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04.03.1994

Ausstiegsprogramme, Entlassungen, Management-Reorganisation IBM: Immer mehr Jobs fallen der Abmagerungskur zum Opfer

04.03.1994

MUENCHEN (CW/IDG) - Die Konsolidierung innerhalb der IBM Corp. geht weiter. So hat die IBM PC Co. Europe das Management gestrafft. Weitere Arbeitsplaetze stehen in den europaeischen und amerikanischen Produktionsstaetten zur Disposition. Auch am Standort Boeblingen brodelt es: Betriebsrat und Management der IBM Deutschland Produktion GmbH koennen sich nicht auf einen Sozialplan fuer die 700 von Jobverlust bedrohten Mitarbeiter einigen.

Nachdem die Verhandlungen ueber den Sozialplan gescheitert sind, muss nach Angaben der IBM eine Einigungsstelle entscheiden, berichtet die "Sueddeutsche Zeitung" (SZ). Die Produktion GmbH, eine der vier Toechter der IBM Deutschland (Holding) GmbH, hatte bereits Mitte November 1993 angekuendigt, dass am Standort Boeblingen/Sindelfingen - dort arbeiten 1400 festangestellte Mitarbeiter - bis Mitte dieses Jahres 700 Arbeitsplaetze abgebaut werden. Die Reduzierung wird mit dem Auslaufen der Glaskeramikfertigung begruendet. Den jetzt gescheiterten Sozialplan-Verhandlungen war im Januar der Abschluss eines Interessenausgleichs vorausgegangen.

Darin, schreibt die "SZ" unter Berufung auf die deutsche IBM weiter, seien allen Mitarbeitern erweiterte und finanziell attraktive Personalprogramme angeboten worden. Obwohl die Annahmefristen fuer diese Programme zum freiwilligen Ausstieg noch nicht verstrichen sind, schliesse das Unternehmen nicht aus, dass es in 150 Faellen zu betriebsbedingten Kuendigungen kommen werde.

Die amerikanische Muttergesellschaft kommt ebenfalls um weitere Entlassungen nicht herum. In der vergangenen Woche bekamen 625 IBMer in den Werken Kingston, Poughkeepsie, Endicott und Fishkill blaue Briefe. 150 der Entlassenen arbeiteten fuer die RS/6000- Division. Wie der englische Branchendienst "Computergram" berichtet, stehen in den US-Mainframe-Fabriken der Armonker zusaetzlich 1200 Jobs zur Disposition.

Auch die in Paris ansaessige IBM PC Co. Europe hat das Management gestrafft. Nach der sechs Monate dauernden Reorganisation sind verschiedene Fuehrungspositionen gestrichen worden. So soll die europaeische PC-Organisation der Armonker kuenftig ohne General Manager auskommen und ausserdem auf drei - fuer das Geschaeft in den Regionen zustaendige - Manager verzichten.

Der bisherige General Manager Guiseppe Giuliani, zweiter Mann der IBM PC Co. Europe hinter President Bill McCracken, ist schon vor einigen Wochen nach Italien umgezogen. Dort leitet er kuenftig Marketing und Service fuer alle nicht PC-bezogenen Produkte der IBM Italien. Seine Position in McCrackens Organisation wird nicht wieder besetzt.

Darueber hinaus verzichtet der europaeische Ableger der PC Co. auf die Dienste der drei regionalen Organisationen Nordwest, West sowie Zentral- und Osteuropa. Die Leiter dieser Abteilungen werden versetzt. Bisher koordinierten sie die Aktivitaeten und die Kommunikation fuer die auf Landesebene angesiedelten Gruppen. Ab sofort berichten die dortigen Manager - mit Ausnahme von Osteuropa, fuer das eine neue Gruppe etabliert wird - direkt an McCracken. "Das beschleunigt die Kommunikation", erklaerte IBM- Sprecher Joerg Balser.

Industriebeobachter und Analysten halten die Massnahmen fuer sinnvoll. "In Wirklichkeit wird das PC-Geschaeft von den IBM- Organisationen der einzelnen Laender gemacht", erklaert Dataquest- Analyst Steve Brazier. "Spricht man mit IBM-Vertretern der verschiedenen Laender ueber die europaeische PC-Gruppe, tun sie so, als wenn sie nicht wuessten, worueber geredet wird." Ausserhalb der PC-Gruppe stossen die Reorganisationsanstrengungen der IBM in Europa, wie der bereits vor Jahresfrist angekuendigte Abbau um 10000 Stellen, auf wenig Gegenliebe. In Frankreich beispielsweise drohen die Gewerkschaften fuer den Fall mit Demonstrationen, dass die dortige Big-Blue-Niederlassung, wie geplant, die Hoehe des Gehalts von den Gewinnen abhaengig macht.