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19.10.2006

Auf einen Chef muss Verlass sein

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Mit unverbindlichen Aussagen versuchen viele Manager, Zeit zu gewinnen. Das aber sorgt für Frust bei den Mitarbeitern und ruiniert den Ruf der Führungskraft, meint Dr. Renate Oettinger.

"Ci vediamo", sagt man in Italien und meint damit: "Wir sehen uns." Später, irgendwann - oder vielleicht auch gar nicht. Aussagen dieses Stils sind ganz nett zum Abfertigen von Urlaubsbekanntschaften, aber im Unternehmen haben sie nichts zu suchen. Besonders von Ihnen als Unternehmer und Manager wird erwartet, dass man sich auf Sie verlassen kann. Beherzigen Sie deshalb Folgendes:

Hüten Sie sich vor Unverbindlichkeit

Ein Spruch wie "Ci vediamo" ist bei vielen Menschen nicht nur ein Grußformel, sondern Ausdruck ihrer inneren Einstellung. Trägt man diese Grundhaltung in das Un- ternehmen hinein, dann wird aus einer Floskel schnell ein gefährliches Hindernis für reibungslose Arbeitsabläufe. Diese Grundhaltung, die in der Firmenrealität leider gar nicht so selten ist, hat einen Namen: Unverbindlichkeit.

Konkret heißt das: Vor jedem Prozessschritt steht das Wörtchen "vielleicht". Einige Beispiele: "Wir besprechen das morgen" (wenn ich Zeit dazu habe); "Ich komme auf Sie nächste Woche zu" (oder erst im zwei Wochen); "Ich kümmere mich um Ihr Problem" (oder ich sitze es aus).

Versprechen Sie nur, was Sie auch halten können

Wenn Sie schon jetzt genau wissen, dass Sie nächste Woche keine Zeit für ein Arbeitsessen mit einem Lieferanten oder Kunden haben, dann vereinbaren Sie erst gar keinen Termin oder sagen Sie den vereinbarten Termin ab und nennen Sie den wahren Grund. Wenn Sie mit einem Mitarbeiter über ein Problem sprechen wollen: Verschieben Sie den Termin nicht laufend, sondern verlegen Sie ihn lieber auf einen späteren Zeitpunkt, nehmen Sie ihn dann aber wahr. Wenn Sie als Geschäftspartner oder Vorgesetzter Zusagen machen und sie nicht einhalten, gelten Sie schnell als unzuverlässig. Das kann so weit gehen, dass man glaubt, Sie würden Ihre Partner nicht ernst nehmen, dass man Ihnen nicht zutraut, Probleme in den Griff zu bekommen, und man an Ihren Führungsqualitäten zweifelt. Sie sind kein Partner und kein Vorbild.

Lernen Sie, realistisch zu planen

Strukturieren Sie Ihren Arbeitstag. Ordnen Sie jeder Aktivität eine bestimmte Zeitspanne, einen Anfang und ein Ende, zu. Planen Sie zeitliche Puffer ein. Halten Sie sich dann an Ihren Plan - jede kleinste Abweichung am Morgen verschiebt das gesamte Zeitraster nach hinten, und am Abend "fehlt" Ihnen dann eine Stunde. Das Gleiche gilt für die inhaltliche Planung Ihres Arbeitstages: Wenn es um eine für Sie neue Aufgabe geht, dürfen Sie sich nicht in eigenen Recherchearbeiten verzetteln. Beauftragen Sie Mitarbeiter damit, lassen Sie sich die Ergebnisse vorlegen und treffen Sie auf dieser Grundlage Entscheidungen.

Beherzigen Sie also Folgendes: Stehen Sie zu dem, was Sie sagen, und sagen Sie nur das, wozu Sie auch wirklich stehen können.