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25.04.1986

Außerhalb der blauen Welt glaubt man ans Überleben

MÜNCHEN (rs) - Optimistisch sehen die "Exoten" - die Hersteller und Anbieter nicht-IBM-kompatibler Großrechner - ihre Zukunft. Es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig: Angesichts einer letztlich zum Nachteil des Anwenders ständig größer verwenden IBM-Welt geht es im Mainframe-Sektor nicht mehr nur ums Prestige. Auf dem jeweils neuesten Stand der Technik zu bleiben, ist teuer, und die Kundenbasis wächst nicht im erforderlichen Maße. Dabei gibt es außerhalb der blauen Welt oft mehr für weniger Geld. Die Anwender wissen das auch, sind aber nicht immer frei in ihren Entscheidungen: Big Blue ist eben immer und überall. Die COMPUTERWOCHE fragte die Exoten nach ihren Zukunftskonzepten.

Burroughs Deutschland Eschborn

Obwohl der Großrechnerbereich heute in der Öffentlichkeit weitestgehend als "statisch" gesehen wird, verlangen die Anwender nach deutlich mehr Computerleistung. Dies ist auch außerhalb der "blauen Welt" der Fall. Das geforderte Potential an Mehrleistung soll aber ohne aufwendige Konvertierung möglich sein, um die getätigten Softwareinvestitionen zu schützen.

Burroughs - mit der weltweit zweitgrößten Mainframe-Benutzerbasis - bietet eine kompatible Rechnerpalette an, die eine Leistungssteigerung von der kleinen A3 bis zum Jumbo-Rechner A 15 um über Faktor 100 bietet; dies ist einmalig in der Branche.

Die A15 übersteigt den Leistungsbereich der IBM 3090-Systemfamilie. Damit wird Burroughs auch in Zukunft ein alternativer Anbieter zu den Großsystemen der blauen Welt sein.

Burroughs plant, die Verarbeitungsleistung dieser Rechnerfamilie nach oben noch weiter auszubauen. Die Rechner der A-Serie werden von Burroughs entwickelt und gebaut.

Burroughs hat sich bisher als Pionier der folgenden Technologien abgehoben:

- virtueller Speicher

- Multiprogrammierung

- ausschließlich höhere Programmiersprachen

- automatische Ressourcenverwaltung

- Multiprozessorsysteme

- Stack-Architektur

- generative Software

Heute hebt sich Burroughs im wesentlichen zusätzlich durch die folgende Eigenschaft vom Markt ab:

- Kompatible Rechnerserie breites (Leistungsspektrum)

- Einsatz moderner Techniken (luftgekühlte ECL Gate-Array-Technologie)

- Produktivitätssteigerung bei der Softwareerstellung (Linc-Anwendungsgenerator)

- Benutzerfreundlichkeit ("Interpro" ermöglicht das Betreiben von Großrechnern so einfach, wie man es von PCs her kennt)

Die Strategie, die Burroughs damit verfolgt, ist:

- mehr Nutzen bei weniger Geld und Personaleinsatz

- Öffnung nach außen durch eine Verpflichtung zu OSI und SNA

Interessant ist die Tatsache, daß Burroughs das derzeitige Topmodell (A 15 N) etwa ein Jahr vor der 3090-400 ausliefert.

Control Data GmbH Frankfurt

Unser Großrechnerkonzept konzentriert sich auf technisch-wissenschaftliche Anwendungen mit Bedarf für extreme Rechnerkapazität (zum Beispiel die Rechnersysteme Cyber 180-990, Cyberplus und der Supercomputer ETA 10). Insbesondere bei den Rechnersystemen ETA 10 und Cyberplus handelt es sich um Multiprozessorsysteme mit einer A-Architektur (alternativ zu bekannten Architekturen) mit entsprechender Software. Mit diesen Produkten des oberen Leistungsbereiches richtet sich Control Data an eine begrenzte und klar definierte hochqualifizierte Zielgruppe.

