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19.11.1982 - 

Mikroelektronik blieb hinter Wachstumserwartungen zurück:

Auftragseinbruch hemmt Entwicklungserfolge

MÜNCHEN (VWD) - Die Mikroelektronik hat die in sie gesetzten Wachstumserwartungen nicht erfüllt: Weltweite Überkapazitäten haben zu einem Preisverfall zwischen drei und zehn Prozent geführt. Insbesondere bei "intelligenten Produkten" wie beispielsweise Mikrocomputern habe es dem Zentralverband der Elektrotechnischen Industrie (ZVEI) zufolge einen "vollkommen unerklärlichen Auftragseinbruch" gegeben.

Die Stagnation in wichtigen ,Anwendungsbereichen wie der Autoelektronik oder die Absatzschwierigkeiten bei den deutschen Videorecordern haben das Wachstum der Elektronik negativ beeinflußt, wie Branchensprecher Friedrich Ruf anläßlich der electronica berichtet. Selbst der Bereich computergesteuerten Konstruierens (CAD) stecke mittlerweile in einer finanziellen Sackgasse.

Die deutschen Bauelementehersteller rechnen allerdings nach dem

Sommereinbruch zum Jahresende nur noch mit einem leichten Plus von ein bis zwei Prozent. Der Produktionswert wird von 4,4 auf 415 Milliarden steigen. Für 1983 geht die Branche von einem Marktwachstum um bis zu fünf Prozent auf 6,5 Milliarden Mark aus.

Die deutsche Bauelementeindustrie beschäftigt derzeit 64 000 Personen. In der gesamten Elektroindustrie arbeiten 942 000 Menschen. 1974 waren es noch 1,1 Millionen.

Auf dem Weltelektronikmarkt rechnen Branchenexperten jedoch mit weiteren Wachstumsraten. Das Weltmarktvolumen, das in diesem Jahr zwischen 400 und 450 Milliarden Mark liegt, soll bis 1985 auf 600 Milliarden Mark steigen. Bei den Anwenderländern zeigen sich indessen noch größere Unterschiede: Während nach aktuellen Zahlen der Mikroelektronikverbrauch pro Kopf in den USA und Japan bei jeweils 40 Mark liegt, kommen die Europäer nur auf zwölf Mark, wobei die Bundesdeutschen 23 Mark erreichen.

Schnelles Wachstum bei Sprachsynthesen

Marktforscher rechnen damit, daß der erst am Anfang stehende Markt der Sprachsynthese und Sprachanalyse bis zum Ende dieses Jahrzehnts in Europa auf über 2,5 Milliarden Mark wachsen wird, Voraussetzung für die künstliche Erzeugung menschlicher Sprache sind hochintegrierte Halbleiterelemente. Auf der electronica seien bereits zahlreiche Einsatzbeispiele wie Lehrsysteme und Audio-Bildschirme für Blinde zu sehen gewesen.

Schwieriger gestaltet sich noch die Spracherkennung, Forscher in aller Welt konzentrieren sich auf die Entwicklung von gesprochenen Dateneingaben wie beispielsweise Schreibmaschinen, in die Texte hineingesprochen werden, und Übersetzungsautomaten mit gespeicherten Wörterbüchern. Die Einführung derartiger Systeme dürfte aber noch einige Zeit auf sich warten lassen, da noch zahlreiche technische Probleme zu überwinden sind.