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16.11.1979 - 

Challenger 7 im Test:

Ausgereifte Züchtung für Amateure

16.11.1979

MÜNCHEN (ik) - Die traditionell gute Qualität der Produkte von Fidelity Electronics Ltd., Miami, gemeinsam mit der langjährigen Routine der firmeneigenen Programmiercrew trägt nun in "Challenger 7" Früchte. Wofür sein teurerer Vorgänger "Challenger 10" (zirka 698 Mark) ganze zehn Spielstärkestufen benötigte, das bewältigt das jüngere Modell (zirka 498 Mark) mit lediglich sieben Abstufungen (vergleiche mit der Tabelle A).

Durch die Straffung der Spielstärke und weitgehende Vereinfachung des Suchverfahrens am Variantenbaum (nach der Shannon'schen A Strategie) brachte der Chefprogrammierer des Unternehmens Ron Nelson ein Kunststück fertig. Der 4 K-Byte ROM und 1/4 K-Byte (!) RAM Speichermaß wurde zusätzlich mit einigen elementaren Eröffnungen bis zum Rande gefüllt!

Durch diesen Kunstgriff kann das mit dem Z-80 Mikroprozessor bestückte Gerät um einige Züge länger als sein Pate sogar einem erstklassigen Spieler Paroli bieten.

Dies dauert allerdings nur solange, bis in der jeweiligen Eröffnung bei gleichwertiger zur Auswahl stehenden Zügen die letzte Instanz des Zufallsgenerators überlistet ist.

Aber auch in der Mittel- und Endphase bereitet das Gerät selbst einem gewieften "Computerschachfan" durchaus eine Menge Freude am Spiel, abgesehen von einigen Regelwidrigkeiten und Unstimmigkeiten, auf die wir anschließend eingehen.

Eröffnung

Wenn man dem gespeicherten "Eröffnungskochbuch strikt Zug um Zug folgt, antwortet "Challenger 7" auch bei höherer Spielstärke-Einstellung ziemlich prompt.

Weicht man allerdings von seinem einverleibten Wissen schneller ab, tut sich der "Taschengroßmeister" besonders in den variantenreichen Stellungen ziemlich schwer und überschreitet in der Regel (manchmal um das Doppelte) die im Prospekt angegebenen Antwortzeiten (siehe die Vergleichstabelle A).

Das hat sich in den meisten Testpartien, die der CW-Tester auf Level (LV) 2, 3 und 7 nach dem Anfangszug, e4 durchführte, voll bestätigt.

Drei Antwortzüge

1 . . . e7-e5

2 . . . c7-c5

3 . . . e7-e6

hatte der Computer darauf parat.

Die folgende Eröffnungstabelle B zeigt, wieweit die "Eröffnungsweisheit von "Challenger 7" nach diesem Entermove (EN) reicht (siehe die Eröffnungstabelle B):

Setzte man beispielsweise in der Variante A (offenes Spanisch) nach 5 . . . Sf6xe4 mit 6.d2-d4 fort, verstrickte sich das Programm durch seinen Geiz selbst in einer hübschen Falle:

6 . . . b7-b5 7.La4-b3 e5xd4 (?)

Computer sind eben geizig! 7 . . .d5 wäre angezeigt.

8.Tfl-el d7-d5 9.Sbl-c3 d4xc3 (?) 10.Lb3xd5! Dd8-f6 (?) (Lb7) 11.Lcl-g5! Df6-d6 12.Ld5xc6+!

Erst jetzt checkt Schwarz zu seiner Überraschung, daß der weiße Läufer auf "c6" wegen des aufgedeckten Matts auf der Grundlinie tabu ist und spielt notgedrungen 12 . . . Lc8-d7

Nach dem 13.Ddlxd6! c7xd6 14.Txe4 14... Lf8-e7 15.Te4xe7 Ke8-f 8 16.Lc6xa8 hat der Tester für den Computer lieber abgebrochen.

Mittelspiel

Da diesem Spielabschnitt die Anforderungen eines Schachproblems sehr nahe stehen, beschränkte sich der CW-Prüfer auf die schon "Mephisto" und "Diplomat-Boris" gestellte Stellung (siehe das Diagramm A, CW Nr. 39, vom 18. 9. 79).

Während bei den Versionen auf dem Level (LV) 3, 7 und 6 die rettende Fortsetzung ausblieb - das Programm gab 1.Th7-f7? seine Niederlage blinkend zuerschien bei der Version LV 4 auf der, LED Anzeige zu unserem Erstaunen ;nach sechs Minuten die richtige Lösung 1.h3! "Challenger 7" als "Problemknacker" hat eben was dazugelernt.

Abschließend kann man bestätigen, daß "Challenger 7" trotz der noch zu behebenden technischen Mängel eine ausgereifte Züchtung darstellt, die vor allem dem Amateur- und dem Mittelklassespieler durchaus gewachsen ist und immer noch zu den besten seiner Preislage zählt.

Aber auch dieses Modell ist nicht das letzte Wort des Herstellers.

"Challenger-Voice" - der erste sprechende Computer der Welt - ist ab November in deutschen Kaufhäusern zu erwerben.

Seine künstliche, durch den TI 989 Sprachmodul erzeugte Stimme, sagt bei jedem Zug an, welche Figur wohin zieht und ob dabei eine Figur geschlagen werden kann.

Ein beträchtlicher Zuwachs seiner "grauen Zellen" - 24 K-Byte ROM und 4 K-Byte RAM macht ihn fast viermal so schnell wie seinen Vorgänger.

Die vergrößerte Bibliothek beinhaltet 43 bekannteste Eröffnungsvarianten.

Wie es um seine tatsächliche Spielstärke steht, dar darüber wird dem Leser in einer der nächsten CW-Ausgaben berichtet.