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07.02.2006 - 

Kolumne

Aus dem Software- wird ein Servicegeschäft

07.02.2006

Mit "CRM On-Demand" steigt die SAP als eines der letzten großen Softwarehäuser in den Markt für Mietsoftware ein. Dass die Walldorfer damit endlich einen Vertriebsweg bedienen, den sie lange vernachlässigt haben, erklärt die neue Mietofferte nur teilweise. Auch die Erfolge der anderen Spieler in diesem Segment wie Salesforce und Siebel machen SAPs Motive nur unzureichend deutlich. Natürlich waren es die Walldorfer leid, nur zuzusehen, wie andere sich in diesem Marktsegment eine goldene Nase verdienen. Aber der Einstieg der SAP in den On-Demand-Markt und ihre Ankündigung, neben CRM noch andere Applikationen zur Miete feilzubieten, machen noch etwas deutlich: Das herkömmliche Lizenzmodell, bei dem Anwenderunternehmen für die Nutzung der Software zahlen und darüber hinaus einen Wartungsvertrag abschließen, der ihnen den Zugang zu Patches und Updates garantiert, lässt sich als dominante Vertragsform nicht mehr lange halten. Für Anbieter wie auch für Anwender wird das Lizenz-Management immer unüberschaubarer und komplizierter. So fehlen Softwarehäusern beispielsweise nachvollziehbare Lizenzmodelle, wenn Mehrprozessormaschinen, Virtualisierungslösungen, Grids oder auch Web-Services ins Spiel kommen.

Da nimmt sich ein Mietmodell doch vergleichsweise simpel aus. Gezahlt wird pro Nutzer und Monat, eventuell wird in Zukunft die Häufigkeit oder Intensität der Nutzung mit ins Kalkül gezogen, aber das war’s. Auf diese Weise gibt es keinen Zwist über die Menge der Prozessoren, die zu einer bestimmten Zeit auf eine Software zugreifen (und zu einer anderen eben nicht), und es gibt keinen Ärger mit Wartungsverträgen, weil die Software zur Zeit des Mietverhältnisses immer auf dem neuesten Stand ist. Außerdem bleibt die Software im Besitz des Softwarehauses - was angesichts der aktuellen Debatte um den Verkauf von Gebrauchtsoftware (siehe Seite 10) für die Anbieter durchaus reizvoll sein dürfte.

Vor allem aber wird so aus dem Softwaregeschäft ein Service-Business. Mit allen Konsequenzen: Beim Anwender steht dann nicht mehr die Funktionalität der jeweiligen Software im Vordergrund, sondern ihr Einsatzzweck. Damit liegt die Verantwortung für ihr Funktionieren voll und ganz beim Anbieter, beim Vermieter eben. Insofern haben von einem konsequent verfolgten Mietsoftware-Markt beide etwas: Die Anbieter klare Modelle und kontinuierliche Umsatzströme und die Anwender ein Recht auf Funktionsfähigkeit und Aktualität.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.