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17.09.2007

Auf Quad folgt Triple

Nach drei verlustreichen Quartalen in Folge soll der neue Quad-Core-Prozessor "Barcelona" AMD wieder in schwarze Zahlen bringen. Für Consumer wird es auch ein Modell mit drei Kernen geben.

Von Boris Böhles

Dass AMD am Montag, 10. September, seinen ersten Prozessor mit vier Rechenkernen ("Quad-Core") unter dem Codenamen "Barcelona" auch im spanischen Barcelona vorstellen würde, war schon Wochen vorher bekannt. Dass aber am Freitag darauf in einer eilig einberufenen Telefonkonferenz noch ein auf gleicher Technologiebasis beruhender Prozessor mit drei Kernen ("Triple-Core") für Anfang 2008 angekündigt wurde, war eine echte Überraschung.

Zunächst zum Vierkerner. Den Start machen die für Server ausgelegten "Opteron"-CPUs. Sie sollen bereits im Oktober lieferbar sein. Voraussichtlich im Dezember soll schließlich die Desktop-Variante mit Codenamen "Phenom" folgen.

Als wichtigste Neuerung bewirbt AMD ein "echtes" Vierkern-Design, bei dem vier Rechenkerne auf einem Siliziumchip verbaut sind. Konkurrent Intel hat schon länger einen Vierkern-Prozessor im Portfolio. Dieser besteht aber aus zwei kombinierten doppelkernigen "Dual-Core"-CPUs.

Die Erwartungen an die neue Prozessorgeneration sind hoch. Und das müssen sie auch sein, denn AMD hat massive Probleme: In den Quartalen (Q4/2006 bis Q2/2007) schrieb der Konzern rote Zahlen, trotz gestiegenem Umsatzes. In den Monaten April bis Juni 2007 belief sich der Verlust auf 600 Millionen US-Dollar, während man im gleichen Zeitraum des Vorjahres noch 89 Millionen US-Dollar Gewinn erwirtschaftete. Jochen Polster, Geschäftsführer AMD Deutschland, macht vor allem den Preisdruck im Desktop-Segment und fehlende Produkte für das negative Ergebnis verantwortlich: "Wir waren im oberen Segment nicht vertreten. Der Core 2 Duo von Intel hat uns ein wenig die Show gestohlen", sagte Polster gegenüber ChannelPartner.

Hohe Erwartungen

Das soll mit Barcelona nun anders werden. Die Hauptargumente für die neuen CPUs sind laut Polster mehr Leistung, geringerer Energieverbrauch und eine damit verbundene Kostenersparnis. Laut Polster sind die neuen Prozessoren viel schneller als die Vorgängermodelle. Im Schnitt sei der Barcelona um zirka 30 Prozent schneller als die Konkurrenz.

Die Barcelona-Fakten

Die vier Kerne des Barcelona lassen sich mit verschiedenen Taktraten betreiben. Bei den bisherigen CPUs arbeiten alle Kerne sowohl bei AMD als auch bei Intel mit dem gleichen Takt. Die neuen Quad-Core-Opterons werden im 65-nm-Verfahren hergestellt. Eine 45-nm-Fertigung ist laut Polster für Mitte 2008 geplant. Die Server-CPUs lassen sich in bestehenden Sockel-F-Systemen nach einem Bios-Update einsetzen. Zum Start soll es fünf Modelle für Systeme mit zwei Sockeln und vier Varianten für Acht-Sockel-Konfigurationen geben. Somit sind Server mit bis zu 32 Prozessoren möglich, aktuelle Intel-Konfigurationen erlauben maximal 16 Kerne.

Jedem Kern steht ein 512-KB-dedizierter L2-Cache zur Verfügung, ein zwei Megabyte fassender L3-Cache soll für einen schnellen gemeinsamen Datenzugriff sorgen. Der Speicherzugriff erfolgt über zwei unabhängige integrierte 64-Bit-DDR2-667-Controller.

Die maximale Taktrate zu Beginn beträgt lediglich zwei Gigahertz. Im vierten Quartal 2007 wird aber ein 2,5-GHz-Modell folgen. Wie hoch die Taktraten noch gehen werden, konnte AMD nicht sagen. Fakt ist, dass auf der Games Convention bereits ein Desktop-System mit Phenom-CPU mit drei Gigahertz zu sehen war.

Weitere Daten zu den neuen Opteron entnehmen Sie bitte dem Kasten.

Drei Kerne für Consumer

Wie anfangs schon erwähnt, plant AMD, im ersten Quartal 2008 einen Dreikernprozessor für den Consumer-Markt herauszubringen. Die CPU soll auf der gleichen Grundlage wie der Quad-Core Phenom basieren, also auch einen zwei Megabyte großen L3-Cache sowie einen 512 KB großen L2-Chache besitzen. Grund für den Triple Core ist laut Hersteller die Nachfrage der Endverbraucher. Die Leistung soll - wenig überraschend - zwischen der eines Zwei- und eines Vierkernmodells liegen. Preise für die Dreikerner sind noch nicht bekannt.