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01.04.1988 - 

Arbeitsplatzdrucker bleibt das Standard-Ausgabegerät für PCs:

Ausdrucken muß jeder - früher oder später

Das prognostizierte Umsatzwachstum im Bereich der Personal Computer kann sich auch 1988 noch sehen lassen, selbst wenn die Zahlen der erlolgsgewohnten Branche oft nicht mehr zweistellig sind. Einen eindeutig zweistelligen Zuwachs dagegen erwarten Fachleute im Druckermarkt; hier spricht man von 25 Prozent und mehr.

Das mag auf den ersten Blick erstaunen, da man gemeinhin annimmt, daß die Zahl der Drucker eigentlich in unmittelbarer Abhängigkeit zu der Zahl der Personal Computer stehen müsse. Daß dies offensichtlich nicht der Fall ist, ist vor allem darauf zurückzuführen, daß einerseits in den Reihen der Computer-Erstanwender ein Nachholbedarf an Druckern besteht und andererseits die im Einsatz befindlichen Drucker durch neue Modelle mit modernerer Technik und besseren Leistungsmerkmalen ersetzt werden.

Betrachtet man als Anwender den Druckermarkt etwas näher, so stößt man auf die beiden grundsätzlichen Techniken: die anschlagende (Impact-)Drucker-Technik und die anschlagfreie (Non-lmpact-)Drucker-Technik. Die anschlagenden Drucker unterteilen sich wiederum in Vollzeichen- und Matrixdrucker.

Die schon oft totgesagten und doch noch immer recht lebendigen Typenraddrucker gehören zu der Kategorie anschlagender Vollzeichendrucker. Von der Technologie her ähneln sie einer elektronischen Schreibmaschine und werden auch vorwiegend für die Erstellung von Korrespondenz eingesetzt. Die ganz offensichtlichen Nachteile dieser Druckerkategorie, nämlich die geringe Druckgeschwindigkeit, der hohe Geräuschpegel und die Unfähigkeit, Grafiken zu drucken, werden durch die hohe Qualität des Schriftbilds, die Durchschreibefähigkeit und die von der Schreibmaschine herrührende Bedienungsvertrautheit wettgemacht.

Eine starke Konkurrenz hat der Typenraddrucker schon seit einigen Jahren in den immer besser werden den Matrixdruckern. Zwar gelten auch hier die Lärmentwicklung und die mechanische Anfälligkeit als Nachteile; dagegen stehen aber die hohe Druckgeschwindigkeit von bis zu 800 Zeichen je Sekunde und die Fähigkeit, Grafik zu drucken. Zur Zeit arbeiten in der Bundesrepublik schätzungsweise rund 80 Prozent aller an einem Personal Computer angeschlossenen Drucker nach diesem Verfahren.

Nadeldrucker gibt es in Ausführungen mit meist 9, 18 oder 24 Nadeln. Die 9-Nadel-Drucker sind aufgrund ihres guten Preis/Leistungs-Verhältnisses vor allem für Erstanwender geeignet.

Dagegen bieten 24-Nadel-Drucker oft selbst für professionelle Schriftbilder ausreichende Qualität sowie genügend Flexibilität, um auch Grafiken (quasi im Raster-Plot-Verfahren), Durchschläge und Endlosdrucke zu erstellen. Die Qualität des Ausdrucks hängt in erster Linie davon ab, ob die benutzte Software den zum Einsatz kommenden Matrixdrucker, egal ob 9, 18 oder 24 Nadeln, auch optimal unterstützt.

Ein Schwachpunkt in puncto Schriftbildqualität lag bisher darin, daß Matrixdrucker nur mit Gewebebändern arbeiteten. Der gestochen scharfe Anschlag eines Carbon-Farbbandes blieb dem Typenraddrucker vorbehalten. Diesen Mißstand hat jetzt Pelikan durch die Entwicklung des "Matrifilms" behoben - ein dokumentenechtes Farbband, das randscharfe und farbintensive Korrespondenz- und Grafikqualität nun auch bei Matrixdruckern möglich macht.

Auch wenn im Bereich der Impact-Drucker, und hier vor allem bei den Matrixdruckern, noch weitere Leistungsverbesserungen abzusehen sind, so gibt es auf der anderen Seite Anforderungen, die mit dieser Technik schlichtweg nicht erfüllt werden können. Hier greifen die Non-Impact-Drucker - und bei Non-Impact-Druckern denkt man sofort an Laserdrucker.

Glaubt man Aussagen der Marktforscher von IDC, so wird der Markt für Laserdrucker in den kommenden vier Jahren besonders kräftig wachsen. Der Anteil dieser Geräte am bundesdeutschen Druckermarkt soll sich von derzeit 16 auf über 50 Prozent im Jahr 1992 erhöhen. Zum einen, so IDC, sei dieser Laserdrucker-Boom dadurch begründet, daß diese Geräte infolge rapide fallender Preise immer interessanter als Ersatz für herkömmliche serielle und Zeilendrucker werden, und zum anderen seien Laserdrucker die idealen Ausgabeeinheiten für das neue DV-Anwendungsgebiet Desktop-Publishing.

