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11.06.1982 - 

Chancen für Volkswirte am besten; Frauen sind unterprivilegiert

Aufstieg: Je technischer und spezialisierter desto schlechter

KÖLN (nw) - Wer aus "gutem Hause" kommt, einen Hochschulabschluß möglichst der Fachrichtung Jura oder Wirtschaft vorweisen kann, unter 34 Lenzen zählt, männlichen Geschlechts ist und eine "persönlich-individuelle Qualifikation" zur Führung mitbringt, hat die besten Chancen, die Karriereleiter zu erklimmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), bei der auch die Gehaltsstruktur-Untersuchung von 1981 der Kienbaum-Vergütungsberatung berücksichtigt wurde.

Hohe Einkommenserwartungen und die Aussicht auf eine Führungsposition in der privaten Wirtschaft sind, so das IW, nach übereinstimmender Aussage vieler Studenten entscheidende Motive für die Aufnahme eines Hochschulstudiums und die Wahl der Fachrichtung. Ein ausgesprochenes Karrierefach stelle dabei bisher die Jurisprudenz dar: Jeder vierte Jurist befindet sich in einer Spitzenposition - als Geschäftsführer oder Hauptabteilungsleiter. Auf die Juristen folgen Volkswirte vor den Betriebswirten. Die Aufsteiger im Betrieb kommen derzeit hingegen vor allem aus den Wirtschaftswissenschaften .

Indikator für den bereits erreichten Erfolg sind dem IW zufolge Statusattribute wie Einkommen, Zimmergröße, Zahl der Fenster, Möbel, Vorzimmer und Dienstwagen sowie freizügige Arbeit ohne Kontrolle durch eine Stechuhr. Eine Ausbildung behindert den beruflichen Aufstieg indes um so mehr, je technischer und spezialisierter sie ist. So hätten es Ingenieure grundsätzlich schwerer, in der Hierarchie aufzusteigen.

Dies wirke sich letztendlich dann auch in der Gehaltsstruktur aus. So gehörten Ingenieure und Naturwissenschaftler zwar ebenfalls zum Führungskader der deutschen Wirtschaft, jedoch Juristen und Wirtschaftswissenschaftler bezögen häufiger Spitzenverdienste von mehr als 150 000 Mark pro Jahr. "Eine qualifizierte Ausbildung", resümiert die Kienbaum Vergütungsberatung, "zahlt sich insgesamt aus."

So seien die Gehaltsabstufungen zwischen den verschiedenen Ausbildungsgängen ganz eindeutig. Dabei verdienen unter den Hochschülern im ganzen gesehen die Diplom-Ingenieure am besten, bei den Promovierten die Juristen und Ökonomen.

Einkommen der Frauen wesentlich niedriger

Leitende Angestellte der Organisation EDV beispielsweise bekamen der Kienbaum-Untersuchung zufolge 1981- in der ersten Ebene 96 800 Mark, in der zweiten Ebene 84 100 Mark, während es die Leitenden aus der DV-Abteilung auf 93 800 beziehungsweise 75400 Mark brachten. Zum Vergleich dazu erhielten entsprechende Angestellte aus der Rechtsabteilung 117 000 Mark in der ersten und 86 300 Mark in der zweiten Führungsebene.

Besonders schlecht kommen aber die Frauen weg: In sämtlichen Ausbildungsqualifikationen fallen der IW-Studie zufolge die Einkommen der Frauen wesentlich niedriger aus als die ihrer männlichen Kollegen.

Selbst bei Arbeitskraften mit Hochschulabschluß liegt das statistische Lebenseinkommen der Männer bei rund 954 000 Mark, während das entsprechende Einkommen der Frauen nur rund 70 Prozent (670 000 Mark) erreicht. In diesem Ergebnis, so folgern die Arbeitsmarktforscher, kommt die Unterprivilegierung der erwerbstätigen Frauen deutlich zum Ausdruck.

Einig sind sich Kenner der deutschen Managerszene darin, daß es allgemein ohne formalen Bildungsabschluß im Führungsbereich kaum noch geht. Denn "je weiter der Aufgabenbereich und damit die Verantwortung ist, desto größer die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Ausbildung der Führungskräfte".