Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

11.12.1981 - 

Deutsche "Bildschirmtexter" scheitern an Unterschätzung organisatorischer Probleme:

Ausländische Anbieter beherrschen Btx-Markt

FRANKFURT(ha) - Die Nutzung elektronischer Informationsdienste steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Ausländische Unternehmen werden daher einer Prognose der Frankfurter Beratungsgesellschaft Diebold zufolge in den kommenden Jahren den deutschen Markt für Bildschirmtext (Btx) und Online-Datenbanken beherrschen. Bereits jetzt werden etwa 80 Prozent des auf 25 Millionen Mark veranschlagten Gesamtumsatzes mit importierten Diensten getätigt.

Das 1975 veröffentlichte IuD-Programm der Bundesregierung, das den Aufbau von 20 DV-gestützten Informationszentren in einem Informationsverbund fordern sollte, habe bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht, heißt es in einer Diebold-Presseerklärung. Jährlich seien bisher mehr als 50 Millionen Mark in den Auf- und Ausbau dieser Einrichtungen investiert worden.

Zu den Ursachen des Mißerfolges zählen die Frankfurter Beratungsprofis fehlende Marktanalysen sowie eine Unterschätzung der organisatorischen und managementbezogenen Probleme. Das Service-Spektrum und die Benutzerfreundlichkeit ausländischer Informationsdienste, insbesondere der amerikanischen, hätten inländische Anbieter deshalb in keinster Weise erreicht. Einen weiteren Grund für den Vorsprung der Auslandskonkurrenz sieht Diebold auch in den hohen Datenübertragungsgebühren der Bundespost. Die Installierung von "Euronet" habe jedoch jetzt zu einer starken Reduzierung der Benutzerkosten geführt.

Dennoch stünden die deutschen Verlage heute vor der Situation, sich auf erfahrene ausländische Informationsdienste stützen zu müssen, wenn sie ein attraktives elektronisches Publikationsangebot bereithalten wollen. Oder sie müßten mit viel Zeitaufwand ein eigenes Angebot entwickeln.

Das starke Engagement der deutschen Verlage im Btx-Versuch (über 120 der Informationsanbieter sind aus dem Verlagsbereich) könne nach Auffassung Diebolds nicht das umsetzbare Potential verlegerischer Geschäftsmöglichkeiten mit Bildschirmtext widerspiegeln. Voraussetzung hierfür wäre die konsequente Nutzung externer Rechner, mit deren Hilfe das Aufsuchen und die benutzergerechte Aufbereitung der Informationen attraktiver gestaltet werden könne, als dies gedruckte Dienste oder das Bildschirmtext-System der Btx-Zentralen vermögen.

In der Kreditbranche, so stellten die Frankfurter Marktforscher bei einer internationalen Untersuchung fest, betrachte man das Vordringen des neuen Mediums teilweise mit "neugieriger Angst". Die Erkenntnis, daß Strukturveränderungen im Benutzerbetrieb bevorstünden, sei jedoch deutlich. Inzwischen hätten weltweit zwischen 70 und 80 Unternehmen der Kreditbranche Bildschirmtext fest oder probeweise installiert. Davon entfielen allein 37 auf die Bundesrepublik.

Lösungen und Ideen sowie neue Produkte für den Btx-Einsatz will die Diebold Deutschland GmbH am 4. und 5. März 1982 in Frankfurts "Alter Oper" im Rahmen ihres zweiten Bildschirmtext-Kongresses präsentieren. Die zweitägige Veranstaltung, die von einer Sonderschau begleitet wird, befasse sich neben der Aufzeigung von Trends vor allem mit der Diskussion von Anwendungsproblemen.