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02.11.2004 - 

Kolumne

Aufschwung ja, aber ...

Die zurückliegenden Wochen bedeuteten für die IT-Branche einmal mehr ein Wechselbad der Gefühle. Geht es endlich aufwärts oder nicht? Die momentan einzige Konstante im Markt scheint die Tatsache zu sein, dass nichts so unsicher ist wie die heutige Prognose - im Zweifel muss man sich bereits morgen wieder von ihr distanzieren.

Die soeben beendete jüngste Berichtssaison belegt jedenfalls die Unsicherheit, mit der man es nach wie vor zu tun hat. Zwar lieferten Blue Chips wie IBM, Microsoft und SAP gewohnt solide Zahlen ab, in Schwierigkeiten steckende Anbieter wie Siebel und Sun Microsystems stabilisierten sich zumindest wieder. Positive Impulse will daraus jedoch kaum ein Beobachter ableiten. Schließlich war Microsoft in seinem Ausblick für das laufende Quartal noch eine Spur vorsichtiger als sonst, SAP ruderte ebenfalls zurück. Selbst IDS Scheer wird eigenen Angaben zufolge, gemessen am ursprünglich geplanten Jahresumsatz für 2004, keine Punktlandung gelingen.

Man muss solche skeptischen Prognosen im Einzelfall nicht überbewerten. Sie sind aber ein weiterer Beleg dafür, dass sich die Paradigmen in der IT-Industrie nachhaltig geändert haben. Vie-les spricht dafür, dass das Auf und Ab ganzer Branchensegmente und auch einzelner Anbieter sich in immer kürzeren zeitlichen Perioden ab-spielen wird. Die Nachfrage der Kun-den bleibt instabil. Dies geht einher mit dem Bild, das viele Firmen - etwa in der TK-Ausrüsterszene und im Softwaremarkt - derzeit abgeben: Sie haben sich gesundgeschrumpft. Die Ergebnisse sind in den meisten Fällen wieder akzeptabel, das Wachstum nicht. Hinzu kommt weiteres drohendes Ungemach: Die Halbleiterindustrie stellt sich für die Jahre 2005 und 2006 weltweit auf einen (zyklischen) Abschwung ein; die Konsolidierung im Softwaremarkt dürfte weitergehen.

Noch ein Wort zur besagten Volatilität auf der Nachfrageseite: Es fällt auf, dass die IT nicht mehr nur an den Kosten gemessen wird. Die Effektivität und Verbesserung von Geschäftsprozessen ist wieder ein Thema. Das lässt auf mehr und vor allem wieder größere IT-Projekte schließen. Auch das zu erwartende moderate Wachs-tum bei den IT-Budgets trägt zu etwas Optimismus bei. Glaubt man Gartner, stehen die Themen IT-Virtualisierung, Mobile Computing sowie das viel zitierte Echtzeitunternehmen auf der Prioritätenliste der Anwender ganz oben. Bleibt zu hoffen, dass die IT-Industrie nicht nur mit entsprechendem Marketing darauf vorbereitet ist. Wenn die Kunden keinen messbaren Return on Investment erkennen und sich keine Wettbewerbsvorteile versprechen, ist der nächste Absturz der Branche programmiert.