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02.07.1993

Auf DV-Spezialisten kommen neue Herausforderungen zu Arbeit in Fachabteilungen kann Rettung vor dem Jobverlust sein

PADERBORN (hk) - Als letzte Moeglichkeit, der Arbeitslosigkeit zu entkommen, bleibt den in der DV-Abteilung ueberfluessig gewordenen Computerexperten die Hoffnung auf einen Job in der Fachabteilung. Damit die DV-Spezialisten fuer die Zukunft besser gewappnet sind, forderte der Leiter der Informationsverarbeitung der Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG, Joerg Pommeranz, in Paderborn eine breiter angelegte Ausbildung.

Pommeranz, der frueher selbst in der Ausbildungs- und Pruefungskommission eines DV-Bildungsinstituts taetig war, weist den Vorwurf von sich, in den letzten Jahren seien zu viele und schlecht ausgebildete Datenverarbeiter auf Staatskosten durch die Bildungsinstitutionen geschleust worden. Vor fuenf bis acht Jahren sei die Nachfrage nach DV-Spezialisten sehr gross gewesen, und deshalb sei es auch richtig gewesen, Berufe rund um den Computer zu empfehlen.

"Wenn diese Spezialisten heute jammern, dass sie ihren Job verlieren, sind sie selbst schuld", so das harte Urteil des westfaelischen DV-Leiters. Wer sich staendig weiterbilde, wisse, was in der DV laeuft und koenne sich auf die neuen Anforderungen vorbereiten: "Auch ich investiere etwa 20 Prozent meiner Arbeitszeit in Fortbildung, sonst koennte ich meinen Job nicht machen." Ausbildung sei nicht nur eine Bringschuld der Unternehmen, sondern auch eine Holschuld der Mitarbeiter.

Pommeranz moechte die DV-Ausbildung mit betriebswirtschaftlichem Know-how ergaenzt wissen. Nachdem es den grossen Herstellern schlecht gehe und auch viele Softwarehaeuser nicht unbedingt vor Gesundheit strotzten, bleibe den DV-Profis noch die Chance, in den Fachabteilungen unterzukommen. Hierzu sei die Kenntnis unternehmensinterner Ablaeufe, verbunden mit betriebswirtschaftlichem Wissen, unabdingbar.

Bei Oetker sind laut Pommeranz durch den Einsatz von Standardsoftware und RZ-Automatisierung Personalumschichtungen eingetreten. Diese Entwicklungen werden auch in naechster Zukunft, so Pommeranz' Prognose, den Personalabbau in den Unternehmen stark beeinflussen. Die in der Org./DV freigewordenen Mitarbeiter arbeiten jetzt im Benutzerservice oder werden als Kundenberater eingesetzt.

Auch Hermann Neysters, Inhaber des gleichnamigen Systemhauses in Delbrueck, fordert von Datenverarbeitern Branchenkenntnisse und ein schnelles Einarbeiten in die jeweiligen Betriebsablaeufe. Er plaediert fuer flexiblere Schulungsmodelle, etwa den Ausbau von Abendschulen, denn "wer zwei Jahre den Betrieb verlaesst, um sich weiterzubilden, kennt nachher die Ablaeufe nicht mehr".