Ein weiterer Schwerpunkt unseres Angebots liegt auf "Computer Integrated Manufacturing" mit der Zielsetzung, integrierte Lösungen anzubieten. Im Servicebereich bietet Control Data hochqualifizierte Anwendungsberatung insbesondere bei "High Tech"-Problemstellungen.

Mit den Control Data Rechnern steht dem Anwender ein modernes Netzwerk (CDCNET) zur Verfügung, das den heutigen Anforderungen und Normen der OSI-Netzwerk-Philosophie entspricht (Protokolle, Rechnerverbund, Gateways etc.)

Honeywell Bull AG Köln

Der Markt erwartet von Herstellern der Größenordnung der Gruppe Bull Angebote in Hardware, Software und Dienstleistung als integrierte Bestandteile umfassender Problemlösungskonzepte, die jeweils den derzeitigen und zukünftigen Anforderungen der Anwender gerecht werden. Dieser Forderung nach einem Gesamtangebot aus einer Hand kann der Hersteller nur dann entsprechen, wenn die verfügbare Produktpalette neben Arbeitsplatzcomputern und Systemen mittlerer Größe auch den Großcomputer umfaßt, dessen Leistungsbewertung im Rahmen der Integration in Gesamtlösungen mit spezialisierten Funktionen sicherlich nicht mehr unter den traditionellen Kriterien gesehen werden darf.

Ein Anbieter, der sich beschränkt auf Mikrocomputer, Netze oder andere Teilelemente einer Problemlösung, wird sich zunehmend größeren Schwierigkeiten gegenübersehen.

Dagegen entspricht die Produkt- und Unternehmensstrategie der Gruppe Bull den Erwartungen des Marktes. Die strategische Zielsetzung wird unterstrichen durch die kürzlich erfolgte Ankündigung des "Blue-Green"-Konzeptes für den Aufbau kompletter Büro-Informationssysteme. Das neue Bull-Konzept umfaßt das gesamte heutige und zukünftige Produktangebot vom Mikrocomputer bis zum Großrechner, von offenen Netzwerkarchitekturen bis zu umfassenden Dienstleistungen.

Dabei führt im Hinblick auf die Komponente Großrechner die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Bull mit Honeywell und NEC auf den Gebieten Forschung, Entwicklung und Produktion zu wirtschaftlichen Fertigungsgrößen.

Somit ist und bleibt für Bull der Großrechner sowohl aus produktstrategischen als auch aus wirtschaftlichen Gründen ein unverzichtbarer Bestandteil des Gesamtangebotes.

ICL Deutschland Nürnberg

Ein Hersteller mit einer weltweiten, umfangreichen Installationsbasis im Großrechnerbereich wie ICL hat heute gute Chancen, die kritischer gewordenen Anwender von eigenen Konzepten zu überzeugen. Die Strategie von ICL stützt sich auf drei Grundüberlegungen ab: überlegene Technik, strategische Schlüsselmärkte und offene Systeme.

Überlegene Technik heißt zum Beispiel im Bereich der Großrechner bei der ICL Serie 39 eine moderne Systemarchitektur (Knotenarchitektur), Einsatz sehr schneller und sicherer Glasfaserverbindungen (Macrolan) im System, ein außerordentlich leistungsfähiges virtuelles Betriebssystem und mit dem schnellen Datensuchprozessor CAFS als Standardausrüstung eine wirksame Unterstützung des Anwenders in der Nutzung von Datenbanken.

Diese Technik wird von ICL in vertikalen Schwerpunktmärkten - i n der Bundesrepublik die Märkte Fertigung (CIM 2000), Einzelhandel (ICL Retail 2000) und Büro (ICL Office 2000) - zusammen mit Anwendungslösungen aus eigener ICL-Entwicklung vermarktet. Die Konzentration auf wenige, dafür aber intensiv betreute Märkte sorgt für überlegene Lösungen in Hard- und Software in diesen Märkten.

