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26.03.1993

Augenblicke der Verzagtheit

Seit langem hat die COMPUTERWOCHE Kritik an Firmen geuebt, die sich nach Ihrer Meinung unfaehig zeigten, die Zeichen der Zeit zu erkennen und entsprechend zu reagieren. SAP verhaelt sich nun beispielhaft in Ihrem Sinne, wird aber gleichwohl gepruegelt.

Heute gilt es zweifellos als sinnvoll, dass man versucht, sich auf die eigenen Staerken zu konzentrieren und andere Anbieter mit komplementaeren Staerken in strategischen Allianzen einzubinden; gelingt es, diese als

Win-Win-Situation zu gestalten, dann kann dem Anwender letzten Endes ein besseres Produkt, ein besserer Service zu einem frueheren Zeitpunkt angeboten werden.

Nach unserem Sprachgebrauch umfasst die Personalwirtschaft die Aufbauorganisation, zahlreiche Funktionen zur Planung und Steuerung des Human-Kapitals (zum Beispiel Qualifikationen und Anforderungen, Karrieremodelle, Nachfolgeplanung, Aus- und Weiterbildung, Einsatzplanung, Kostenplanung, Bewerberabwicklung etc.), Zeitwirtschaft, Reisekostenabrechnung, Personaladministration und Personalabrechnung.

Mit Ausnahme von Teilen der Personalabrechnung ueberdeckt die geforderte und vorhandene Flexibilitaet sowohl unternehmensspezifische wie nationalspezifische Besonderheiten. Fast alle Komponenten sind

also nach Uebersetzung internale anwendbar und werden von uns auch so vermarktet.

Die erwaehnte Ausnahme ist die Berechnung der gesetzlichen Abzuege (fuer die wir aber alle Grunddaten liefern koennen) und die gesetzliche Berichterstattung (vulgo unter anderem: DUEVO) hierueber. Nur diese beiden Themen sind regelmaessig stark national gepraegt. Zur Beobachtung und Interpretation der haeufigen und oft sehr kurzfristig verkuendeten Gesetzesaenderungen, zu ihrer zeitgerechten Implementierung und Verteilung muss man pro Nation ein eigenes Spezialistenteam unterhalten. Wir haben gelernt, dass das von Kunden und Interessenten um so weniger als realisierbar angesehen wird, je weiter diese von Deutschland geographisch oder kulturell entfernt sind. Daher wollen wir uns bei den gesetzlichen Besonderheiten zunaechst auf die deutschsprachigen Laender Deutschland, Oesterreich, die Schweiz sowie auf Spanien konzentrieren. Unsere Strategie sieht vor, wo irgend moeglich, fuer andere Laender strategische Partnerschaften zu pflegen, in die wir unsere Entwicklungsergebnisse einbringen. So koennen wir uns auf die international verwendbaren Komponenten und die gesetzlichen Besonderheiten in wenigen nationalen Maerkten konzentrieren; gemeinsam mit Partnern bieten wir so unseren Kunden eine bessere Dienstleistung an. Dies ist bereits in einigen Laendern realisiert. Darueber hinaus kann die SAP-Personalwirtschaft in umfassender Form mit anderen Systemen gekoppelt werden.

Im uebrigen passt diese Orientierung in die Reihe der von Ihnen bisher wohlwollend kommentierten Partnerschaften, die wir in der Vergangenheit bekanntgegeben haben:

- Vertriebs- und Technologie-Partnerschaften mit verschiedenen Herstellern,

- Beratungs-Partnerschaften mit globalen, regionalen und nationalen Partnern,

- Entwicklungs-Partnerschaften fuer branchenspezifische Ergaenzungen fuer Versorgungsunternehmen, Krankenhaeuser, Druckindustrie, Versicherungswirtschaft,

- Zusammenarbeit mit zahlreichen Hochschulen in der Lehre.

Aus den zitierten Aeusserungen ist fuer uns klar erkennbar, um welchen interimsweise unzufriedenen Kunden es sich handelt. Wir haben ihn fruehzeitig ueber unsere Ueberlegungen informiert, gleichzeitig aber uns zu unserer vertraglichen Verpflichtung bekannt. Auch der treueste Kunde mag mal Augenblicke der Verzagtheit erleben - inzwischen haben wir eine Regelung gefunden, die er selbst uns gegenueber als "sehr zufriedenstellend" bezeichnete. Journalistenpech - bis zur Veroeffentlichung sind halt manche Fakten bereits ueberholt.

Klaus Tschira

SAP Aktiengesellschaft