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18.03.1994

Auf Profilsuche zwischen "Atlas" und "Detesystem" Spaetstarter Eunetcom will die TK-Achse Bonn-Paris beleben

DUESSELDORF (gh) - Die sich seit zwei Jahren im Aufbau befindende Eunetcom, gemeinsames Tochterunternehmen von Telekom und France Telecom, wird Mitte 1994 den operativen Betrieb mit globalen Netzdiensten aufnehmen. Ziel ist nach Angaben von CEO Claude Olier, bereits 1996 mit einem Umsatz von 500 Millionen Dollar aus den roten Zahlen zu kommen.

"Wir benoetigten eine laengere Ruhephase, um uns zu organisieren und zueinanderzufinden", begruendete Olier gegenueber Journalisten den Umstand, dass sich die Geburt von Eunetcom nach der Ankuendigung im Maerz 1992 als lang und schwierig herausstellte. Das Unternehmen soll nun nach dem Aufbau einer Marketing- und Vertriebsorganisation in Paris sowie einem Netzwerk-Management- Center in Frankfurt am Main Ende Juni mit einem dreigeteilten Diensteportfolio auf den Markt kommen.

Im einzelnen besteht dieses aus Managed Bandwith Services (MBS) in Form optimierter Mietleitungen, Festverbindungen beziehungsweise virtuellen Trunks fuer die Sprach- und Datenuebertragung, Private Network Solutions (PNS) auf Basis schluesselfertiger Teilnetze (LAN-to-LAN-Interconnection, Integration von SNA-Strukturen oder unternehmensweite Sprachkommunikation) sowie einem mehrstufigen Netzwerk-Outsourcing-Angebot.

Erster Eunetcom-Kunde ist IBM, mit der bereits vor Monaten ein Letter of Intent unterzeichnet wurde. Big Blue laesst sich laut Eunetcom im Rahmen eines MBS-Paketes Leitungen zwischen 40 Standorten in Deutschland und Frankreich sowie vier anderen EU- Laendern schalten. Zwei weitere Vorvertraege in Sachen Outsourcing und Corporate Networking habe man, so Olier, in der Tasche. Pressemeldungen, wonach der franzoesische DV-Riese Bull zu den kuenftigen Eunetcom-Kunden zaehlen wird, wollte Olier nicht bestaetigen.

Zugeben musste der Eunetcom-Chef hingegen, dass die strategische Ausrichtung seines Unternehmens viele Fragen offenlaesst. Zumindest zielt das Diensteangebot auf Kunden, die nicht nur von Wettbewerbern wie AT&T, BT/MCI oder Unisource umworben werden, sondern auch von der Konkurrenz im eigenen Hause, etwa durch das Value-Added-Services-Konsortium Infonet, an dem beide Muttergesellschaften die Mehrheit halten. Noch mehr gilt dies fuer das Ende 1993 angekuendigte "grosse" Joint-venture beider Carrier, dass 1995 voraussichtlich unter dem Namen "Atlas" an den Start gehen soll.

In diesem Jahr zumindest repraesentiere Eunetcom, so Olier, das verstaerkte deutsch-franzoesische Bemuehen um global agierende Geschaeftskunden. Wie die TK-Achse Bonn-Paris jedoch 1995 aussehe, wisse derzeit "kein Mensch". Bei Eunetcom gehe man aber davon aus, auch unter einem kuenftig groesseren Dach "die zentrale Rolle zu spielen". End-to-end-Verbindungen in die einzelnen nationalen Maerkte koennten dann beispielsweise nach Oliers Meinung von Infonet (in Nordamerika) oder Tochterunternehmen wie Transpac (Frankreich) und Detesystem (Deutschland) angeboten werden.