Eine weitere wichtige Komponente liegt in der Unterstützung offener Systeme und internationaler Standards. Auch Großrechnerkonzepte können in der Anwendung bei Kunden durchaus erfolgreich koexistieren, sofern der Austausch von Informationen und Daten reibungslos funktioniert. Deshalb unterstützt ICL den schnellen Aufbau internationaler Normen durch Kooperation mit anderen Herstellern europa- und weltweit. Als Beispiele hierfür seien X.400, das ECRC und Unix genannt. Das Entstehen offener Systeme schafft für den Anwender mehr Zukunftssicherheit und größere Freiheit bei der Systemauswahl und damit auch für die Hersteller breitere Vermarktungschancen.

NCR GmbH Augsburg

NCR bleibt im Mainframe-Geschäft.

NCR wird mit der neuen Mainframe-Familie V 9800 die Marketing-Aktivitäten vielmehr erheblich intensivieren.

Unserer bestehenden Mainframe-Kundenbasis werden wir damit auch in Zukunft Systeme neuester Technologie mit erheblichen Wachstumsmöglichkeiten bei voller Aufwärtskompatibilität zur Verfügung stellen.

Mit der V 9800-Familie erschließt NCR zudem neue Märkte, beispielsweise im Bereich der Fertigungssteuerung, -planung und -überwachung im Rahmen unseres CIM-Konzeptes oder in der Bürokommunikation als ausfallsichere, einfach zu erweiternde Abteilungs- oder Bereichsrechner.

NCR, die Nummer vier im EDV-Weltmarkt, hat mit der V 9800 ein Familie nach dem aktuellen Stand der Technik auf den Markt gebracht. - moderne VLSI-Technik auf CMOS-Basis

- neue Mehrplatzprozessor-Rechner-Architektur mit stufenweiser Ausbaufähigkeit

- moderne Softwarearchitektur in Hinsicht auf Non-Stop-Betrieb, Führen von Spiegeldateien, Konfigurationserweiterungen und Reparatur von Systemkomponenten im laufenden Betrieb

- Wartung durch Fernunterstützung.

Mit diesen Produkten und ihrem Softwareservice sieht die NCR für sich auch weiterhin gute Erfolgschancen im kommerziellen Großrechnerbereich .

Siemens AG München

Mit unserer Rechnerlinie 7.500 und dem Betriebssystem BS2000 verfügen wir gerade im Großrechnerbereich über ein langfristiges und zukunftssicheres Rechnerkonzept.

Das BS2000 ist das Betriebssystem mit der weltweit größten Leistungsbreite. Wir haben mit unseren jüngsten Produktankündigungen im System 7.500 die Leistungsspitze für das BS2000 auf mehr als das Dreifache der bisherigen Leistung erhöht. Damit ist deutlich, daß das BS2000 auch in unserem aktuellen Angebot im oberen Großrechnerbereich (12, 15 und 27 Mips) ein Betriebssystem für sehr hohe Performance ist. Die Einheitlichkeit des BS2000-Konzepts ermöglicht eine außergewöhnliche Entwicklungsfähigkeit: Das System 7.500/BS2000 wird künftig noch höhere Leistungen bereitstellen. Dabei wird sich im Großrechnerbereich die Hinwendung zu Multiprozessoren verstärken.

Im Markt der kompatiblen Großrechner bieten wir das System 7.800 sowie die Vektorrechner des Systems VP50 bis VP400 an.

Im übrigen gehen wir davon aus, daß alle 3,25 bis 4 Jahre dem Anwender die doppelte Leistung bei gleichen Preisen zur Verfügung gestellt wird.

Sperry GmbH Sulzbach

Sperry besitzt mit etwa 18 Milliarden Dollar Installationswert die zweitgrößte Kundenbasis im Großrechnerbereich. Das Betriebssystem OS/ 1100 kann schon deshalb nicht als "exotisch" bezeichnet werden, denn immerhin haben viele Unternehmen in Wirtschaft und Verwaltung ihre DV-Investitionen aus guten Gründen auf OS/ 1100 abgestellt.

Unsere Strategie für die Zukunft muß dementsprechend so aussehen, daß wir unser OS/ 1100-Konzept weiterentwickeln und daß wir vor allem dafür zu sorgen haben, daß unsere Kunden an dem technischen Fortschritt teilnehmen. Konkret heißt das, daß wir auf der Basis eigener Technikentwicklungen leistungsfähige OS/ 1100-Systeme auf den Markt bringen werden.

