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05.04.1996 - 

In Baden-Wuerttembergs Lottogesellschaft beginnt das Online- Zeitalter

Auf seine alte Tage muss Opa nochmals die Schulbank druecken

Woche fuer Woche fahren die Kuriere aus 26 Bezirksdirektionen mehr als zwei Millionen Lottoscheine in die Zentrale. Rund 25 Millionen Scheine muss die "Staatliche Toto-Lotto GmbH" am Loewentor in Stuttgart aus rechtlichen Gruenden aufbewahren, um bei Gewinnauszahlungen und eventuellen Reklamationen darauf zugreifen zu koennen. Diese Papierwirtschaft soll nun bald der Vergangenheit angehoeren. Die Vertreter der westdeutschen Lottogesellschaften haben sich vorgenommen, bis Ende 1997 alle Verkaufsstellen mit Terminals auszustatten, die Ostdeutschen duerfen sich bis 1999 Zeit lassen.

Konkret bedeutet das, dass kuenftig ein Spielschein in der Lotto- Verkaufsstelle von einem Scanner eingelesen und direkt via Datenleitung in die Zentrale uebertragen wird. Von dort kommt ebenfalls online die Bestaetigung und das Terminal druckt dem Spieler eine Quittung aus. Der Scanner ist ins Terminal integriert. Die Informationen zu allen Scheinen sind gespeichert, somit entfaellt die Zettelflut.

In Baden-Wuerttemberg rechnet Toto-Lotto-Geschaeftsfuehrer Wolfgang Crusen mit Investitionskosten von 51 Millionen Mark fuer Computer- Terminals, das Rechenzentrum in der Zentrale, das Ersatzrechenzentrum sowie das gesamte Netzwerk. Die jaehrlichen Betriebskosten wuerden bei rund 22 Millionen Mark liegen.

Besondere Herausforderung ist die Schulung des Personals in den Verkaufsstellen, das mit dieser neuen Technik umgehen muss. Eine bunter gemischte Gruppe koenne man sich gar nicht vorstellen "vom 17jaehrigen Schueler ueber den dynamischen Jungunternehmer bis hin zum 70jaehrigen Rentner, der von Computerei noch nichts gehoert hat", so Frank Haerter, Schulungskoordinator fuer die Online- Einfuehrung in Baden-Wuerttemberg.

Mindestens ebenso wichtig sei auch die Bereitstellung der Schulungslogistik. Innerhalb eines halben Jahren muessen etwa 7200 Personen den Kurs durchlaufen haben. Gemeinsam mit dem Schulungspartner Ditec Bildungszentren hat Haerter ein detailliertes Programm ausgearbeitet.

In der ersten Phase hat die Toto-Lotto-Zentrale Bezirksdirektoren, aber auch Mitarbeiter der Verkaufsstellen in Grossveranstaltungen informiert, was auf sie zukommt. "Wichtig ist uns", so Haerter, "den Menschen, die mit dem Terminal arbeiten werden, die Angst zu nehmen."

Toto-Lotto muesse Menschen schulen, die zum Teil noch nie eine Weiterbildungsveranstaltung besucht haetten. Um es den Lernenden moeglichst einfach zu machen, ueberlegt sich Ditecs Bildungsberater Uwe Gerach, ein Video zu produzieren, das sie auf den Kurs positiv einstimmt. Weniger problematisch sieht er die Einweisung selbst. Die Bedienung sei kinderleicht, 90 Prozent aller Transaktionen liessen sich mit drei Knoepfchen bewaeltigen.

Vorgesehen ist, dass jede Woche eine Bezirksdirektion in den Ditec- Bildungszentren Donaueschingen oder Stuttgart geschult wird; das sind pro Tag 60 Teilnehmer in drei Klassen. Ein Vier-Stufen-Modell soll folgendermassen funktionieren: In der ersten Woche findet der Kurs statt, wobei fuer jeden Teilnehmer ein Tag vorgesehen ist. In der zweiten Woche erfolgt die Installation vor Ort mit Einweisung, in der dritten darf im Doppelbetrieb geuebt werden und in der vierten schlaegt die Stunde der Wahrheit - dann wird das gewohnte elektromechanische System ausgemustert. Nach Kursende stellt aber die Lottozentrale weiterhin eine Hotline zur Unterstuetzung ihrer Verkaufsstellen zur Verfuegung.

Die Ditec-Bildungszentren haben fuer dieses Projekt das gesamte Bildungs-Management uebernommen, von der Anmeldung der Teilnehmer bis hin zur Erstellung der Handbuecher. Die hausinterne Zeitschrift der Lottogesellschaft spricht von einem Trainingsvolumen im Wert von ueber einer Million Mark.

<H4>Online-Abwicklung auch in Bayern</H4>

Die staatliche Lotterieverwaltung in Bayern wird ihr Online- Projekt mit dem Debis Systemhaus, Stuttgart, realisieren. Das Unternehmen hat den Auftrag fuer die Installation der Terminals und die Schulung von 8400 Toto-Lotto-Mitarbeitern erhalten. Gemeinsam ist beiden Projekten, also dem schwaebischen und dem bayerischen, dass sie die Terminals vom franzoesischen Hersteller International des Jeux beziehen. Sie verfuegen ueber einen Intel-Prozessor und sind mit Scanner, Drucker und Kunden-Display ausgestattet.