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04.05.1990 - 

Die Zukunft der Pariser Computermesse wird fraglich

Auf der Sicob fehlten dieses Jahr die wichtigen Hersteller

PARIS (zek) - Ernüchternd erwies sich der Versuch, die traditionsreiche französische Computermesse dieses Jahr als "Grand Sicob" zu präsentieren. Nicht einmal die Aufteilung in vier Teilmessen und die Kooperation mit der US-Messe Comdex konnten sie auf Weltniveau bringen.

Die Gliederung in vier Messen und die Kombination mit der Comdex-Europe sollten eigentlich dazu beitragen, daß die Sicob im 41. Jahr ihres Bestehens wieder mehr Bedeutung gewinnt, mehr Aussteller anzieht und somit den Besuchern mehr bietet. Außerdem wollte man nicht nur den französischen Markt ansprechen, sondern, - gerade mit der Comdex - Besucher aus ganz Europa in das Messegelände am Stadtrand von Paris locken. Doch schon im Vorfeld der Messe zeichnete sich ab, daß dieser Versuch fehlschlagen würde. Von den 15 größten DV-Herstellern mit Sitz oder Niederlassung in Frankreich hatten nur zwei - Alcatel und TRT-TI - Stände auf der Messe. Unternehmen wie IBM, Bull, Unisys, Apple, Compaq, Digital, Olivetti, Hewlett-Packard, NCR, Nixdorf, Siemens oder Rank Xerox fehlten. Die Goupil SA war der einzige größere französische PC-Hersteller, der auf der Messe vertreten war. Insgesamt zählte die "Grand Sicob" rund 850 Aussteller, die meisten davon aus den Bereichen Büroartikel und Vertrieb.

Als Gründe für ihr Fernbleiben nannten die meisten Unternehmen den Besucherrückgang der letzten Jahre. Zudem liege der Termin zu knapp hinter der CeBIT. Den Herstellern größerer Systeme, wie DEC und Bull, ist die Sicob nach Angaben von Unternehmenssprechern in den letzten Jahren zu sehr "mikro-lastig" geworden, was durch die Comdex-Kooperation nur noch verstärkt wurde.

Diese Diskussionen und Absagen, die im Vorfeld der Messe in Frankreich für viel Wirbel gesorgt hatten, zeigten auch in puncto Besucher Folgen während der Sicob. Die Haupthalle, in der die Comdex-Europe stattfand, blieb halbleer. Die wenigen Schaulustigen hatten genug Platz, sich durch die breiten Gänge zwischen den Ständen zu bewegen. Lediglich an den Ständen der Homecomputer-Anbieter Atari, Commodore oder Dual-Data, der französischen Schneider-Niederlassung, tummelten sich zumeist jugendliche Computeranwender.

Unzufriedenheit äußerten besonders die US-Aussteller, die von der Comdex nach Paris gelockt worden waren. So meinte Richard B. Lane, Director of Sales and Marketing beim PC-Softwarehaus A.I.-Solutions, er habe gehofft, Kontakte zu Fachbesuchern aus ganz Europa knüpfen zu können. Statt dessen müsse er jetzt nach der Messe nach Deutschland, Italien, Großbritannien und Skandinavien reisen, um Vertriebspartner zu finden.

Die Mehrzahl der Aussteller und Besucher kam zu dem Ergebnis, daß die Sicob als DV-Messe in dieser Form keine Zukunft mehr hat. Eine Rettung könnte lediglich die Verschiebung in den Spätsommer oder Herbst bringen, um die zeitliche Nähe zur CeBIT zu vermeiden. Dann wäre die Kooperation mit der Comdex aber in Frage gestellt, da in dieser Zeit die traditionelle Herbst-Comdex in Las Vegas stattfindet.