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28.07.2008

AUSBLICK/Bei SAP steht Prognose im Mittelpunkt

WALLDORF (Dow Jones)--Bei Veröffentlichung der Zweitquartalszahlen der SAP AG am Dienstag steht für Anleger vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob das Management des Softwarekonzerns die Jahresprognose bekräftigen wird. Sorgen bereiten Analysten die Auswirkungen der konjunkturellen Eintrübung auf die Softwarebranche sowie der anhaltend schwache Dollarkurs gegenüber dem Euro.

WALLDORF (Dow Jones)--Bei Veröffentlichung der Zweitquartalszahlen der SAP AG am Dienstag steht für Anleger vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob das Management des Softwarekonzerns die Jahresprognose bekräftigen wird. Sorgen bereiten Analysten die Auswirkungen der konjunkturellen Eintrübung auf die Softwarebranche sowie der anhaltend schwache Dollarkurs gegenüber dem Euro.

Für die Beobachter steht außer Frage, dass der Walldorfer DAX-Konzern in den vergangenen drei Monaten erneut seine Umsatzerlöse gesteigert hat. Aber wie im ersten Quartal rechnen sie aufgrund der Belastungen durch die Akquisition von Business Objects mit einem rückläufigen Gewinn. Die zehn von Dow Jones Newswires befragten Analysten erwarten im Mittel eine Steigerung der Umsätze auf 2,787 (Vorjahr: 2,421) Mrd EUR. Die darin enthaltenen Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse, die zentrale Kennziffer des Konzerns, sind ihrer Einschätzung nach auf 1,995 (1,704) Mrd EUR gewachsen.

Die Softwarelizenzerlöse alleine sieht der Analystenkonsens bei 816 (716) Mio EUR. Operativ dürfte SAP einen Gewinn von 588 (581) Mio EUR und damit knapp über Vorjahresniveau eingefahren haben. Nach Steuern und Minderheiten dürfte das Ergebnis dagegen zweistellig gesunken sein und wird bei 372 (453) Mio EUR gesehen. Daraus errechnet sich je Aktie ein Gewinn von 0,31 (0,37) EUR.

Allerdings weist der Konzern seine Zahlen in diesem Jahr nicht nur nach dem US-Bilanzstandard GAAP aus, sondern nennt auch Zahlen auf Non-GAAP-Basis. Damit will SAP bilanztechnische Effekte ausschließen, die im Zusammenhang mit der seit Mitte Januar erfolgten Konsolidierung von Business Objects auftreten. SAP hat auch seine Jahresprognose auf dieser bereinigten Basis angegeben und sich vorgenommen, die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse - auf Non-GAAP-Basis und bei gleichen Wechselkursen - um 24% bis 27% gegenüber dem Vorjahreswert von 7,428 Mrd EUR zu steigern.

Bereinigt sind die Non-GAAP-Zahlen um einmalige Abschreibungen auf Wartungserlöse von Business Objects von 180 Mio EUR im Gesamtjahr sowie um Integrationskosten und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte. Die operative Marge auf Non-GAAP-Bais soll in der Bandbreite von 28,5% bis 29% ausfallen.

Beim Blick nach vorn interessiert die Anleger, inwiefern die internationale Finanzkrise IT-Ausgaben bei den Kunden von SAP verzögert und wie der anhaltend schwache Dollar-Wechselkurs die Walldorfer belastet. Bei Veröffentlichung der Erstquartalszahlen hatte Co-CEO Henning Kagermann nämlich schon eingeräumt, die Größe der Aufträge in den USA habe im Schnitt abgenommen.

Nach Ansicht von Merck-Finck-Analyst Theo Kitz sieht es so aus, als ob die "Softwareunternehmen der Rezession in den USA ganz gut trotzen können". Er hält es für wahrscheinlicher, dass SAP die Prognose bestätigen wird und verweist auf die angekündigten Preiserhöhungen im Wartungsgeschäft. Ein solcher Schritt sei nur aus einer starken Marktposition heraus durchzusetzen.

Durch die schrittweise Anhebung der Wartungsgebühren auf 22% von 17% innerhalb der kommenden vier Jahre beginnend 2009 an rechnet Commerzbank-Analyst Thomas Becker mit "langfristig graduell positiven Effekten vor allem auf das EBIT". Für ihn ist 2009 das entscheidende Jahr, in dem sich zeigen wird, wie erfolgreich die Integration von Business Objects verlaufen ist und ob die angestrebte Margensteigerung erreicht werden kann. Co-CEO Hennig Kagermann hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, es gebe "keinen strukturellen Grund", weshalb SAP nicht über die Jahre eine bereinigte operative Marge von 35% erreichen sollte.

Zunächst einmal hat sich der DAX-Konzern für die Entwicklung zur Marktreife seines Hoffnungsträgers Business ByDesign mehr Zeit eingeräumt und gleichzeitig die Investitionen im laufenden Jahr zusammengestrichen. Die neue Mittelstandssoftware, mit der sich der Softwarekonzern auch ein neues Geschäftsmodell erschließen will, soll erst frühestens 2011 statt 2010 Umsatzerlöse von 1 Mrd USD erzielen und maßgeblich zur Kundenzahl beitragen.

Die Verzögerungen hatte SAP mit der Notwendigkeit begründet, die Prozesse weiter zu automatisieren und zu optimieren. Der größte Softwarehersteller Europas bietet die neue Mittelstandssoftware für Unternehmen mit bis 500 Mitarbeitern als Mietsoftware über das Internet an. Erfahrungen mit diesem Geschäftsmodell sollen mittelfristig auch in andere Produkte des Unternehmens einfließen.

Webseite: http://www.sap.com/ -Von Dorothee Tschampa, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 114; dorothee.tschampa@dowjones.com DJG/dct/nas

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