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25.09.1992 - 

Kommunikation über Laptop und C-Netz auch mit Ostdeutschland

Außendienst-Organisation bei EDS: Datenabruf via Laptop

Uwe Blümling ist Support-Mitarbeiter für das "Field Force Communication System" bei EDS Deutschland, Rüsselsheim.

Mit dem "Field Force Communication System" (FFCS) realisierte EDS Deutschland für die Adam Opel AG ein mobiles DV-Konzept. Wurden bislang Informationen häufig als Listen ausgedruckt und an die Regionalen Vertriebsbüros versendet, rufen heute Außendienstmitarbeiter via Laptop aktuelle Daten direkt ab. Das spart Zeit und schafft Wettbewerbsvorteile.

Die Beratungsqualität im Außendienst hängt stark von Aktualität und Vollständigkeit der verfügbaren Informationen ab. Was aber, wenn die Daten zum momentanen Produktions-, Absatz- und Marktgeschehen zwar in der unternehmenseigenen zentralen Datenbank gespeichert sind, jedoch dem Vertriebsbeauftragten zum Kundentermin gar nicht oder erst verspätet vorliegen?

Mehr als 200 Opel-Mitarbeiter lösen dieses Kommunikationsproblem inzwischen mit Mobile Computing. Ausgestattet mit Laptops, die über eingebaute Modems (2400 Baud) verfügen, wählen die Außendienstler mit Hilfe der Kommunikationssoftware (SimPC) das Rechenzentrum an und fragen alle benötigten Reports in den Datenbanken ab. Der Zugriff auf die Daten erfolgt dabei, je nach Applikation, online oder im Batch-Verfahren. Online besteht die Möglichkeit, unmittelbar aktuelle Datenbestände einzusehen und interaktiv zu verändern. Im Batch-Betrieb werden zunächst Anfragen an den Großrechner gesendet. Die bereitgestellten Informationen kann der User dann am folgenden Tag abrufen.

Aufgrund der noch unzureichenden Kommunikations-Infrastruktur in den neuen Bundesländern verwenden die Außendienstmitarbeiter dort mobile Funktelefone mit speziellen Datenübertragungs-Einrichtungen. Über das C-Netz erhalten sie Zugang zum Großrechner.

Neben dem Zugriff auf den Host unterstützt FFCS die Kommunikation des Opel-Außendienstes in Deutschland - sowohl mit den regionalen Vertriebsbüros als auch mit der Unternehmenszentrale in Rüsselsheim.

Realisiert wurde dies mit Hilfe des Groupware-Produkts Lotus Notes, das eine Abbildung von Formularen und Standardschriftstücken in Formular-Datenbanken sowie deren elektronische Versendung erlaubt. Ebenso lassen sich Faxformulare unmittelbar vom Laptop aus verschicken. Auf diese Weise reduziert sich die Administrationsarbeit des Opel-Außendienstes erheblich.

Grafische Oberfläche erhöht die Akzeptanz

Mit dem "Grid Laptop" wurde eine Hardware ausgewählt, die mit einem benutzerfreundlichen Mauszeiger (Isopoint) ausgestattet ist. Die Erfahrung während des Projektverlaufs hat gezeigt, daß auch ungeübte Laptop-Anwender sehr schnell mit dem Isopoint zurechtkommen. Darüber hinaus verfügt das Gerät mit einer zehn Zoll Bildschirmdiagonalen über einen für Laptops relativ großen Monitor.

Diese Ausstattungsmerkmale unterstützen die grafisch ausgelegte Benutzeroberfläche des gesamten Systems. Für den Einsatz unter MS-Windows wurde. auch großrechnerorientierte Software der Windows-Oberfläche angeglichen. Sämtliche Applikationen sind Somit ausgesteuert.

Eine speziell entwickelte Schnittstelle gestattet den Import von Großrechnerdaten in das Spreadsheet-Programm MS-Excel. Dadurch sind weitergehende Analysen möglich und grafisch darstellbar.

Die Anwendung setzt keine fundierten DV-Erfahrungen voraus: Neben herkömmlichen Soft- und Hardwaretrainings hat der Hersteller speziell auf die Anwender bezogene interaktive Lernprogramme entwickelt und installiert.

Damit bestimmt jeder sein individuelles Lerntempo, wiederholt Kapitel beliebig oft oder kann seinen erreichten Wissensstand auf dem Laptop einfrieren und in späteren Übungssitzungen weiter ausbauen.

Die Vorteile dieses Programms: Der Anwender kann Hemmschwellen gegenüber dem neuen DV-System leichter überwinden und sich ohne Zeitdruck mit dem System auseinandersetzen.

Das Field Force Communication System (FFCS) erschließt Datenkapazitäten in Großrechnerdatenbanken und sichert strategisches Wissen für den Außendienst. An jedem Ort ist der direkte Zugriff auf relevante Informationen möglich.

Die Kommunikationskanäle

Werden Verkaufsdaten vom Großrechner benötigt, so wählt sich der Außendienst mit Hilfe der Modems in das Datex-P-Netz ein. Über einen Kommunikationsrechner gelangen die eingesendeten Datenanfragen zum Host. Während in Online-Applikationen nun Daten direkt angesehen werden können, werden in Batch-Anwendungen alle eingehenden Anfragen zunächst gesammelt und dann über Nacht bearbeitet.

Die zweite Kommunikationsschiene betrifft Lotus-Notes. Sie umfaßt die Kommunikation der Außendienstmitarbeiter untereinander sowie mit ihrer Vertriebszentrale. Hier können beispielsweise Formulare versendet und Mails ausgetauscht werden. Zu diesem Zweck wählt das Modem den Lotus-Server beziehungsweise daran angeschlossene Modems direkt an. Auf diesem Server und auf den Laptops existieren die sogenannten Mail-Datenbanken der Lotus-Teilnehmer, sie bestehen also doppelt. Die gesamte ein- und ausgehende Post wird über den Austausch der Datenbanken des Servers mit denen der Laptops abgewickelt.