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10.10.2006

Auf der Uberholspur

Von Beate Wöhe

Anbieter von mobilen Navigationsgeräten kommen vor Lachen nicht mehr in den Schlaf. Bescheren ihnen doch die Kunden teilweise Wachstumsraten von bis zu 200 Prozent. Und über eine zu geringe Marge beschwert sich bisher auch niemand.

Die Nachfrage nach mobilen Navigationssystemen ist nach wie vor ungebremst. Für das laufende Jahr erwartet die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) den Verkauf von insgesamt 960.000 Navigationsgeräten, davon 750.000 portable Versionen. Ein geschätztes Marktwachstum von 43 Prozent und ein erwartetes Umsatzvolumen in Höhe von 428 Millionen Euro in diesem Jahr sind die Folgen. Wann hat der gebeutelte IT-Markt das letzte Mal solche Wachstumsprognosen gelesen?

Der Absatz von Handy-Navigationssystemen in Europa hat sich im ersten Halbjahr 2006 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum verdreifacht. Im zweiten Quartal dominierten die Online-Systeme: Sie machen nach Angaben des englischen Marktforschers Canalys mehr als 55 Prozent aller verkauften Handy-Navigationen aus.

Ja, wo laufen sie denn?

Im Segment portable Navigationssysteme kann der Handel also getrost auf Marketing und Verkaufshilfen verzichten. Die Verbraucher rennen ihm die Tür ein. Wie aus einer im Juni 2006 durchgeführten Markterhebung der GfK hervorgeht, läuft der Löwenanteil an Navigationsgeräten über die technischen Superstores. Mit großem Abstand liegen Warenhäuser und Versandgeschäüfte an zweiter Stelle (siehe Tabelle, Seite 15). Inzwischen steigen auch immer mehr Niederlassungen von Autoherstellern in das lukrative Geschäft ein. Die kostenlose Beigabe eines Navigationssystems hebt wohl sogar die Verkaufschancen für das Auslaufmodell oder den Ladenhüter auf vier Rädern.

Der typische Interessent ist: männlich, besser verdienend und zwischen 30 und 39 Jahre alt. Das ergab eine im Juni 2006 durchgeführte Studie des Marktforschers TNS Infratest. Befragt wurden knapp 800 Mobilfunknutzer in Deutschland. Während 14 Prozent der Befragten bereits ein Navigationsgerät nutzen, planen 21 Prozent die Anschaffung eines solchen.

Navi ist nicht einfach gleich Navi

Im Gegensatz zu anderen Branchen haben die Hersteller von Navigationsgeräten ziemlich bald begonnen, sich wenn möglich ein Alleinstellungsmerkmal herauszuarbeiten. Nicht alle haben es geschafft, aber der Handel hat die Möglichkeit, seine Kunden auf bestimmte Vorzüge einzelner Geräte hinzuweisen und entsprechende Unterschiede zu erklären. Die Adresssuche über Einträge im örtlichen oder Branchentelefonbuch oderdie Zieleingabe über ein Foto sind neben MP3-Player oder Bildbetrachtungssoftware nur einige der Unterschiede. Navigationsgeräte müssen demnach nicht mehr reine Cash & Carry-Produkte sein, sondern können ein ausgeprägtes Verkaufsgespräch erfordern.