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09.01.1998 - 

Interview

"Aus dem Anwender wird ein Content-Manager"

CW: Welche Rolle spielt die Push-Technik in Intranets, und welchen Einfluß hat sie?

Pool: Push-Dienste in einem Intranet sollten darauf ausgerichtet sein, die richtige Information zur richtigen Zeit an die richtige Person zu übermitteln. Das beste System ist eines, das am effektivsten überwacht, wer welche Daten bekommt.

Stellen Sie sich vor, ich hätte eine Neuigkeit zum Thema Java und möchte sie an die Entwicklungsabteilung übermitteln. Keine Software ist in der Lage, Informationen selbst nach Inhalten zu sortieren, um sie dann an die entsprechenden Empfänger zu senden. Ein solches System wäre viel zu kompliziert. Die Basis eines Push-Dienstes in einem Unternehmen bilden daher die Informationsverteiler. Aber nicht Maschinen stellen die Verteilerlisten zusammen, sondern Menschen.

CW: Ihre Definition der Push-Verfahren klingt, als läge der Schwerpunkt auf dem Verteilen von Themenbereichen?

Pool: Genau. Es geht darum, welche Personen welche Inhalte bekommen. Dabei kontrolliert der Endanwender nicht alle Kanäle auf seinem Desktop selbst. Vielmehr teilen sich mehrere Personen oder Gruppen im Unternehmen die Administration: der Firmenchef, die Abteilungsleiter, Arbeitsgruppen, aber auch der einzelne Mitarbeiter. Wer welche Informationen bekommt, darüber entscheiden Profile. In ihnen steht auch, wer Inhalte nur abonniert und wer selbst welche publiziert.

CW: Viele Anwender denken, durch Push-Kanäle würde nur die Menge an Information zunehmen, nicht aber deren Qualität. Wie argumentieren Sie gegen diese Auffassung?

Pool: Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Die Kanäle bei Pointcast kommen von Disney, von Warner Bros. und von Pointcast selbst. Ist das gut oder schlecht? Wenn Anwenderfirmen nicht selbst die Push-Channels verwalten, verwundert es kaum, wenn sie mit Informationen zugeschüttet werden. Sinnvolle Kanäle lassen sich auf die Bedürfnisse des Unternehmens abstimmen. Ein zentrales Management-System für Push-Dienste im Intranet schafft da Abhilfe.

CW: Es muß also einen "Wissensverwalter" im Unternehmen geben?

Pool: Wir glauben, es wird Themenspezialisten geben. Ein Produkt-Manager zum Beispiel ist am besten geeignet, den Channel zu verwalten, der über die Konkurrenten informiert. Dieser Manager publiziert alle relevanten Uniform Resource Locators (URLs) über Push-Kanäle ins Intranet. Er muß also keine E-Mails versenden oder HTML-Seiten schreiben. Aus dem Anwender wird ein Content-Manager - der Web-Master des Jahres 2000.

CW: Aber wird es nicht Content-Manager geben, die nur URLs publizieren, andere, die URLs mit Kommentaren veröffentlichen, und dritte, die redaktionellen Inhalt liefern?

Pool: Sicher wird es verschiedene Arten von Content-Managern geben. Allein das Organisieren der URLs liefert einen Mehrwert. Die redaktionelle Bearbeitung des Inhalts liegt jedoch auf einer anderen Ebene. Die Anwender erkennen, daß sie keine zusätzlichen Informationen in Intranets oder dem Internet benötigen. Vielmehr müssen sie die Daten entsprechend den Aufgaben ihrer Benutzer organisieren. In Zukunft wird es Metadaten-Systeme geben, die es erlauben, Informationen auf jeden User abzustimmen. Wir nennen das "Content and Presentation Management".

CW: Benötigen Unternehmen eine Informationsarchitektur?

Pool: Absolut. Doch wenn ich heute einen IT-Manager frage, ob Information ein wichtiges Mittel im Wettbewerb sei, so antwortet er mit "Ja". Frage ich: "Bekommt jeder Mitarbeiter die Information, die er benötigt?", so lautet die Antwort "Nein".

CW: Bleibt denn die Informationsarchitektur nicht Makulatur, wenn Endbenutzer sich selbst ihre Informationskanäle zusammenstellen?

Pool: Sehen Sie in die Kristallkugel und sagen Sie uns, wie Push-Kanäle in, sagen wir, zwei Jahren aussehen. Nach meiner Auffassung werden dann die Extensible Markup Language (XML) oder Metadaten-Informationen das am meisten genutzte Protokoll im Web sein.

In Zukunft stelle ich mir die Anzeige der Information nach meinen Vorstellungen zusammen. Dabei sieht der Bildschirm ähnlich aus wie bei Pointcast. Er bietet mir eine Übersicht von hierarchischen Listen, und ich kann einzelne Seiten oder Komponenten von Web-Sites in meine persönlichen Datenkanäle einfügen.