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24.03.2000 - 

Veräußerung der Modemsparte und Einstellung des Netzgeschäfts

Ausverkauf bei 3Com

MÜNCHEN (CW) - 3Com-Chef Eric Benhamou will das Unternehmen durch Verschlankung der Produktpalette zu größerem Wachstum führen. Betroffen ist das Geschäft mit Modems und Switches.

Die Ausgliederung der Palm Inc. im vergangenen September war der erste Teil der geplanten Restrukturierung, nun will sich 3Com von weiteren Sparten trennen. Damit soll das Unternehmen, das jahrelang keine nennenswerten Umsatzzuwächse verzeichnen konnte, wieder auf Wachstumskurs getrimmt werden. Angepeilt sind Steigerungsraten von 20 bis 25 Prozent im Jahr.

Von der Maßnahme betroffen ist zunächst das Geschäft mit Modems und PC-Karten, das in ein Joint Venture mit Accton Technology Corp. aus Taiwan und Natsteel Electronics Ltd., Singapur, eingebracht wird. 3Com kassiert nach Angaben von Benhamou dafür "eine beträchtliche Summe" und will selbst mit weniger als 20 Prozent an der neuen Firma beteiligt sein, wie das "Wall Street Journal" erfahren hat. Das Joint Venture wird auch die Produkte der 3Com-Tochter U.S. Robotics übernehmen, die 1997 für rund neun Milliarden Dollar gekauft wurde. 250 Mitarbeiter sollen in das noch unbenannte Unternehmen überwechseln. Durch den Verkauf der ehemaligen U.S.-Robotics-Fabrik in Mount Prospect, Illinois, mit 1200 Beschäftigten an Natsteel wird zusätzlich Geld in die Kassen gespült, wie viel, war nicht zu erfahren.

Zudem gab 3Com bekannt, die Fertigung von Netzprodukten für große Unternehmen einzustellen. Die "Corebuilder"-Familie von Switches für den Highend-Markt sollen die Kunden nach Vorstellung von Benhamou in Zukunft von Extreme Networks Inc. beziehen, einer Firma, an der 3Com beteiligt ist. Grund für diese Maßnahme dürfte die wachsende Marktposition von Cisco Systems sein. Das Geschäft mit Internet-Service-Providern (ISPs) wird möglicherweise Motorola übernehmen.

Weiterhin produzieren will das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara Netzprodukte für kleine und mittelgroße Unternehmen, die traditionell über den Fachhandel verkauft werden. Das Unternehmen kann sich dort auf einen solide ausgebauten Vertriebskanal stützen, der allerdings darauf angewiesen ist, dass die Produkte einfach zu implementieren und zu bedienen sind.

Trotz des Ausverkaufs verfügt 3Com noch immer über eine Menge Produkte für die unterschiedlichsten Märkte. In Zukunft will man sich aber auf Breitband-Zugriffstechnik, Vernetzung privater Haushalte, drahtlose Datenübertragung, LAN-Telefonie sowie Netzgeräte mit Internet-Zugang konzentieren.

3Com-BilanzIm dritten Quartal (endete am 25. Februar) des laufenden Geschäftsjahres erzielte 3Com einen Nettogewinn in Höhe von rund 506 Millionen Dollar oder 1,40 Dollar je Aktie. In der entsprechenden Periode des Vorjahres waren es nur knapp 90 Millionen Dollar (24 Cent je Anteilschein). Allerdings konnte 3Com 680 Millionen zusätzlich aus dem Verkauf von Fabrikationsstätten und Beteiligungen verbuchen. Ohne diesen Geldsegen hätte man 97,4 Millionen Dollar oder 27 Cent je Aktie verdient. Analysten hatten nur mit 25 Cent Ausschüttung gerechnet. Der Umsatz inklusive des Geschäfts mit Palm stieg leicht von 1,411 Milliarden auf 1,415 Milliarden Dollar. Ohne die Umsatzerlöse der Palm Inc. fielen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent.