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26.03.1976

"Auf unserem Großrechner wäre diese Lösung zu teuer"

Schwerpunkt "Plattenorientierte MDT-Systeme" - und dann ein Beitrag über IBMs Diskettenstation 3741? Auch wenn der Marktführer die 3741 nicht als "Stand-Alone-System" ansieht, ist sie zweifellos ein MDT-System. Und daß es nicht immer die Magnetplatte sein muß, beweist die Firma Karl Schmidt GmbH, Neckarsulm.

NECKARSULM - "Programme, die wir auf einer 8K-MDT-Anlage fahren, würden in Cobol geschrieben rund das Zehnfache an Kernspeicherkapazität benötigen, also nur über Großcomputer abgewickelt werden können", berichtet Leo R. Johmann, Leiter der Organisationsabteilung der Karl Schmidt GmbH (KS), Neckarsulm. KS vertreibt Kolben, Lager und Zylinder. Bei der "MDT-Anlage" handelt es sich um die IBM-Diskettenstation 3741, die Programme sind in ACL (Application Control Language) geschrieben - da(...) war, wie Johmann erläutert, nur 50 Prozent des Zeitaufwandes einer Cobol-Normalprogrammierung erforderlich.

Den Großrechnervergleich kann der Orga-Leiter anstellen, weil bei KS als zentrales System eine Siemens 4004/45 mit 384 K installiert ist.

Demnach hätte es seine Berechtigung, wenn die Hersteller plattenorientierter Kleinsysteme von "Großrechner-Ersatz" sprechen, was wiederum überzeugte "Zentralisten" schlichtweg als Wunschdenken abtun? Dazu Johmann: "Der große Vorteil unserer 3741-Lösung liegt darin, daß das System an den 'Arbeitsplatz vorgeschoben' wurde und völlig unabhängig von der 4004 ist."

Die installierte 3741-Konfiguration ist mit 8 KB Hauptspeicher, von denen 1 KB durch das Betriebssystem belegt werden, maximal ausgestattet. Weitere Hardware-Komponenten: Programmierbarer 240-Zeichen-Bildschirm, Eingabetastatur, zwei Floppy-Disk-Laufwerke, Drucker (40 Zeichen/Sek.) und DFÜ-Anschluß.

"In Anbetracht der, monatlichen Mietkosten von 1500 Mark ist die 3741-Diskettenstation eine Maschine auch für den kleinsten Betrieb, das kleinste Werk, die entfernteste Niederlassung", macht sich Johmann für das IBM-Baby stark. Ein "großes Wort" - indes, "IBM-Blindheit" weist er entschieden zurück. In Neckarsulm wird das ursprünglich als reines Datenerfassungssystem konzipierte Gerät in der Zoll- und Fakturierungsstelle für die Exportfakturierung eingesetzt. Johmann erläutert: "Das Export-Geschäft hat seine Besonderheiten, die sich unter anderem in der Gestaltung der Fakturen und dem ungleichmäßigen Anfall niederschlagen. Da die Rechnungen zudem unmittelbar beim Versand zur Verfügung stehen müssen, bietet sich eine dezentrale Lösung geradezu an."

Und so sieht der Ablauf bei KS aus: Täglich werden im Zuge der Auftragsabwicklung auf der 4004 für die Zoll- und Fakturierungsstelle alle diejenigen Auftragspositionen auf Disketten ausgelagert, für die bereits Lieferscheine ausgedruckt wurden. Anschließend erfolgt das Überspielen zur 3741.

Sobald die Waren zusammengerichtet und verpackt sind, wird eine Lieferscheinkopie an die Fakturierstelle gegeben, die über die 3741 alle Fakturen - anhand der auf den Disketten gespeicherten Lieferscheindaten - erstellt.