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03.05.1985 - 

ECS prognostiziert Preissturz im Second-hand-Markt:

Aufregung über mögliche neue Sierra-Version

LONDON (CW) - Wie eine Bombe hat jetzt eine Prognose der britischen Leasinggesellschaft ECS ein geschlagen: Die IBM wird innerhalb des nächsten Jahres ein Sierra-Uniprozessorsystem 3090 Modell 100 ankündigen. Als Folge dieses Announcements sollen die Kosten für gebrauchte 308X-Maschinen auf 30 Prozent des IBM-Listenpreises sinken, heißt es weiter.

ECS UK, die britische Niederlassung der größten europäischen Leasinggesellschaft, arbeitet beim Second-hand-Geschäft mit eigenen Tabellen für IBM-Equipment. Dieser Quelle zufolge, so meldet der Londoner Informationsdienst "Computergram", werden Maschinen der Reihe 308X gegenwärtig zu 83 Prozent des IBM-Listenpreises gehandelt. Kurzfristig lasse sich ein leichter Aufwärtstrend erkennen. Doch schon zum Ende dieses Jahres, so ECS-Direktor John Mounsey, sei mit einem Preissturz zu rechnen. Die etablierten Leasinggeber sähen sich somit einem starken Druck ausgesetzt.

Relativ einfach erklären sich die Mitarbeiter von "Computergram" die Marketingpolitik von ECS: Die 308X-User warteten auf eine 3090/100 - teilweise einfach deshalb, weil Unternehmen wie ECS ihnen dazu raten würden. Zu vorschnellen Entscheidungen wird sich kaum jemand hinreißen lassen, der etwas von der Materie versteht.

Die Anwender wollen das neue Produkt erst einmal sehen, ehe von einem Geschäft die Rede sein kann. IBM gerät also unter Zugzwang. Und wenn alle bedeutenden Leasinggesellschaften ihren Kunden dazu raten, auf eine Uniprozessorversion der 3090 zu warten, wird sich dies auf die Auftragslage bei IBM auswirken.

Branchenkenner rechnen damit, daß IBM versuchen wird, ein Announcement des Modells 100 so lange wie möglich hinauszuzögern - in der Hoffnung den 3081-Kunden ein Modell 200 schmackhaft machen zu können, das ihnen das Doppelte ihrer jetzigen Rechnerleistung bietet. Daß bei IBM gleichzeitig der Umsatz angekurbelt wird, ist für die Insider eine logische Begleiterscheinung.

ECS UK wird eigenen Aussagen zufolge von solchen geschäftspolitischen Schachzügen kaum betroffen sein. "Wir wollen mit IBM gut auskommen", sagt ECS-Boß Mounsey, "deshalb werden wir in Großbritannien freiwillig nicht allzu viele Second-hand-Maschinen verkaufen. Unser Vorteil ist, daß wir Equipment unserer britischen Kunden in Europa verkaufen können. Vielleicht gilt diese Praxis bei den zuständigen IBM-Verantwortlichen in Frankreich oder Deutschland als nicht sehr populär, aber das macht mir keine Sorgen."