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23.02.1996 - 

VR-Messe demonstrierte den State of the art

Auf der Virtual Reality World: WWW-Links und Tast-Interface

Marktfuehrer bei der VR-Hardware ist nach wie vor die Silicon Graphics Inc. (SGI), Mountain View, Kalifornien. Der Hersteller praesentierte in Stuttgart erstmals ein Modell seiner neuen Rechnerfamilie "Onyx Infinite Reality". Die Maschinen sind nach dem Prinzip des symmetrischen Multiprocessing (SMP) konzipiert und setzen sich im Extremfall aus 24 RISC-Prozessoren "R10000" von Mips sowie drei SGI-eigenen Grafiksubsystemen des Typs "Infinite Reality" zusammen. Laut Anbieter sind sie in der Lage, Grafik-, Bild- und Videodaten simultan und in Echtzeit zu verarbeiten.

Mit einer Sensation konnte die Sensable Devices Inc., Cambridge, Massachusetts, aufwarten: Unter der Bezeichnung "Phantom" demonstrierte sie ein Ausgabegeraet fuer das Abtasten virtueller Welten. Drei kleine Motoren bilden das Computermodell eines Gegenstands oder Raums in einem Kraftfeld ab, das wiederum ueber drei Achsen auf eine Art Fingerhut uebertragen wird. Wenn der Anwender seinen Zeigefinger in das Huetchen schiebt, kann er nicht nur die Umrisse des berechneten Gegenstands, sondern auch dessen Textur ertasten.

Sensable Devices hofft darauf, dass das haptische User-Interface die Software-Industrie zu sinnvollen Applikationen inspirieren wird. Als Einsatzgebiete nennt das Unternehmen unter anderen Lernsimulationen fuer Chirurgen, virtuelles Prototyping in Fertigungsbetrieben sowie Telerobotik beim Umgang mit gefaehrlichen Stoffen. Das Phantom-Equipment arbeitet mit Standard-PCs.

Arbeitsbesprechung im virtuellen Raum

Zu den Trends, die auch im Kongressteil sichtbar wurden, gehoeren die Themen Verteilte VR und VR ueber das Internet. Ein Anwendungsbeispiel gab es am zweiten Kongressabend zu bestaunen: Ein geografisch verteiltes Team von Automobilentwicklern - je zwei Mitarbeiter in den USA, in Deutschland und in Frankreich - demonstrierte, wie sich im virtuellen Raum ein Konstruktionsproblem gemeinsam loesen laesst.

Offensichtlich hat die Automobilbranche eine Vorreiterrolle bei den VR-Applikationen uebernommen. Sowohl Daimer-Benz als auch BMW schickten Referenten. Damit lieferten die beiden Autoriesen den Beweis dafuer, dass sich hierzulande nicht nur die Hochschulen und Institute mit der VR-Thematik befassen.

Die kommerziellen Anbieter von VR-Technik sind allerdings meist in den USA ansaessig. Eine der raren Ausnahmen stellt die Virtual Reality Technologies GmbH (VRT), Gross-Umstadt, dar. Auf Anwendungsprojekte im VR-Bereich spezialisiert, hat VRT - zunaechst fuer den Eigenbedarf - eine VR-Schnittstelle zum "Netscape Navigator" entwickelt. Mit "VR Link" und den Tools der Superscape Inc., Palo Alto, Kalifornien, sollen sich interaktive VR-Pages fuer das World Wide Web (WWW) erstellen lassen.

Allerdings hat Superscape parallel zu VRT eine Software mit aehnlicher Funktionalitaet angekuendigt. "Visnet" wird voraussichtlich Ende dieses Monats kostenlos im Internet zur Verfuegung stehen. Auch VRT spekuliert eigenen Angaben zufolge nicht darauf, mit seiner Web-Schnittstelle Geld zu verdienen. Dem 15koepfigen Unternehmen aus dem Grossraum Frankfurt liegt mehr daran, Kundenprojekte zu akquirieren, die es dann mit Hilfe der Superscape-Werkzeuge umsetzt.