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26.05.1995

Auf der Suche nach Autoritaet

In der Informationsgesellschaft steckt ein erhebliches Potential zur Schaffung neuer Arbeitsplaetze. Diese Chance gilt es zu nutzen, weil in den traditionellen Sektoren massiver Arbeitsplatzabbau angesagt ist.

Niemand weiss heute, welche Anwendungen sich letztlich durchsetzen werden. Waere das anders, dann braeuchten wir keine Marktwirtschaft. Wir muessen jetzt den Unternehmen die Moeglichkeit geben, Wege auszuprobieren.

Die Liberalisierung des Telekommunikationssektors und die Umwidmung von oeffentlichen Geldern zugunsten der Informationsgesellschaft sind besonders wichtige Rahmenbedingungen. (...) Nur so koennen am Standort Europa Infrastrukturen aufgebaut werden, mit denen wir eine realistische Chance im weltweiten Wettbewerb haben.

Die Informationsgesellschaft darf nicht nach der Wildwest-Methode geschaffen werden. Denn fairer Wettbewerb ist nur machbar, wenn das Vertrauen der Investoren und der Nutzer gesichert ist. Es muss daher Klarheit herrschen in den Bereichen Datenschutz, elektronische Verschluesselung, Medieneigentum und Urheberrecht.

Im internationalen Vergleich kann Europa grosse Erfolge vorweisen, zum Beispiel den Mobilfunkstandard GSM und zahlreiche Anwendungen fuer Marktnischen wie etwa Systeme fuer virtuelle Realitaet.

Probleme bereiten noch die Normenvielfalt und das Nebeneinander unterschiedlicher Technologien, das durch einzelstaatliche Forschungsinitiativen geschaffen wurde. Europaeische Produkte muessen ausserdem ueberwiegend in einem vielsprachigen und multikulturellen Markt plaziert werden. Das kostet zwar deutlich mehr Anstrengung als der Vertrieb in homogenen Maerkten wie den USA oder Japan, beinhaltet aber auch Chancen, insbesondere in bezug auf die Zukunftsmaerkte in Osteuropa.

Wir sollten uns innerhalb der Union um die Schaffung effizienter Entscheidungsstrukturen bemuehen, um der Industrie Entscheidungssicherheit im rechtlichen Bereich zu geben... Daher sprechen wir (...) von der Schaffung einer "Europaeischen Autoritaet". Eine Idee, die wir in die Regierungskonferenz 1996 einbringen sollten.

(Zitiert aus einem Interview mit EU-Kommissar Dr. Martin Bangemann, das in der Zeitschrift Dialog 1/95, Seite 4 bis 7, erschienen ist).