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10.06.1994

Auf der Ueberholspur

Klassenprimus wollte Eckhard Pfeiffer eigentlich erst 1996 sein. Es wird ihn nicht allzu sehr graemen, dass er seinen Aktionaeren bereits jetzt Vollzug melden kann. Diese werden es Pfeiffer honorieren. Vor allem dem resoluten deutschen Manager ist naemlich die erfolgreiche, dabei durchaus riskante Wende vom technologieverliebten Konzern teurer PC-Systeme zum Vorreiter im internationalen Preiskampf zuzuschreiben.

Abgesehen von dem probaten Mittel, Mitarbeiter zu entlassen, zeigte sich Pfeiffer auch willens, alte Zoepfe abzuschneiden und bewies Mut, wenn es galt, Konzeptionen schnell zu aendern.

Exemplarisch fuer den Willen, sofort zu handeln, wenn Gefahr im Verzug scheint, ist Compaqs Ausflug in das Druckergeschaeft: Im Sommer 1992 mit hochfliegenden Erwartungen gestartet, stampfte Pfeiffer die eigens gegruendete Printerdivision Ende 1993 wieder ein: Plansoll nicht erfuellt.

Beispiel Vertriebsstrategie: Hatte sich Compaq frueher naseruempfend ueber den Billiganbieter Vobis mokiert, schlossen die Texaner 1992 eine Vertriebsehe mit Vobis-Boss Theo Lieven. Pfeiffers Distributionsstrategen mussten konzedieren, dass der Verkauf von Boxen in einer Ladenkette oekonomisch durchaus seine Reize entfalteten kann.

Beispiel Komponentenstrategie: Waehrend andere PC-Hersteller sklavisch Intels Gessler-Hut gruessen, verabredete Compaq in aller Oeffentlichkeit weitreichende Vereinbarungen mit Intels liebstem Gerichtskontrahenten AMD.

Trotzdem ist Vorsicht geboten: Compaq mag, wie ein Analyst befand, momentan tatsaechlich alles richtig machen. Aber das weiss Pfeiffer aus eigener, leidvoller Erfahrung: Der PC-Markt ist extrem schnellebig. Es waere nicht das erste Mal, dass Compaq ins Trudeln geriete. Fuer Pfeiffer allerdings schon. Seine Aktionaere wuerden es nicht honorieren.