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03.12.2008

AUSBLICK/Autochips und Qimonda stehen bei Infineon im Fokus

Von Philipp Grontzki

Von Philipp Grontzki

DOW JONES NEWSWIRES

NEUBIBERG (Dow Jones)--Quo Vadis Infineon - diese Frage wird dem Vorstand des deutschen Chipherstellers nicht erst seit gestern gestellt. Doch zwei Umstände haben die Situation bei dem Neubiberger DAX-Konzern zuletzt verschärft: Einerseits die Nachfrageflaute in der Automobilindustrie, andererseits die sich zuspitzende finanzielle Situation bei der Speicherchiptochter Qimonda.

"Es erscheint wahrscheinlich, dass Infineon mit dem schlechtesten Auto-Halbleitermarkt konfrontiert wird, seitdem Halbleiter in Autos eingesetzt werden", schreibt etwa Sandeep Deshpande, Analyst bei J.P. Morgan in London.

Das Segment AIM, in dem neben Automobilchips auch Halbleiter für die Industrie und Sicherheitsanwendungen hergestellt werden, ist derzeit der einzige Bereich, der operativ Gewinne macht. Das zweite Kerngeschäftsfeld, der Kommunikationsbereich, sollte im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr vor Sondereffekten ursprünglich zwar ebenfalls operativ schwarze Zahlen schreiben - allerdings hatte Infineon diese Zielvorgabe bereits im Februar wieder zurückgenommen.

Der seit Juni amtierende Vorstandssprecher Peter Bauer hat ein Sparprogramm aufgelegt, mit dem bis Ende September 2009 jährliche Einsparungen von mehr als 200 Mio EUR realisiert werden sollen. Insgesamt sollen brutto rund 3.000 Stellen gestrichen werden. Daneben gibt es anstatt der bisherigen zwei Kerngeschäftsbereiche ab dem laufenden Geschäftsjahr fünf Divisionen - Automobil, Industrielektronik, Security, Wireline und Wireless.

Der DAX-Konzern will am Mittwoch seine Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr 2007/08 vorlegen. Insgesamt erwarten von Dow Jones Newswires befragte Analysten für das vierte Geschäftsquartal im Mittel einen Umsatz von 1,086 Mrd EUR und ein Ergebnis aus fortgeführtem Geschäft von minus 64 Mio EUR. Qimonda wurde erstmals mit Veröffentlichung der Zweitquartalszahlen als nicht-fortgeführter Geschäftsbereich ausgewiesen.

Infineon hatte Qimonda im August 2006 an die New Yorker Börse gebracht und zuletzt wiederholt bekräftigt, sich hier in Verkaufsverhandlungen zu befinden. Qimonda schreibt in Folge eines anhaltend schwachen Preisniveaus bei Speicherchips seit mehreren Quartalen deutliche Verluste.

Am Montag erklärte die Tochter, die sich zu 77,5% im Besitz von Infineon befindet, die Vorlage ihrer Jahresbilanz bis Mitte Dezember zu verschieben und führte zur Begründung Gespräche mit verschiedenen strategischen Investoren und Finanzinvestoren im Rahmen ihrer Partnersuche an.

Qimonda geht nach eigener Darstellung davon aus, dass in den kommenden Wochen eine entsprechende Transaktion über die Bühne gehen könnte. Da eine solche Vereinbarung Rückwirkungen auf die finanzielle Lage von Qimonda hätte, sei die Veröffentlichung der Jahresergebnisse, die ursprünglich für Montagabend geplant war, verschoben worden. Allerdings warnte Qimonda auch, dass ihr in einem Worst-Case-Szenario, inklusive eines Scheiterns bei der Partnersuche, im kommenden Kalenderjahr das Geld ausgehen könnte.

Sollten sich die aktuell verfolgten finanziellen und strategischen Initiativen nicht realisieren lassen, keine anderen Lösungen umgesetzt werden können und sich das Branchenumfeld weiter verschlechtern oder die Maßnahmen zur Senkung des Barmittelbedarfs nicht greifen, könnte es im ersten Kalenderquartal 2009 zu Liquiditätsengpässen in Teilen des Konzerns kommen, erklärte Qimonda. Diese könnten sich auf die Fähigkeit des Unternehmens auswirken, sein Geschäft weiter zu betreiben.

Qimonda hat ebenfalls ein Restrukturierungsprogramm aufgelegt, in dessen Rahmen rund 3.000 Stellen gestrichen werden sollen.

Webseiten: http://www.infineon.com http://www.qimonda.com -Von Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 107, philipp.grontzki@dowjones.com DJG/phg/brb

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