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DV-Geschichte(n) von 1974 bis 1999


28.05.1999 - 

Auf geVAXtem Boden ins Rutschen geraten

Ein Umzug steht als Symbol für die Ablösung von Leitbranchen in der Wirtschaft. Im Juni 1974 zog Digital Equipment Corp. in "The Mill" im Maynard Industrial Park ein, dem Firmenareal einer einstigen Baumwollmühle. 19 alte, restaurierte Gebäude auf einer Fläche von rund 180000 Quadratmetern vermittelten den Eindruck konservativer Größe des Neubesitzers. Wenige Wochen zuvor hatte es die 1957 gegründete DEC erstmals in die "Fortune-500"-Liste gebracht, auf Rang 475 der erfolgreichsten US-Unternehmen.

30000 PDP-Rechner hatte Digital Equipment bis zu diesem Zeitpunkt verkauft. Und 1977 erschien ein neuer Rechnertyp, die VAX. Diese Reihe wurde ein Riesenerfolg - mit zu großem Gewicht. Schon 1984 glaubte DEC, mit der VAX 8600 der allmächtigen IBM im Mainframe-Bereich Paroli bieten zu können. Aber damit hatte man sich verhoben. Um so mehr klammerte sich Firmengründer Ken Olsen an die "Cash-cow" VAX - und übersah eine neue Marktentwicklung.

Zwar verlangten immer mehr Kunden Unix, und 1984 hatte DEC mit Ultrix eine eigene Version herausgebracht, aber für Olsen war das Standard-Betriebssystem so altmodisch wie "russische LKWs". Zuverlässig, aber nicht wettbewerbsfähig war indes alsbald die VAX-Reihe. DEC geriet unter Druck. "Auf geVAXtem Boden ins Rutschen geraten", kommentierte die CW. Auch der Alpha-Chip, von Mitarbeitern als "Olsens zweiter großer Wurf" apostrophiert, konnte die Talfahrt nicht aufhalten. 1992 wurde Ken Olsen zum Rücktritt gezwungen, und 1998 übernahm der PC-Aufsteiger Compaq das Erbe von DEC. Ludger Schmitz