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16.06.2000 - 

Zu allem Überfluss: von der Außenwelt abgeschnitten

Auf der Expo 2000 streikt die Telekommunikation

MÜNCHEN (uo) - Wer dieser Tage bei der Expo 2000 Hannover GmbH anruft, bekommt zu hören: "Aufgrund technischer Probleme ist die Nummer nicht erreichbar." Das Pech des ohnehin in der Kritik stehenden Veranstalters der Weltausstellung ist hausgemacht.

Am Dienstag fiel die gesamte Telefonanlage aus. Der Grund: Überlastung des ISDN-Telefonnetzes. Zwar dauerte der Zusammenbruch nur zehn bis 15 Minuten, anschließend jedoch streikte die "Hicom"-Telefonanlage von Siemens immer wieder. Letztlich waren viel benutzte Rufnummern, etwa die der Pressestelle, nicht mehr erreichbar und mussten langfristig durch andere ersetzt werden.

Die IT-Abteilung der Expo-Gesellschaft macht für die Überlastung der Kommunikationsleitungen und der -anlage am Dienstag den Fehler eines Mitarbeiters verantwortlich. Als es darum ging, 300 Freikarten für ein Grönemeier-Konzert zu verlosen, habe er nicht wie vorgesehen eine Call-Center-Nummer, sondern eine normale Nebenstelle veröffentlicht.

Doch es spricht einiges dafür, dass der Telefonverkehr zur Weltausstallung von den Veranstaltern generell unterschätzt wurde. So funktioniert auch die Vermittlung von einem Verwaltungsgebäude in das andere - zwischen dem Europa- und dem Global House - nicht adäquat. Probleme verursacht zudem, dass die Mitarbeiter, die auf dem weitläufigen Expo-Gelände unterwegs sind, ihre Anrufe vom Büro auf ein Handy umleiten.

Die Telekom, die vor etwa drei Monaten das Netz einrichtete, lehnt jede Verantwortung für die Ausfälle ab. "Wir lieferten wie bestellt, und die Anlage funktionierte", sagt Stephan Broszio aus der Telekom-Pressestelle. Allerdings habe sein Unternehmen aufgrund von Erfahrungen aus EU-Veranstaltungen die Expo-Gesellschaft darauf hingewiesen, dass die Infrastruktur den vermuteten Ansturm zum Ausstellungsbeginn nicht verkraften könne. Doch erst Anfang vergangener Woche, als sich die Katastrophe anbahnte, habe die Expo einen Erweiterungsauftrag erteilt.

Bis zum Freitag vergangener Woche konnten bei 1000 Ports in der Telefonanlage 210 Mitarbeiter gleichzeitig telefonieren. Am Freitagabend, als der Rummel in der Expo-Verwaltung nach 19 Uhr nachließ, rüstete die Telekom die Kommunikationsanlage des Veranstalters mit 60 zusätzlichen Leitungen nach.

Außerdem soll es künftig eine Direktleitung zwischen den Verwaltungshäusern geben. Nach Angaben der Telekom kann diese nach wenigen Tagen installiert sein. Bis jetzt gehen die Anrufe von außen jedoch noch über einen Knoten ein. Die direkten Querverbindungen entlasten laut Broszio die Leitungen und Vermittlungsknoten und erhöhen damit die Kapazität der Anlage.

Offenbar haben die Expo-Veranstalter bei der Telefoninfrastruktur zu sehr geknausert. Darüber, ob die Nachrüstung teurer wird als eine Anlage, die von vornherein vernünftig dimensioniert gewesen wäre, schweigt sich der Telekom-Sprecher aus.