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Philips P 330 liefert dem Arzt Patienten- und Diagnose-Informationen:

Auf "Faden ex" rechnet Dr. Computer ab

16.04.1982

Frei niedergelassene Ärzte werden zunehmend mit administrativen Aufgaben belastet. Dr. Ulrich Ritter, leitender Arzt der Ritter-Klinik in Köln-Mülheim, hat sich daher gemeinsam mit Kollegen Gedanken über die Verwaltungsrationalisierung in Arztpraxen gemacht. Greifbare Ergebnisse dieser Gemeinschaftsarbeit - an der zuletzt auch Philips Data Systems sowie ein Softwarebüro beteiligt wurden - sind die Programmpakete "Arzt 330" und "Arzt 4000", die mittlerweile In einigen Arztpraxen auf Philips-Computern laufen.

Selbstverständlich verfügt die Ritter-Klinik über einen eigenen Computer, auf dem sowohl "Arzt 330" als auch die Gehaltsabrechnung und Finanzbuchhaltung laufen - beides Standardprogramme von Philips.

Das EDV-Team der Ritter-Klinik Ritters Frau und zwei Mitarbeiterinnen - hatte das System eigenen Angaben zufolge nach zwei bis drei Tagen Einweisung fest im Griff. Selbst ein Netzausfall - der erste nach über sieben Monaten Betriebszeit gab keinen Anlaß zur Unruhe: Sicherung rein und einschalten - das war alles. Durch den internen Stromausfallschutz war den Daten und Programmen nichts passiert, so daß die Arbeit sofort wiederaufgenommen werden konnte.

Eindeutige Aufgabenschwerpunkte in der Ritter-Klinik sind

* Patienten- und Diagnose-Information,

* Abrechnung mit Berufsgenossenschaften und Versicherungen,

* Privatliquidation,

* statistische Auswertungen (BG-Statistiken, Diagnose-Statistiken) sowie der Komplex der wirtschaftlichen Praxisführung.

Die Datenbasis all dieser Arbeiten sind einerseits verschiedene Stammdateien, andererseits die sich aus den Behandlungen täglich ergebenden Daten. So sind im Rechner der Ritter Klinik nicht nur je rund 300 Berufsgenossenschaften beziehungsweise Versicherungen sowie Hausärzte gespeichert, sondern auch rund 900 Gebühren- und Leistungspositionen für den Bereich der Chirurgie und Orthopädie. Über Änderungsdienstprogramme können die Stammdaten jederzeit dem aktuellen Stand angepaßt werden.

Mit dem Tagesprogramm werden jeweils unmittelbar nach der Behandlung die Patientendaten - sofern nicht bereits gespeichert - sowie die Diagnose- und Behandlungsdaten in das System eingegeben. Als Arbeitshilfen dienen der Bedienung sogenannte Bildschirmmasken für die Patientenstamm- und die Behandlungsdaten. Die Masken werden wie Formulare nach den vorliegenden Unterlagen Schritt für Schritt ausgefüllt.

Kommt ein Patient zum ersten Mal in die Klinik, so werden alle für die Patientenverwaltung relevanten Daten, wie Anschrift, Geburtstag, Rechnungsempfänger, Hausarzt, Krankenkasse, Vorlage des Krankenscheins etc. erfaßt. Bei späteren Konsultationen genügt eine einfache Kontrolle, ob diese Angaben noch stimmen.

Neben den Diagnosen können auch Risikofaktoren und Arztnotizen festgehalten werden.

Pro Patient werden außerdem bei jedem Besuch die angefallenen Leistungen erfaßt. Dabei ist sowohl die Eingabe von Kurzbezeichnungen der Leistungen (Kürzel) als auch die Eingabe von Gebührenziffern möglich. Im ersteren Fall sucht sich der Computer aufgrund von Kürzeln wie "Besuch" oder "Faden ex" automatisch die entsprechende Leistungsziffer sowie den dazugehörigen Feld- und Punktwert aus der Positionstabelle.

Auch in der Arztpraxis führt eine pünktliche Rechnungsschreibung zu einem schnelleren Geldeingang. Sogar säumige Patienten lassen sich per Computer leichter überwachen. Das sind zum einen Kassenpatienten, die ihre Krankenscheine nicht abgegeben haben, sie werden jeweils eine Woche vor Quartalsende automatisch schriftlich gemahnt.

Jeder Arzt hat die Möglichkeit, im Rahmen von "Arzt 330" und "Arzt 4000" für seine Praxis individuelle Schwerpunkte zu setzen. Die Struktur der Praxis und das Datenvolumen bestimmen sowohl die Hardwarekonfiguration als auch die Wahl des Programmpakets. Hierbei ist "Arzt 330" speziell für Einzelplatzsysteme konzipiert, während sich mit "Arzt 4000" Mehrplatzsysteme betreiben lassen. Bei Mehrplatzsystemen können besonders EDV-intensive Arbeitsplätze, wie die Patientenverwaltung oder die Buchhaltung, eigene Bildschirme erhalten und unabhängig voneinander mit dem Computer arbeiten.

Schließlich können weitere Programmodule zum Einsatz kommen oder sogar individuelle Auswertungen zusätzlich zu den Standardarbeiten programmiert werden. So ist für die Ritter-Klinik der Einsatz eines Programmpakets "Praxisbedarf" geplant. Manuell ist die Verwaltung und Bestellung des Praxisbedarfs ein Alptraum für die Mitarbeiterinnen. Von dem neuen Programm wird daher eine große Hilfe erwartet.

Gerd Kleeberg

_AU:Ulrich Ritter