Allerdings weist die Laserdrucktechnik einige konstruktionsbedingte Merkmale und immer noch Preise auf, die derzeit einer Verbreitung dieser Geräte als Arbeitsplatzdrucker entgegenstehen.

Laserdrucker arbeiten nach dem Prinzip eines Fotokopierers und sind somit auch mit Nachteilen behaftet, zu denen allen voran der mit einem Fotokopierer vergleichbare Wartungsaufwand gehört. Bei den anderen Drucktechniken kommt der Anwender kaum mit Wartungsproblemen in Berührung.

Ferner läßt auch oft noch die Gleichmäßigkeit der Schwarzfärbung zu wünschen übrig. Ein Beispiel für eine positive Weiterentwicklung auf diesem Gebiet ist SkripTEN von Qume. Hier wird die "Write-Write"-Technologie verwendet. Bei diesem Verfahren wird der weiße Hintergrund auf der Trommel um die schwarzen Stellen gelöscht, so daß besonders bei größeren schwarzen Flächen eine deutlich konstante Schwarzfärbung entsteht. Auch bei Grautönen können so homogene Farbflächen ohne weiße oder schwarze Streifenbildung erzeugt werden. Im Gegensatz dazu sind bei dem in allen übrigen Laserdruckern verwendeten "BIack-Write"-Verfahren deutlich feine weiße Unterbrechungen in der schwarzen Fläche sichtbar.

Bei den heutigen Preisen finden Laserdrucker allerdings oft nur dann einen wirtschaftlichen Einsatz, wenn sie im Multiuser-Betrieb arbeiten. So mit scheiden sie für viele Anwender von vorneherein aus, da sich der Anschaffungspreis bei Anschluß an einen einzigen Personal Computer meist nicht amortisiert.

Laserdrucker sind keine Universallösung

Viele Anbieter unterstellen dem Laserdrucker, daß er bei fallenden Preisen sehr bald die Universallösung im Druckerbereich sein könnte. Die Anwender dagegen sind eher skeptisch, und dies auch in bezug auf Desktop-Publishing, das zur Zeit ja der unstrittigste Anwendungsbereich der Laserdrucker ist. Denn orientiert man sich an der professionellen Satztechnik, so erinnern Technik und Auflösung heute noch oft eher an eine schlechte Kopie als an ein gutes Original.

Eine starke Konkurrenz erwächst dem Laserdrucker auch aus dem Bereich anderer Non-lmpact-Drucker. Tintenstrahldrucker beispielsweise sind noch leiser als Laserdrucker und arbeiten immerhin auch schon mit Geschwindigkeiten von bis zu 600 Zeichen pro Sekunde. Die Druckgeschwindigkeit hängt hier wie bei Nadeldruckern auch von der gewünschten Druckqualität ab, das heißt, je schöner die Schrift, desto langsamer der Drucker. Bei Tintenstrahldruckverfahren kann ein- und mehrfarbig gedruckt werden. Meist wurde bisher noch teures Spezialpapier benötigt, um brillante Grafik und tiefschwarze Korrespondenzschrift zu drucken. Es gibt jedoch mehr und mehr Modelle, die kein Spezialpapier mehr brauchen. Dadurch werden die laufenden Kosten deutlich gesenkt. Außerdem sind Tintenstrahldrucker sehr robust und im Dauerbetrieb nahezu wartungsfrei.

Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung beim Kauf eines Laserdruckers ist sicher auch die Tatsache, daß die meisten Druckeranwender keine EDV-Fachleute sind; die heutigen Druckeranwender wollen Leistung per Knopfdruck. Was nutzen die tollsten Schriftenemulationen, wenn dazu ein Programmieraufwand erforderlich ist, der den normalen Anwender überfordert und dadurch frustriert?

Was die Bedienerfreundlichkeit angeht, liegen derzeit noch die Impact-Drucker vorn. Bedienung per Knopfdruck ist hier schon selbstverständlich. Auch das Papierhandling wird ständig verbessert. Ein Beispiel für diese vom Anwender durchaus honorierte Anwenderfreundlichkeit ist der P 2200 von NEC. Mit seiner neu konstruierten Papierzufuhr ist es möglich, zwischendurch einen Einzelbrief zu drucken, ohne daß das Endlospapier herausgenommen werden muß.

Ein weiterer Punkt, an dem Bedienerfreundlichkeit gemessen werden kann, ist der Wechsel des Farbbandes. Bei den meisten Typenraddruckern ist hier nicht mehr als ein simples Einlegen gefordert - was ohne Verdruß und ohne schwarze Finger möglich ist. Die Hersteller von Matrixdruckern hingegen könnten durchaus noch Detailverbesserungen anbieten.

Für alle Drucker gilt, daß der Trend zum Drucker für den individuellen Bedarf geht. Damit ist gemeint, daß jede Technologie ihre speziellen Vorzüge hat. Aufgrund derer kann der Anwender dann seine Wahl treffen, um den für ihn optimalen Drucker herauszufinden. Wichtigstes Ziel der Druckerhersteller muß es deshalb sein, dem Anwender einen funktionierenden, bedienerfreundlichen Drucker mit exzellentem Schriftbild zum vernünftigen Preis zu bieten.