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16.08.1991 - 

Pilotprojekt mit neuem Berufsbild gestartet

Ausbildung: Netzwerkorganisator soll Europas DV-Probleme lösen

AACHEN (hk) - Ein neues Berufsbild - der Netzwerkorganisator - soll der europaweiten Kommunikation auf die Beine helfen. Zu diesem Zweck wurde jetzt ein Pilotprojekt gestartet. Die Veranstalter wollen mit dieser 18-monatigen Schulung eine standardisierte DV-Ausbildung mit dem Schwerpunkt Datenkommunikation in allen EG-Staaten erreichen.

An der Entwicklung dieses Weiterbildungskonzeptes sind 21 Unternehmen und Universitäten im Rahmen des EG-Comett-Programms (Community Action Programm for Education and Training for Technology) beteiligt. Die vorläufige Arbeitsteilung sieht wie folgt aus:

- Die Deutsche Angestellten-Akademie liefert das Know-how auf den Gebieten Betriebswirtschaftslehre und Organisation, die Siemens-Nixdorf-Informationssysteme AG (SNI) ist für Betriebssysteme, Programmierung und Vernetzung zuständig, und das Institut für Arbeitswissenschaft an der RWTH Aachen hat zusammen mit der Handwerkskammer den Ausbildungspart C-Techniken übernommen.

Der vom Arbeitsamt geförderte Pilotlehrgang findet zur Zeit mit 28 Teilnehmern in Aachen statt. In einer zweiten Phase, die im Herbst beginnt, wird der Lehrgang auch in anderen europäischen Ländern angeboten. Den Anfang machen in diesem Herbst Holland und Belgien nächstes Jahr sind dann Österreich und England an der Reihe. Ab 1993 dürfen, so die Organisatoren, Institutionen aller EG- und Efta-Staaten auf die Ausbildungsunterlagen zugreifen. Für die dritte Phase ist eine einheitliche Trainerausbildung vorgesehen.

Mit diesem Kurs wolle man, so Rüdiger Weskamm, Mitarbeiter des Bereiches SNI Training Center und europäischer Projektleiter dieses Ausbildungsganges, dem Wunsch der Unternehmen nach zunehmender Vernetzung sowohl innerbetrieblich als auch europaweit Rechnung tragen. Allerdings seien die Anforderungen an diesen Euro-Spezialisten sehr hoch.

Er muß laut Weskamm "Kommunikationsnetze planen, entwerfen und realisieren können". Darüber hinaus sei Fachwissen über Systementwicklungs-Prozesse und Software-Anforderungen sowie über Installations- und Serviceaufgaben unerläßlich.

Wegen der europäischen Dimension dieses Projektes seien vor allem die außerfachlichen Fähigkeiten von besonderer Bedeutung. Weskamm dazu: "Ein erfolgreicher Netzwerkorganisator muß ein hohes Maß an extrafunktionalen Fähigkeiten wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfreudigkeit, Rhetorik und Darstellungsvermögen besitzen."

Aus diesem Grund kämen für die Teilnahme an der Ausbildung nur Geistes- und Naturwissenschaftler in Frage, da sie analytisches Denkvermögen und selbständiges Arbeiten im Studium trainiert hätten.

Der Kurs enthält eine fundierte Einführung in die DV-Grundlagen (Betriebssysteme, Programmiersprachen C und Cobol). Weiterhin stehen auf dem Programm: Betriebswirtschafts- und Organisationslehre, C-Techniken, Netzwerke und ihre Normungen, europäische Datenübertragungsvereinbarungen, Datenkommunikation sowie netzwerkorientierte Datenbanken .

Im Rahmen eines viermonatigen Firmenpraktikums sollen die Kursteilnehmer ihre theoretischen Kenntnisse mit zusätzlichen praktischen Erfahrungen ergänzen .

Die Qualifikationsanforderungen an den Netzwerkorganisator entstanden zum Teil aus einer Marktstudie der Siemens Schule für Daten- und Informationstechnik. Die Bonner Schule wertete Stellenanzeigen aus, in denen DV- und Kommunikationskenntnisse verlangt wurden, und machte darüber hinaus eine Expertenbefragung sowie eine zusätzliche Befragung von ehemaligen Teilnehmern an Fortbildungsmaßnahmen.

Die Auswertung zeigte, so Weskamm, daß neben den typischen Basisqualifikationen ein "starker Bedarf an Know-how im Bereich Datenbankprogrammierung, Erstellung von Datenkommunikationsanwendungen und der gesamten Netzproblematik existiert".