausschlägen: Während die Dax-Notierung der Telekom fiel, stieg der Wert der Cable & Wireless-Aktien um fast elf Prozent. Sowohl Cable & Wireless als auch die Deutsche Telekom gaben zu den Spekulationen keinen konkreten Kommentar ab.

TK-Analysten wie Paul Ryb bei Banques Paribas in London bewerten eine Übernahme durchaus positiv. Laut Ryb wäre die Telekom mit der globalen Glasfaser-Infrastruktur von Cable & Wireless einer der weltweit größten Netzbetreiber. Gleichzeitig würden die Bonner, nachdem Cable & Wireless die Internet-Aktivitäten von MCI gekauft hat, Europas größter Internet Service Provider (ISP). Ein weiterer positiver Effekt des potentiellen Mergers wäre nach Angaben des Londoner Analysten eine Stärkung von Global One, dem leidgeprüften Joint-venture zwischen Telekom und France Télécom und Sprint.

Das Gemeinschaftsunternehmen geriet durch globale Allianzen wie die zwischen AT & T und British Telecom in Bedrängnis. Zudem schreibt das Joint-venture Zeitungsberichten zufolge nach wie vor rote Zahlen. So habe Global One 1998 bei einem Umsatz von 1,115 Milliarden Dollar einen Verlust von 485 Millionen Dollar hinnehmen müssen. Nach Steuern ergibt das ein Defizit von 809 Millionen Dollar.

Global One soll nicht die einzige unprofitable Auslandsbeteiligung der Telekom sein. Deshalb habe sich der Bonner Carrier auch von mehreren Beteiligungen an osteuropäischen Mobilfunkbetreibern getrennt. Darüber hinaus hätte die Telekom 1997 und 1998 in Asien große Beträge in den Sand gesetzt. "Letztlich", so Analyst Ryb, "war die Beteiligung der Telekom an dem ungarische Carrier Matav das einzig erfolgreiche Auslands-Engagement."