Zusätzlich werden wir unser Großrechnerkonzept in drei Richtungen erweitern.

1. Wir haben bereits damit begonnen, Industriestandards unterschiedlichster Art wie beispielsweise in den Bereichen Programmiersprachen und Kommunikationsprotokolle i n

OS/ 1100 zu integrieren. Mit Unix als Subsystem unter OS/ 1100 haben unsere Kunden zudem die Möglichkeit, das immer größer werdende Angebot an Anwendungen unter Unix zu nutzen.

Auf der Kommunikationsseite integrieren wir Quasi-Standardprodukte wie SNA und Standards wie OSI/ISO in OS/ 1100 und stellen damit sicher, daß unsere Großrechner mit Systemen anderer Hersteller kommunizieren können.

Ein drittes Beispiel für die Öffnung von OS/ 1100 hin zu Industriestandards ist der Datenbankrechner RS 1000. Dieses Produkt kann als "relational back end" für Mapper bezeichnet werden und erlaubt über eine IBM-Host-Kopplung und eine SQL-Schnittstelle Zugriff von IBM-Rechnern auf eine gemeinsame Datenbasis.

2. Als Ergänzung zu den Großrechnern stellen wir unseren Kunden Mikroprozessorprodukte auf MS-DOS-, Xenix- und Unix-Basis zur Verfügung, die durch Netzwerk- und DDP-Komponenten in unsere Großrechnersysteme integrierbar sind.

Als Systemintegrator haben wir vor allem dafür zu sorgen, daß die Mikroprodukte harmonisch mit OS/ 1100 zusammenwirken.

3. Auf der Anwenderseite stehen heute mit Cobol 74 K-Schnittstellen und Softwareentwicklungssysteme wie Delta-Softwaretools zur Verfügung, die eine zielsystemunabhängige Anwendungsentwicklung erlauben. In Kooperationen mit Softwarehäusern stellen wir damit sicher, daß interessante Anwendungen, die zum Beispiel für Systeme des Marktführers entwickelt wurden, auf Sperry-Großrechnern ablauffähig sind.

Wir selbst entwickeln unsere Schlüsselprodukte wie das Bürokommunikationssystem Sperrylink und Mapper so weiter, daß sie über das ganze Spektrum vom PC bis hin zu den größten Rechnern der Serie 1100/90 einsatzfähig sind. Dieses Konzept ist von größter strategischer Bedeutung für uns und unsere Kunden, denn es stellt langfristig die Investitionen unser Kunden sicher.

Tandem Computer Frankfurt

Die Rechner von Tandem lassen sich nicht mit den üblichen Großrechnern vergleichen - obwohl sie sehr wohl Mainframes sind.

Der Grund ist, daß sie nicht für große Batch-Aufgaben konzipiert wurden, sondern für die High-volume-Online-Transaktionsverarbeitung bei vollem Ausfallschutz.

Die Online-Transaktionsverarbeitung ist das am schnellsten wachsende Marktsegment in der EDV, weil die meisten Unternehmen jetzt dazu übergehen, "heiße Daueranwendungen einem breitgestreuten Benutzerkreis zur Verfügung zu stellen: Betriebsdatenerfassung, Point-of-Sale, Bildschirmtext, Online-Geldausgabeautomaten, Auskunftssysteme, erweiterte Platzbuchungssysteme etc.

Tandem-Großrechner haben daher ihren eigenen, sehr stark wachsenden Markt, den wir mit einer dafür optimierten Hard- und System Software und neuerdings auch mit speziellen Anwendungen bedienen.

In der Betriebspraxis bedeutet dies, daß die Tandem-Rechner neben den installierten Traditionsrechnern ihre eigenständige Rolle wahrnehmen. Nach den Umfragen von Datapro erzielt Tandem mit diesem Konzept seit fünf Jahren die höchste Kundenzufriedenheit aller Hersteller.

AU: