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28.01.1994

Auf massiven Druck der Anwender Microsoft sieht Moeglichkeiten fuer staerkeres Engagement bei X/Open

FRAMINGHAM (IDG) - Sprecher der Microsoft Corp. deuteten kuerzlich an, dass sie unter Umstaenden bereit waeren, intensiver mit X/Open zusammenzuarbeiten. Bedingung sei jedoch, dass die Open-Systems- Organisation ihre nach Microsoft-Ansicht zu enge Ausrichtung auf Unix aufgebe.

Microsoft gehoert zwar schon seit fuenf Jahren dem Independent Software Vendors Council der X/Open an, hat sich aber - wie auch bei anderen Organisationen - trotz wiederholter Aufforderung nie aktiv am Open-Systems-Prozess beteiligt. Inzwischen, so berichtet die amerikanische IDG-Schwesterpublikation "Computerworld", setzen die Grosskunden Microsoft derart zu, dass sich das Unternehmen gezwungen sieht, seine bisherige Haltung zu ueberdenken.

Der staerkste Druck kommt derzeit aus dem X/Open-User-Council, in dem vor allem Grossanwender sitzen. "Die meisten User gehen davon aus, dass Microsoft fast das ganze Geschaeft mit Desktop-Systemen kontrolliert und schon daher eine aktive Rolle bei der Standardisierung spielen sollte", stellt Terry Retter, ein Topmanager der kalifornischen DHL Systems Inc., fest.

Als moegliche Betaetigungsfelder im Bereich offener Systeme hat Bob Kruger, Microsoft-Director fuer Systems-Marketing und Standards, die Vereinheitlichung von Austauschformaten fuer Dokumente sowie von einigen nicht naeher bezeichneten Objekttechiken und Netzwerkprotokollen ausgemacht.

Voraussetzung fuer eine Kooperation ist laut Kruger jedoch, dass X/Open "eine Organisation ist, die ueber Unix hinaus offen und plattformneutral agiert und auch in der Oeffentlichkeit so wahrgenommen wird".

X/Open zeigt sich kompromissbereit

Dem Vorwurf, eine Pressure-Group fuer Unix-Techniken zu sein, versucht X/Open allerdings schon seit Jahren mit dem Hinweis zu begegnen, dass in ihren XPG-Richtlinien auch Programmiersprachen und Techniken fuer verteilte DV aufgenommen wuerden. Zudem zeige die Aufnahme des DEC-Betriebssystems VMS in die aktuelle XPG-Version, dass von einer Fixierung auf Unix keine Rede sein koenne.

Dennoch ist X/Opens Vice-President Marketing Bob Lewin dazu bereit, "einiges zu tun, um Microsoft die Mitarbeit attraktiver zu machen". Dazu koennte laut "Computerworld" gehoeren, dass X/Open das an Unix erinnernde "X" aus dem Namen tilgt. Dabei geht es nicht nur darum, dass Microsoft als Board-Member jaehrlich mehr als 560 000 Dollar in die Kassen bringen wuerde. Auch Lewin weiss, dass sich offene Standards nicht an Big Greens Marktmacht vorbei etablieren lassen.