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Kolumne


28.03.2006 - 

Außer Spesen nichts gewesen

Die SAP und die Technische Universität Darmstadt (TUD) hatten eingeladen zur Einweihung des Campus- based Engineering Centers (CEC), das weitgehend von der SAP gesponsert wird und es der TU Darmstadt erlaubt, "Business Driven Research" zu betreiben. Dabei gehören die wirtschaftlich nutzbaren Ergebnisse dieses Treibens der SAP, die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Uni. Das Darmstädter CEC soll die Arbeitsumgebung der Zukunft erforschen, womit Software-Engineering, die Interaktion zwischen Mensch und Software sowie Möglichkeiten der Wissensverarbeitung eine Menge zu tun haben.

Weil die Eröffnung des Centers offenbar nicht ausreichte, um genügend hochkarätige Wissenschaftler nach Darmstadt zu locken, diskutierten die IT-Scholaren in einem so genannten International Research Forum auch die Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik. Vor der Presse postulierten die Experten folgende Megatrends als das Resultat ihrer Diskussion: Next Generation Internet, IT-Security, Realworld Awareness Technologie und ICT als Werkzeug für Wachstum und Entwicklung. Dabei wurde Megatrend als etwas definiert, das technische, soziale und ökonomische Auswirkungen haben muss. Vielleicht förderten die Herren wegen dieser hochtrabenden Definition so wenig Originelles zutage. Wahrscheinlich steckt das Gute mal wieder in den Details, die außerhalb der Wissenschaftsgemeinde niemand zu Gesicht bekommt. Über das Web 2.0 diskutieren wir inzwischen seit vier Jahren. Security ist als Alltagsvokabel seit gut zwei Jahren in aller Munde, und über ICT als Mittel zum Wachstum für Schwellenländer wird in den entsprechenden EU- und UNO-Gremien seit geraumer Zeit geredet. Bleiben die Real World Awareness Technologies, die die Weiterentwicklung von RFID und intelligenten Sensoren meinen. Auch das nichts Neues, gleichwohl spannend.

Die Veranstaltung setzte dennoch ein Schlaglicht, weil sie exemplarisch zeigte, wie groß das Kommunikationsdefizit zwischen Wissenschaft auf der einen und Industrie und Gesellschaft auf der anderen Seite ist. Leider bleibt dieses Sinnloch der Initiativen von SAP und anderen IT-Anbietern nach wie vor bestehen. Warum werden solche Veranstaltungen nicht genutzt, um Forschungsglanzlichter zu zeigen? Die Stadt Darmstadt beherbergt neben der Technischen Uni drei renommierte Fraunhofer-Institute. Da muss es doch etwas geben.

Wenn die in Darmstadt definierten Megatrends allerdings nicht nur Ergebnis oberflächlicher Formulierungen sind, sondern Ausdruck von Orientierungslosigkeit in der Forscher- und Forschungsmanagementszene, dann steht es wirklich schlecht um die deutsche und europäische IT-Forschung.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.